Afrikanischer Krisenstaat Islamisten greifen französisches Militärcamp in Mali an

Die Terroristen attackierten mit Granatwerfern: Ein Soldat der französischen Armee ist bei einem Angriff von Islamisten in Mali gestorben. Paris hat bereits angekündigt, seine Militärpräsenz in dem Land zu reduzieren.
Französische Soldaten patrouillieren in Mali

Französische Soldaten patrouillieren in Mali

Foto: PASCAL GUYOT/ AFP

Bei einem Granatwerferangriff von Terroristen auf ein Militärlager in Mali ist ein französischer Soldat gestorben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach der Familie des Toten sein Beileid aus, wie es in einer Mitteilung des Élyséepalasts hieß.

Der Angriff auf das Camp der französischen Operation »Barkhane« in Gao habe sich am Samstagnachmittag ereignet. Nach Angaben des Generalstabs der französischen Armee erlitt der Soldat dabei schwere Verletzungen, denen er trotz medizinischer Notversorgung schließlich erlag. Eine Hubschrauberpatrouille sei beauftragt worden, die Terroristen, die die Attacke verantwortet hätten, zu »neutralisieren«.

Frankreich will Soldatenzahl in Mali reduzieren

Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist in Westafrika massiv im Einsatz gegen Islamistenmilizen aktiv; Mali ist ein Schwerpunkt. Die Operation »Barkhane« umfasst bis zu 5100 Soldaten. Mit einer Neuausrichtung seiner Präsenz in der Region und dem Ende von »Barkhane« will Frankreich die Truppenstärke langfristig auf 2500 bis 3000 Kräfte reduzieren. Auch die Bundeswehr hat in Mali mehrere Hundert Soldaten stationiert.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht lehnt einen Rückzug der Bundeswehr aus Mali ab. »Wir werden nicht weichen, so einfach machen wir es den Russen nicht«, sagte die SPD-Politikerin der »Welt am Sonntag«. »Moskau wird es nicht gelingen, über die Entsendung von Söldnern den Westen quasi automatisch überall dort zum Rückzug zu bewegen, wo Russland uns nicht sehen will.«

Die US-Armee sieht zudem die Präsenz von Kämpfern der berüchtigten russischen Söldnergruppe Wagner in Mali als erwiesen an. Nach derzeitigen Erkenntnissen seien »mehrere Hundert« der Söldner in dem Land, sagte der Leiter des Afrika-Kommandos des US-Militärs, Stephen Townsend, am Freitag in einem Interview mit dem Sender Voice of America. Er widersprach damit der malischen Regierung, die die Präsenz der Söldner bestreitet.

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem jüngsten Putsch im vergangenen Mai führt eine militärische Übergangsregierung das Land. lslamistische Terrorgruppen sind seit Jahren in Mali aktiv.

muk/dpa