337 weibliche Todesopfer im April Zahl ermordeter Frauen in Mexiko erreicht neuen Höchststand

Im April sind in Mexiko mehr Frauen ermordet worden als in jedem anderen Monat in den vergangenen fünf Jahren. Knapp ein Fünftel davon wurde mutmaßlich Opfer eines Femizids.
Frauen protestieren am Internationalen Frauentag in Mexiko-Stadt gegen Gewalt und Tötungen

Frauen protestieren am Internationalen Frauentag in Mexiko-Stadt gegen Gewalt und Tötungen

Foto:

Eduardo Verdugo/ dpa

Im April sind in Mexiko mehr Frauen ermordet worden als in jedem anderen Monat in den vergangenen fünf Jahren. Mexikos Amt für öffentliche Sicherheit zählte in einer am Montag veröffentlichten Statistik  337 Frauen, die im vergangenen Monat mutmaßlich Opfer von Morden wurden. Eine höhere Zahl gab es bisher in keinem Monat seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2015.

In 70 Fällen wurde den Angaben zufolge im April eine Frau mutmaßlich Opfer eines Femizids, also eines geschlechtsspezifischen Mordes. Die Zahl der Mordopfer insgesamt sank im Vergleich zum März um 1,9 Prozent auf 3020.

Ein Anstieg der registrierten Fälle von Gewalt gegen Frauen sowie mehrere besonders brutale Frauenmorde hatten bereits vor einigen Monaten in Mexiko Entrüstung ausgelöst. Am Weltfrauentag am 8. März gingen Zehntausende Frauen in Mexiko-Stadt auf die Straße. Mexikanische und internationale Organisationen warnten vor einem weiteren Anstieg der Gewalt gegen Frauen, als die Regierung die Menschen seit Ende März aufforderte, wegen der Coronavirus-Pandemie zu Hause zu bleiben.

Im vergangenen Jahr wurden in dem nordamerikanischen Land rund 3800 Morde an Frauen registriert. Ein knappes Drittel wurde als Femizide eingestuft. In den ersten vier Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Frauenmorde um 7,9 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum im vergangenen Jahr. Im Jahr 2012 hat Mexiko den Straftatbestand Femizid eingeführt, um geschlechtsspezifische Morde besser zu erfassen.

2019 sind fast 35.000 Menschen in Mexiko ermordet worden - so viele wie noch nie seit Beginn der systematischen Erfassung der Fälle. Zehntausende gelten zudem als vermisst. Die Mordrate des Gesamtjahres entsprach demnach durchschnittlich 95 Morden pro Tag.

Das Land hat seit Jahren ein massives Problem mit Gewaltkriminalität. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. 

ngo/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die zeitgleiche Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten