Einsatz in Mali Frankreichs Militär tötet offenbar al-Qaida-Anführer

Die französischen Streitkräfte in Mali haben nach eigenen Angaben bereits Ende Februar einen hochrangigen Terroristen getötet. Die Uno teilte mit, dass am Montag zwei Blauhelmsoldaten bei einem Anschlag ums Leben kamen.
Französische Soldaten in Gao, Mali

Französische Soldaten in Gao, Mali

Foto: Uncredited / dpa

Französische Streitkräfte haben im westafrikanischen Krisenstaat Mali einen Anführer der Terrorgruppe al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) getötet. Dies teilte die Armee auf Twitter mit. Der Mann namens Yahia Djaouadi sei in der Nacht auf den 26. Februar etwa 100 Kilometer nördlich von Timbuktu bei einem Bodeneinsatz von Soldaten getötet worden.

Die islamistische Gruppierung wurde 1998 in Algerien gegründet. Mittlerweile ist sie auch in Mali, Burkina Faso und Niger aktiv. 2006 schwor sie al-Qaida die Treue. Djaouadi war zeitweise militärischer Berater des Chefs der Terrorgruppe.

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Wie die Uno mitteilte, sind am Montag zwei Blauhelmsoldaten in dem westafrikanischen Binnenstaat bei einem Sprengstoffangriff getötet worden. »Heute Morgen ist ein Minusma-Logistik-Konvoi nördlich von Mopti auf eine improvisierte Sprengvorrichtung gestoßen«, erklärte der Sprecher der Mission, Olivier Salgado, auf Twitter. »Nach ersten Informationen kamen bei der Explosion zwei Blauhelme ums Leben, vier weitere wurden verletzt.«

Minusma-Chef El-Ghassim Wane »verurteilt diesen Angriff energisch«, fügte Salgado hinzu. »Er erinnert daran, dass Angriffe auf Friedenssoldaten der Vereinten Nationen nach internationalem Recht Kriegsverbrechen sein können.« Die malischen Behörden müssten nun Aufklärung leisten und die Verantwortlichen vor Gericht bringen.

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Salgado machte zunächst keine Angaben zur Nationalität der betroffenen Soldaten. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen soll es sich um ägyptische Soldaten handeln. Die Bundeswehr ist in Mali derzeit mit bis zu 1700 Soldaten insgesamt an der EU-Ausbildungsmission EUTM und an der Uno-Mission Minusma beteiligt.

Frankreich hatte im Februar das Ende seines Einsatzes in Mali angekündigt und dabei vor allem Differenzen mit der Militärjunta in Bamako geltend gemacht. Die Entscheidung könnte Diplomaten zufolge mittelfristig auch das Ende des Einsatzes anderer Länder wie Deutschland und Großbritannien zur Folge haben. Bisher erhielt die Uno-Mission umfangreiche Luft- und medizinische Unterstützung durch den französischen Einsatz.

Im Juni steht eine Verlängerung des Minusma-Einsatzes um ein weiteres Jahr an. Das aktuelle Bundeswehrmandat für Mali endet am 31. Mai.

In Mali begann 2012 eine islamistische Aufstandsbewegung, die sich dann in die Nachbarstaaten Burkina Faso und Niger ausweitete. In dem Konflikt wurden mehrere Tausend Soldaten und Zivilisten getötet, zwei Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Die politische Lage ist instabil. Die aktuelle Militärregierung will erst in einigen Jahren wieder Wahlen abhalten.

svs/dpa

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