Festnahme in den USA Mann soll Attentat auf Joe Biden angekündigt haben – »im Namen Jesu«

Er bezeichnete US-Präsident Biden als »Antichrist«, dem er »eine tödliche Kopfwunde« zufügen werde: Mit diesen Aussagen fiel ein Mann bei Facebook auf. Der Secret Service griff auf einem Parkplatz zu.
Mitarbeiter des Secret Service flankieren US-Präsident Joe Biden (Am 25. Januar 2022)

Mitarbeiter des Secret Service flankieren US-Präsident Joe Biden (Am 25. Januar 2022)

Foto: SAUL LOEB / AFP

Drohungen gegen Spitzenpolitiker kommen nicht erst seit der jüngsten Polarisierung der politischen Lager in den USA vor. Meist bleibt es bei Beiträgen in den Echokammern der sozialen Netzwerke. Werden die Drohungen jedoch allzu konkret, greifen die Behörden ein – wie in einem aktuellen Fall im Bundesstaat Maryland.

Wie unter anderem der britische »Guardian« berichtet , griff der Secret Service am Wochenende auf dem Parkplatz eines Restaurants in Hagerstown zu. Die Strafverfolgungsbehörde ist unter anderem direkt für den Schutz des US-Präsidenten verantwortlich.

Der Verdächtige aus dem Bundesstaat Kansas hatte mit kruden Aussagen bei Facebook auf sich aufmerksam gemacht. Laut dem »Guardian« bezeichnete er US-Präsident Joe Biden als »Antichrist«, der »eine tödliche Kopfwunde« davontragen werde. »Ich werde den Schlag im Namen Jesu ausführen«, schrieb der Mann weiter.

Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, hatte der Verdächtige seine Drohungen auch auf anderem Weg publik gemacht. So habe er am vergangenen Dienstag in dem Ort Independence (Bundesstaat Kansas) bei der Polizei angerufen. Dabei habe er erklärt, dass er sich auf den Weg in die Bundeshauptstadt machen wolle.

Daraufhin habe der Secret Service bei dem Mann nachgefragt. In diesem Gespräch habe er gedroht, »der Schlange im Herzen dieses Landes den Kopf abzuschlagen«. Auf Nachfrage habe er zwar verneint, dass er damit Joe Biden meine. Seine vorherigen Facebook-Posts sprachen indes eine andere Sprache.

Keine Waffen bei Zugriff sichergestellt

Nach seiner Festnahme in Maryland sei bei dem Mann Munition und ein starkes Fernrohr sichergestellt worden. Waffen habe man aber nicht gefunden, hieß es von den Behörden.

Seit der Amtszeit von Ex-Präsident Donald Trump hat sich die Rhetorik vor allem im republikanischen Lager deutlich verschärft . Immer wieder gibt es von den Behörden Warnungen, dass sich bestimmte Teile der Wählerschaft von den teils drastischen Aussagen zu tatsächlichen Übergriffen auf Politiker animiert fühlen könnten.

In Washington läuft in diesem Zusammenhang derzeit eine Untersuchung zu den Vorfällen des 6. Januar 2021. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem die Frage, ob Trump seine Anhänger mit einer Rede zu dem tödlichen Angriff auf das US-Kapitol angestachelt hatte. Trump selbst hatte sich wegen dieser Vorwürfe einem Impeachmentverfahren stellen müssen – war aber mit den Stimmen seiner eigenen Partei freigesprochen worden.

jok