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Spanische Exklave Dutzende Menschen überwinden Grenzzaun nach Melilla

Nicht nur nach Ceuta zieht es etliche Geflüchtete aus Afrika. Mehrere Hundert Menschen sollen nun versucht haben, in die ebenfalls spanische Exklave Melilla zu gelangen. Einige waren erfolgreich.
Grenzzaun zur spanischen Enklave Melilla

Grenzzaun zur spanischen Enklave Melilla

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Artur Widak / ZUMA Press / imago

Nach den dramatischen Bildern aus Ceuta verzeichnet eine weitere spanische Exklave eine steigende Zahl an Flüchtlingen. Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die lokalen Behörden berichtet, haben 86 Geflüchtete die etwa 200 Kilometer östlich von Ceuta gelegene Exklave Melilla erreicht, indem sie über einen Grenzzaun kletterten. Demnach handelt es sich um 85 Männer und eine Frau.

Den Behörden zufolge versuchten am Dienstagmorgen mehr als 300 Menschen aus Afrika, den Zaun zu überwinden. Die Behörden hätten rund 200 Personen zurückzuhalten.

Hunderte Menschen aus Ceuta bereits wieder abgeschoben

Am Montag hatten rund 6000 Menschen von Marokko aus die spanische Exklave Ceuta erreicht. Wie ein Sprecher der spanischen Behörden in Ceuta mitteilte, gelangten binnen eines Tages noch nie so viele Migranten auf das spanische Territorium an der nordafrikanischen Küste. Am Mittag teilte Spaniens Innenminister mit, rund 2700 Personen seien zurück nach Marokko gebracht worden.

Einige hätten die Exklave mit Schwimmringen oder in kleinen Schlauchbooten erreicht, hieß es. An einigen Stellen hätten die Migranten bei Ebbe auch zu Fuß gehen können, andere wiederum überquerten die Landgrenze. Die Behörden der Exklave konnten nicht mehr tun, als Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Ein Mensch kam ums Leben.

Hunderte Erwachsene sollen nun in einem Fußballstadion untergebracht werden, etliche wurden nach spanischen Angaben inzwischen bereits wieder abgeschoben. Die zahlreichen Minderjährigen wurden in andere Auffanglager gebracht.

Spanien will offenbar Militär zum Grenzschutz entsenden

Ceuta und Melilla haben die einzige Landgrenze der Europäischen Union mit Afrika. Sie sind deshalb regelmäßig Ziel von Geflüchteten aus allen Regionen des Kontinents.

Spaniens Militär will nach dem großen Andrang an der Grenze zu Ceuta offenbar Soldaten in die Exklave entsenden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Quelle im spanischen Innenministerium. Ein Sprecher der Verwaltung Ceutas bestätigte dies demnach. Die Soldaten sollen die Polizei bei der Grenzsicherung unterstützen. Eine Angabe dazu, wie viele Truppen nach Ceuta entsendet werden, gab es zunächst nicht.

DER SPIEGEL

Nach Angaben der Presseagentur dpa wurden am Dienstag vier Radpanzer vor einem Grenzzaun zu Ceuta aufgefahren. Die Polizei setzte zudem Tränengas gegen Personen ein, die Steine in Richtung des Zauns warfen.

fek/AFP/dpa/Reuters