Trumps »Election Deniers« Dutzende von republikanischen »Wahlleugnern« gewinnen bei US-Wahlen

Eine große Gruppe Republikaner hält die US-Wahl von 2020 für gefälscht. Nun holen viele von ihnen Sitze bei den Midterms. Sie könnten für die Demokraten dauerhaft zum Problem werden.
Kari Lake gilt als prominente Wahlleugnerin – und hofft auf den Gouverneurssitz von Arizona

Kari Lake gilt als prominente Wahlleugnerin – und hofft auf den Gouverneurssitz von Arizona

Foto: Brian Snyder / REUTERS

Sie verbreiten bis heute die vielfach widerlegten Falschbehauptung von Ex-Präsident Donald Trump, er sei vor zwei Jahren durch massiven Wahlbetrug um eine zweite Amtszeit gebracht worden: Unter dem Repulikanern hat sich eine einflussreiche Gruppe namens »Election Deniers«, Wahlleugner, gebildet.

Viele von ihnen konnten laut einer Analyse der »Washington Post« nun Sitze bei den US-Zwischenwahlen erobern. Insgesamt zählt die Zeitung 291 republikanische Kandidierende, die an die Falschmeldung des Wahlbetrugs von 2020 glauben. Am Mittwochmorgen haben mindestens 148 von ihnen Plätze im Repräsentantenhaus oder dem Senat – oder einen Gouverneursposten – erobern können.

So hat unter anderem der »Denier« Ron DeSantis in Florida einen klaren Sieg eingefahren. Der neu gewählte Gouverneur gilt als möglicher republikanischer Präsidentschaftskandidat – und innerparteilicher Kontrahent von Donald Trump.

Die neue Macht der Wahlleugner

Die Befürchtung ist nicht nur, dass viele Republikaner sich nach den Midterms weigern könnten, eine mögliche Niederlage einzuräumen. Die Frage ist vor allem, was die Wahlleugner bei Wahlsiegen künftig mit ihrer Macht anstellen könnten. Zumal besonders viele von ihnen in Bundesstaaten wie Arizona, Florida, Georgia, Michigan, Pennsylvania und Wisconsin antreten, die bei Präsidentschaftswahlen als Schlüsselstaaten gelten.

Denn Wahlen für das Weiße Haus werden dezentral von den Bundesstaaten organisiert und die Ergebnisse in einem ersten Schritt auch dort zertifiziert. Sollten republikanische Offizielle sich 2024 weigern, einen möglichen Sieg des demokratischen Kandidaten zu bestätigen – so wie Trump es 2020 letztlich vergeblich verlangt hatte –, könnte das die US-Demokratie in eine neue Krise stürzen.

Nicht immer hilft die Aufstellung besonders radikaler Kandidierender jedoch den Republikanern. Vor allem in Swing States wie Arizona, Michigan und Nevada schneiden die Wahlleugner zum Teil schlecht gegen ihre demokratischen Konkurrentinnen und Konkurrenten ab. So liegt die republikanische Gouverneurskandidatin Kari Lake in Arizona in den Auszählung hinten.

Lake ist eine frühere TV-Nachrichtensprecherin und glühende Trump-Anhängerin. Die telegene 53-Jährige gilt als aufstrebender Star der Republikaner und schürt regelmäßig Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl 2020 – sie hatte angekündigt, nicht zu versprechen, dass sie eine eigene Wahlniederlage im jetzigen Gouverneursrennen akzeptieren würde.

mrc/AFP
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