Militäreinsatz in Mali Die Franzosen gehen, die Russen kommen

Französische Truppen haben sich zurückgezogen, nun rücken nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters russische Soldaten in Timbuktu ein. Im nordafrikanischen Mali ist auch die Bundeswehr stationiert.
Französische Soldaten in Mali (Archivbild)

Französische Soldaten in Mali (Archivbild)

Foto: THOMAS COEX / AFP

Nach dem Abzug französischer Truppen aus einem Stützpunkt in Timbuktu sind dort nach Angaben der malischen Streitkräfte russische Soldaten eingerückt. Sie sollten einheimische Truppen ausbilden, sagte ein Armeesprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Wie viele Russen in der Stadt im Norden des Landes nun stationiert seien, sagte er nicht. Der russische Einsatz ist im Westen umstritten, da der Nachrichtenagentur Reuters zufolge auch Söldner der Wagner-Gruppe beteiligt sein könnten. Die Militärregierung in Mali weist dies zurück. Eine Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums lag zunächst nicht vor.

Der französische Abzug aus der Basis in Timbuktu war Teil einer allgemeinen Truppenreduktion. Mali wird gegenwärtig vom Militär regiert, die versprochene Rückkehr zur Demokratie bleibt aus. In dem afrikanischen Land kämpfen malische und ausländische Streitkräfte sowie Uno-Friedenstruppen gegen Aufständische, die mit der Extremistenmiliz »Islamischer Staat« (IS) und al-Qaida in Verbindung stehen. Durch deren Angriffe wurden in den vergangenen Jahren Tausende Zivilisten getötet, Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Die Bundeswehr hat 1050 Soldaten als Teil der Uno-Friedenstruppe Minusma in Mali stationiert. Weitere knapp 350 Soldaten aus Deutschland sind an einer europäischen Ausbildungsmission beteiligt.

wal/Reuters
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