Westafrikanischer Krisenstaat Malis früherer Präsident Keïta gestorben

Er regierte das Land von 2013 bis 2020 und damit in einer Zeit großer Instabilität. Nun ist Malis früherer Präsident Ibrahim Boubacar Keïta tot. Er starb im Alter von 76 Jahren.
Malis Ex-Präsident Keïta im Juni 2020

Malis Ex-Präsident Keïta im Juni 2020

Foto: POOL / REUTERS

Malis früherer Präsident Ibrahim Boubacar Keïta ist tot. Das berichten offizielle Stellen und Staatsmedien des Landes. Keïta, der das Land bis 2020 regierte, starb am Sonntagmorgen im Alter von 76 Jahren nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Keïtas Familie in seinem Haus in der Hauptstadt Bamako. Die Familie machte demnach keine Angaben zur Todesursache.

Von 1994 bis 2000 war Keïta Ministerpräsident unter dem ersten demokratisch gewählten Präsidenten Alpha Oumar Konaré. Ins höchste Staatsamt gelangte er selbst im Jahr 2013, entmachtet wurde er im Jahr 2020 durch einen Putsch.

Damit fiel Keïtas Amtszeit in die Phase der starken Instabilität, die die politische Situation Malis seit 2012 prägt. In Mali hatte es in den vergangenen zwei Jahren zwei Militärputsche gegeben. Zunächst stürzten im August 2020 Militärs unter Führung von Oberst Assimi Goïta den damaligen Präsidenten Keïta. Im Mai 2021 setzte Goïta dann die zivile Spitze einer Übergangsregierung ab und ernannte sich selbst zum Übergangspräsidenten.

Die politische Situation in dem Land ist seit 2012 von starker Instabilität geprägt; eine wichtige Rolle spielt dabei dschihadistisch motivierte Gewalt. Damals brach im Norden des Landes ein Konflikt aus, der sich über ganz Mali ausgebreitet hat. Damals verbündeten sich Islamisten aus Nordafrika mit Tuareg; es kam zu einem Aufstand, rasch brachten die Milizen die nördlichen Regionen des Landes unter ihre Kontrolle. Später sprang der Konflikt auf Zentralmali und die Nachbarländer Burkina Faso und den Niger über.

An der Seite der malischen Armee kämpfen ausländische Streitkräfte sowie Uno-Friedenstruppen gegen die Aufständischen. Durch deren Angriffe wurden in den vergangenen Jahren Tausende Zivilisten getötet, Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Bundeswehr hat 1050 Soldaten als Teil der Uno-Friedenstruppe Minusma in Mali stationiert. Weitere knapp 350 Soldaten aus Deutschland sind an einer europäischen Ausbildungsmission beteiligt.

Anfang Januar war bekannt geworden, dass nach dem Abzug französischer Truppen aus einem Stützpunkt in Timbuktu nach Angaben der malischen Streitkräfte russische Soldaten eingerückt sind. Darunter sollen auch Söldner der Wagner-Gruppe sein.

fdi/AFP

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