Mali Militärjunta sagt Übergangsregierung für 18 Monate zu

Einigung nach drei Tagen Verhandlung: In Mali soll nach einer Übergangsphase von eineinhalb Jahren wieder gewählt werden. Solang wird wohl die Militärjunta den Präsidenten bestimmen.
Der Anführer der Militärjunta, Assimi Goita, vor Gesprächen Ende August

Der Anführer der Militärjunta, Assimi Goita, vor Gesprächen Ende August

Foto: ANNIE RISEMBERG / AFP

Nach dem Putsch in Mali hat die Militärjunta zugesagt, für 18 Monate eine Übergangsregierung zu installieren, bis eine Wahl abgehalten werden soll. Dies sei das Ergebnis von dreitägigen Gesprächen zwischen Militärs, Politikern und Vertretern der Zivilgesellschaft, teilte der Anführer der Militärjunta, Assimi Goita, in der Hauptstadt Bamako mit.

Soldaten der malischen Armee hatten am 18. August einen Militärstützpunkt nahe Bamako besetzt und Präsident Ibrahim Boubacar Keita gefangen genommen. Dieser verkündete nach seiner Festnahme und unter dem Druck der Militärs seinen sofortigen Rücktritt und die Auflösung des Parlaments.

Ursprünglich hatte die Junta eine zweijährige Übergangsphase gefordert. Westafrikanische Anführer hatten sich hingegen für eine schnelle Rückkehr zu einer Regierung aus Zivilisten ausgesprochen.

Ziel der nun vereinbarten "Charta" sei ein "neues, demokratisches, laizistisches" Mali, sagte Militärjunta-Anführer Goita. Er hoffe, dass die internationale Gemeinschaft diesen Prozess wohlwollend begleiten werde.

Opposition will Rolle bei Übergang zu Zivilregierung

Der Sprecher der Verhandlungen, Moussa Camara, sagte der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, dass der Interimspräsident laut der "Charta" ein Zivilist oder ein Soldat sein könne. Er werde von Wahlmännern gewählt, die die Militärjunta bestimme.

Die Oppositionsbewegung 5. Juni hatte vor dem Putsch den Rücktritt von Präsident Keita gefordert und immer wieder Massenproteste gegen ihn organisiert. Die Bewegung forderte nun von der Junta, ihr eine Rolle beim Übergang zu einer Zivilregierung zu geben. Wie diese genau aussehen soll, war am Samstag aber zunächst noch unklar.

Ex-Präsident Keita stand schon seit geraumer Zeit unter Druck, weil es ihm unter anderem nicht gelungen war, die seit 2012 andauernden Angriffe von Islamisten vor allem im Norden des Landes unter Kontrolle zu bringen.

kko/AFP/Reuters
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