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Ende der »Operation Barkhane« Macron kündigt Truppenabzug aus Sahelzone an

Seit 2013 sind französische Soldaten in der Sahelzone in Afrika stationiert. Doch die Ausbreitung von islamistischen Gruppen konnte das nicht stoppen. Frankreichs Präsident will den Einsatz jetzt »grundlegend umbilden«.
Französische Soldaten, die einen viermonatigen Einsatz in der Sahelzone beendet haben, gehen an Bord eines C130-Transportflugzeugs der US-Luftwaffe, um ihre Basis in Gao zu verlassen

Französische Soldaten, die einen viermonatigen Einsatz in der Sahelzone beendet haben, gehen an Bord eines C130-Transportflugzeugs der US-Luftwaffe, um ihre Basis in Gao zu verlassen

Foto: Uncredited / dpa

Nach dem Putsch in Mali hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Ende des französischen Militäreinsatzes in der Sahelzone in seiner bisherigen Form angekündigt. Die Mission Barkhane solle durch eine internationale Allianz gegen Islamisten abgelöst werden, sagte Macron am Donnerstag in Paris im Vorfeld der Gipfeltreffen der G7- und der Nato-Staaten. Macron sprach von einer »grundlegenden Umbildung« des französischen Einsatzes mit bisher 5100 Soldaten.

Macron kündigt während des G7-Gipfels ein »Ende der Opération Barkhane« in der Sahelzone an

Macron kündigt während des G7-Gipfels ein »Ende der Opération Barkhane« in der Sahelzone an

Foto: Pascal Rossignol / EPA

Der Präsident kündigte die Schließung französischer Militärbasen in der Sahelzone an. Einen konkreten Zeitplan für den französischen Teilabzug nannte er nicht. Über die künftige militärische Aufstellung werde er nun mit den Partnern in Afrika, Europa und anderen Ländern beraten. Bereits vor einer Woche hatte Frankreich die gemeinsamen Militäreinsätze mit Mali vorübergehend ausgesetzt.

Macron betonte, er sehe die Zukunft des französischen Engagements im Rahmen der sogenannten Takuba-Truppe, in der »hunderte französische Soldaten« das Rückgrat bilden sollten. Priorität hätten Spezialkräfte, »die gegen den Terrorismus kämpfen«. Zu der europäischen Eingreiftruppe in der Sahelzone gehören bisher rund 600 Soldaten, von denen rund die Hälfte aus Frankreich stammen. Auch Schweden, Tschechien und Estland sind beteiligt.

Merkel hält an Bundeswehreinsatz fest

Frankreich hatte den Kampfeinsatz Barkhane gegen Dschihadisten in der Sahelzone vor acht Jahren begonnen. Die Mission hat die Ausbreitung islamistischer Gruppen in der Region jedoch nicht stoppen können. Die Mission geht auf eine Militärintervention im Januar 2013 zurück, mit der Paris das Vorrücken von Dschihadisten in Mali stoppen wollte.

Deutschland beteiligt sich mit bis zu 1700 Bundeswehrsoldaten an Ausbildungs- und Stabilisierungsmissionen der EU und der Uno in Mali. Auch in der Bundesrepublik wird der gefährliche Einsatz aber inzwischen infrage gestellt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ein Ende der Missionen Ende Mai ungeachtet des Putsches in Mali vorerst ausgeschlossen.

mjm/AFP