Besuch in Mali Baerbock fordert Ende der Kooperation mit russischen Söldnern

Bundesaußenministerin Baerbock hat Malis Regierung zu freien Wahlen und der Rückkehr zur Demokratie gedrängt. Die Kooperation mit russischen Söldnern berge die Gefahr »massiver Verbrechen an der Zivilbevölkerung«.
Außenministerin Baerbock (M.) in Mali

Außenministerin Baerbock (M.) in Mali

Foto: IMAGO/Florian Gaertner / IMAGO/photothek

Annalena Baerbock fordert von der malischen Regierung ein Ende der Zusammenarbeit mit russischen Söldnern. »Wir können keine Zusammenarbeit weiter leisten, wenn es keine Abgrenzung zu russischen Kräften gibt«, sagte die Bundesaußenministerin bei einem Besuch in Bamako mit Blick auf die europäische Ausbildungsmission EUTM in dem Sahel-Land.

Die Kooperation mit den russischen Kräften berge die Gefahr »massiver Verbrechen an der Zivilbevölkerung«, sagte Baerbock. Söldner der sogenannten Wagner-Truppe waren von der Regierung in Bamako mit bestimmten Sicherheitsaufgaben betraut worden.

Russlands Präsident Wladimir Putin führe derzeit einen »schweren und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg« gegen die Ukraine, fügte Baerbock hinzu. »Deswegen ist es für uns eine zentrale Frage, ob hier mit russischen Kräften gemeinsam eben die Streitkräfte ausgebildet und gestärkt werden.«

Malis Außenminister bestreitet Kooperation mit russischen Söldnern

Malis Außenminister Abdoulaye Diop bestritt, dass seine Regierung mit russischen Söldnern kooperiere, wie es westliche Regierungen behaupteten. Es gebe eine zwischenstaatliche Zusammenarbeit mit Russland, die Mali fortführen wolle, sagte Diop. »Jeder Partner sollte die Entscheidungen des anderen Partners respektieren«, sagte Diop.

Die EU-Außenminister hatten am Montag beschlossen, Teile ihres Ausbildungseinsatzes in Mali zu stoppen. Dies betrifft die Ausbildung von Einheiten der Streitkräfte und der Nationalgarde des afrikanischen Landes. Ein weiterer Grund ist die Aussetzung der Wahlen durch die Militärregierung. Baerbock forderte eine Rückkehr zu einem demokratischen Reformweg. Es müsse aber nicht nur ein Fahrplan vorgelegt, sondern Reformen auch angegangen werden.

Die Außenministerin betonte, dass sich die EU und Deutschland nicht ganz aus Mali zurückziehen würden. Die Bundeswehr ist dort bisher mit etwa 300 Soldaten an der europäischen Ausbildungsmission EUTM beteiligt. Zudem hat sie aber rund 1000 Soldaten als Teil der Uno-Friedenstruppe Minusma in Mali stationiert. Die Bundestagsmandate laufen im Mai aus.

als/Reuters/AFP
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