Angegriffen und erschossen Bereits vierter Journalist seit Jahresbeginn in Mexiko getötet

Mexiko gilt als gefährlichstes Land der Welt für Journalisten, nun wurde im Westen des Landes bereits der vierte Reporter in nur vier Wochen ermordet. Sein Recherchegebiet: Korruption in der Politik.
Bilder getöteter Journalistinnen und Journalisten in Ciudad Juarez

Bilder getöteter Journalistinnen und Journalisten in Ciudad Juarez

Foto: JOSE LUIS GONZALEZ / REUTERS

Das Jahr ist vier Wochen alt, da ist in Mexiko bereits ein vierter Journalist getötet worden. Roberto Toledo wurde am Montag in der Stadt Zitácuaro von drei Personen angegriffen und erschossen, wie Armando Linares, der Chef des lokalen Nachrichtenportals »Monitor Michoacán«, für das Toledo arbeitete, in einem Video auf Facebook mitteilte.

Mitarbeiter des Onlineportals aus dem westmexikanischen Bundesstaat Michoacán erhielten schon seit Monaten Drohungen, sagte Linares. Toledo sei wegen Enthüllungen von »Monitor Michoacán« über Korruption in der Politik ermordet worden. Die Regierung verurteile die Tat, schrieb ein Sprecher des Präsidialamtes auf Twitter.

Vor Toledo waren in diesem Jahr bereits zwei andere Journalisten und eine Reporterin getötet worden : Vor wenigen Tagen war die Journalistin Lourdes Maldonado in ihrem Auto in Tijuana mit mehreren Schüssen ins Gesicht getötet worden. Ebenfalls in Tijuana wurde zuvor der Fotoreporter Margarito Martínez beim Verlassen seines Zuhauses erschossen. Eine Woche zuvor war José Luis Gamboa, der Direktor eines Onlineportals, in der ostmexikanischen Stadt Veracruz getötet worden – Berichten zufolge mit einer Stichwaffe.

Mehr Getötete als in Afghanistan

Mexiko war im vergangenen Jahr nach einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen das dritte Jahr in Folge das gefährlichste Land für Journalistinnen und Journalisten. In keinem anderen Land, das sich nicht im Krieg befindet, werden so viele Reporter ermordet. Demnach wurden in dem nordamerikanischen Staat im Jahr 2021 sieben Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet – an zweiter Stelle lag Afghanistan mit sechs solcher Fälle.

Nach Angaben der Regierung werden mehr als 90 Prozent der Angriffe und Morde an Journalisten und Aktivisten in Mexiko nicht bestraft. Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador verunglimpft kritische Journalisten immer wieder öffentlich als Lügner.

mrc/dpa

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