Trotz Frankreichs Rückzug Uno-Sicherheitsrat verlängert Mali-Einsatz um weiteres Jahr

Seit 2013 sind Truppen der Uno-Mission in Mali stationiert. Trotz Frankreichs Rückzug aus der Region wurde der Einsatz nun um ein Jahr verlängert. Deutschland behält sich den Rückzug vor – falls die Lage im Land eskaliert.
Bundeswehrsoldaten beim Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock in Mali

Bundeswehrsoldaten beim Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock in Mali

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat eine Verlängerung der Uno-Mission in Mali (Minusma) um ein weiteres Jahr beschlossen – auch ohne französische Luftunterstützung. Für eine Verlängerung des Einsatzes bis Ende Juni 2023 stimmten am Mittwoch in New York 13 der 15 Mitgliedstaaten des wichtigsten Uno-Gremiums. Russland und China enthielten sich. Die Zahl der Einsatzkräfte – knapp 13.300 Soldaten und 1920 Polizisten – bleibt unverändert.

An dem 2013 begonnenen Mali-Einsatz der Uno sind bis zu 1400 Bundeswehr-Soldaten beteiligt. Der Einsatz gilt als der gefährlichste der Bundeswehr. Der Bundestag hatte das Mandat für die Mission Minusma im Mai zwar um ein Jahr verlängert , allerdings wurde dabei auch eine Rückzugsklausel beschlossen, wenn die Sicherheit vor Ort nicht mehr gewährleistet ist.

Uno-Einsatz fehlen bald französische Kampfhubschrauber

Hintergrund ist der angekündigte Rückzug Frankreichs aus Mali. Dadurch fehlen dem Einsatz insbesondere Kampfhubschrauber. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) schloss vor einer Woche einen Abzug der Bundeswehr aus dem Uno-Einsatz in Mali nicht aus, wenn die Vereinten Nationen den »bestmöglichen Schutz« der deutschen Soldatinnen und Soldaten nicht mehr gewährleisten könnten.

Mali wird seit Jahren von dschihadistischer Gewalt heimgesucht. 2012 hatte im Land ein islamistischer Aufstand begonnen, der sich auch auf die Nachbarstaaten Burkina Faso und Niger ausweitete. In dem Konflikt wurden bereits mehrere Tausend Soldaten und Zivilisten getötet sowie zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Der schlecht ausgerüsteten Armee Malis, das seit 2020 von einer Militärregierung geführt wird, werden immer wieder Menschenrechtsverstöße vorgeworfen.

Erst vergangene Woche hatten radikale Islamisten der Militärregierung in Mali zufolge bei mehreren Angriffen insgesamt 132 Zivilisten getötet. Unter anderem seien drei Dörfer in der Mopti–Region von Mitgliedern der Katiba-Macina-Gruppe attackiert worden, hieß es in einer Erklärung der Regierung, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Kämpfer der islamistischen Miliz mit Verbindung zur Terrororganisation al-Qaida soll nach Uno-Angaben auch für Dutzende Anschläge und Hinterhalte gegen malische Soldaten verantwortlich sein.

muk/AFP/Reuters
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