Gescheiterte Kampagne Blitzwahlkampf hat Michael Bloomberg eine Milliarde US-Dollar gekostet

Er hatte Hunderte Millionen für TV-Werbung ausgegeben - und musste trotzdem nach dem "Super Tuesday" aussteigen. Der Ausflug ins Feld der demokratischen Präsidentschaftsanwärter war für Michael Bloomberg ein teurer Spaß.
Michael Bloomberg: Kostspielige drei Monate

Michael Bloomberg: Kostspielige drei Monate

Foto: GEORGE FREY/ AFP

Immerhin in Amerikanisch-Samoa konnte Michael Bloomberg am Super Tuesday punkten. Vier Delegierte holte der Ex-Bürgermeister von New York in dem US-amerikanischen Außengebiet am 3. März. Das war es allerdings auch schon an guten Neuigkeiten. Ansonsten schnitt Bloomberg an diesem vorentscheidenden Wahltag so schlecht ab, dass er kurz darauf seine Kandidatur für die demokratische Präsidentschaftsnominierung aufgab.

Zuvor allerdings hat Bloomberg innerhalb von gut drei Monaten rund eine Milliarde Dollar (920 Millionen Euro) für seine Bewerbung ausgegeben. Das ging am Montag aus einem Bericht der Wahlkommission zur Finanzierung der Kampagne bis einschließlich März hervor. Der Multimilliardär hatte seinen Wahlkampf selbst finanziert und keine Spenden angenommen.

Bloomberg (78) war Anfang März nach enttäuschenden Ergebnissen bei den Vorwahlen nach nur gut drei Monaten aus dem Rennen um die Kandidatur ausgestiegen. Er hatte Hunderte Millionen US-Dollar für Fernsehwerbung ausgegeben - weit mehr als alle anderen Bewerber.

Nach dem jüngsten Ausscheiden des linken Senators Bernie Sanders ist der frühere Vizepräsident Joe Biden (77) inzwischen der designierte Kandidat der Demokraten. Er wird am 3. November gegen US-Präsident Donald Trump (73) antreten. Bloomberg hat zugesagt, die Demokraten im Wahlkampf finanziell zu unterstützen, um Trump zu schlagen.

Bloomberg, einer der reichsten Menschen der Welt, zählt wie Biden zu den gemäßigten Demokraten der Mitte. Er setzte sich unter anderem für strengere Waffengesetze, den Kampf gegen den Klimawandel, Gesundheitsreformen und bessere Schulen ein. Im Wahlkampf forderte er auch höhere Steuern für Vermögende.

Hat Bloomberg seine Versprechen gebrochen?

Zuletzt gab es mehrfach kritische Medienberichte über Bloomberg, weil er Versprechen gegenüber seinen Wahlkampf-Mitarbeitern zur Lohnfortzahlung und Übernahme der Kosten der Krankenversicherung nicht eingehalten haben soll.

In New York war Bloomberg 2001 zunächst als Republikaner zum Bürgermeister gewählt worden. Er leitete die Stadt durch die schwierigen Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, später dann auch durch die globale Finanzkrise. Er war bis Ende 2013 Bürgermeister der Ostküstenmetropole. Zuletzt schloss sich Bloomberg den Demokraten an und wurde einer der wichtigsten Spender für die Kandidaten und Anliegen der Partei.

jok/dpa