Melania Trump über Rückkehr ins Weiße Haus »Sag niemals nie«

So richtig warm schien Melania Trump nie mit der Rolle als First Lady geworden zu sein. Nun gab sie ihr erstes längeres Interview seit dem Abschied – und sprach über ein eventuelles Comeback.
Melania Trump (Archivbild)

Melania Trump (Archivbild)

Foto: Michael Brochstein / dpa

Die ehemalige First Lady der USA, Melania Trump, schließt eine Rückkehr ins Weiße Haus nicht aus. »Sag niemals nie«, sagte die 52-Jährige am Sonntag (Ortszeit) dem Sender Fox News. Die Ehefrau von Ex-Präsident Donald Trump antwortete auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, dass die Regierungszentrale in der US-Hauptstadt Washington noch einmal ihr Zuhause werden könnte.

Es war das erste längere Interview dieser Art mit der ehemaligen First Lady seit ihrem Auszug aus dem Weißen Haus. Ihr Ehemann gilt als aussichtsreichster Anwärter der Republikaner für eine Kandidatur für das Weiße Haus in zwei Jahren.

Ihr und ihrer Familie gehe es aktuell sehr gut, sagte Trump in dem Interview weiter. »Das Leben ist großartig und hält einen auf Trab.« First Lady der Vereinigten Staaten gewesen zu sein, sei ihre »größte Ehre« gewesen, so Trump. »Ich habe es genossen, mich um das Weiße Haus zu kümmern. Es war eine Zeit lang mein Zuhause.« Auch die Stadt Washington habe ihr gefallen.

Die ehemalige First Lady hatte sich nach dem Abschied ihres Mannes aus dem Weißen Haus in der Öffentlichkeit sehr rar gemacht. Sie hat zuletzt mit dem Verkauf von Non-Fungible Tokens (NFT) – also digital geschützten Originalen – auf ihrer Website begonnen. Sie hatte angekündigt, dass ein Teil der Erlöse Kindern zugutekommen solle.

Das Hadern mit der sehr öffentlichen Rolle

Im öffentlichen Leben der USA nimmt die First Lady, auch Flotus genannt, eine nicht zu unterschätzende Funktion ein. Die Frau des US-Präsidenten ist nicht nur Ehepartnerin und oft Mutter, sondern spiegelt auch die Werte ihrer Nation wider, im Idealfall dehnt sie den Möglichkeitsraum und lebt vor, welche Vorstellungen von Weiblichkeit in den Köpfen von Millionen Mädchen und Frauen regieren. Sie kann Maßstäbe setzen. Alles im Weißen Haus ist so übergroß, dass die ganze Welt hinschaut.

Melania Trump sprach selten öffentlich, und wenn sie sich äußerte, las sie wohlformulierte Worte vom Blatt ab, die man eine Sekunde später wieder vergessen hatte. Als First Lady hinterlässt sie nur Bilder.

Nahezu über ihre gesamte Zeit im Weißen Haus wurde spekuliert, dass sie mit ihrer Rolle als First Lady hadern könnte. Indizien gab es genug: Zum Start zog sie fünf Monate lang nicht mit ins Weiße Haus ein. Schon am Tag der Inauguration blickte sie düster. Beim traditionellen Tanz am Abend hielt sie, wozu beim Paartanz einiges gehört, maximale Distanz zu ihrem Mann.

Im Verlauf ihrer Amtszeit wurde es nicht unbedingt besser: Beim Staatsbesuch in Israel 2017 wirkte es, als schlüge sie die Hand ihres Ehemanns weg. Im August 2020 wiederholte sich die Szene beim Aussteigen aus der Präsidentenmaschine.

jok/dpa