Marsch auf Washington "Genug ist genug"

Tausende Menschen haben in Washington, D.C., gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Sie versammelten sich vor dem Lincoln-Memorial, wo vor 57 Jahren Martin Luther King seine Rede "I have a Dream" hielt.
DER SPIEGEL

57 Jahre nach Martin Luther Kings legendärer Rede haben Tausende am Lincoln Memorial in Washington gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. Die Veranstaltung verlief friedlich. 

Auch Angehörige der Opfer von Polizeigewalt hielten  eindrückliche Reden. 

Jacob Blake Senior, Vater von Jacob Blake 

"Es gibt zwei Rechtssysteme in den Vereinigten Staaten. Ein weißes System und ein schwarzes System. Dem schwarzen System geht es nicht so gut. Aber wir werden aufstehen." 

Philonise Floyd, Bruder von George Floyd 

"Ich wünschte, George wäre jetzt hier, um das zu sehen. Ich marschiere für ihn. Ich marschiere für George. Für Breonna (Taylor). Für Ahmaud (Arbery). Für Jacob (Blake). Für Pamela Turner. Für Michael Brown. Für Treyvon (Martin). Und für alle anderen, die ihr Leben an das Böse verloren haben." 

Einige der Teilnehmer waren zu Fuß in die US-Hauptstadt gelaufen. Bis zu drei Wochen waren sie unterwegs gewesen. 

Demonstrantin 

"Ich habe Angst. Ich habe einen jungen schwarzen Sohn, ich habe junge schwarze Familienmitglieder. Es ist beängstigend, seine Kinder hinauszuschicken. Sie müssen diesen speziellen Umgang mit Polizisten beherrschen. Sie müssen sicherstellen, dass sie nett sind, dass Sie "Ja, Sir" und "Nein, Sir" sagen und darauf achten, dass sie keine plötzlichen Bewegungen machen, die Hände hochhalten und alles tun, damit sie einfach wieder nach Hause kommen können." 

Zu der Kundgebung aufgerufen hatte der Bürgerrechtler Al Sharpton gemeinsam mit mehreren Bürgerrechtsorganisationen. 

Al Sharpton, Bürgerrechtler 

"Wenn wir jeden Tag marschieren, wenn wir jeden Tag abstimmen, werden wir Ihre Knie von unserem Hals bekommen. Genug ist genug."