Früherer US-Vizepräsident Geheime Dokumente in Mike Pence’ Wohnung gefunden

Ein Anwalt des Ex-Vizepräsidenten Mike Pence hat etwa ein Dutzend Geheimakten an das FBI übermittelt. Sie stammen aus dessen Wohnung in Indiana. Der Republikaner hatte zuvor bestritten, geheime Dokumente aufzubewahren.
Vizepräsident der USA unter Donald Trump: Republikaner Mike Pence

Vizepräsident der USA unter Donald Trump: Republikaner Mike Pence

Foto: Stephen M. Dowell / AP

Im Haus des ehemaligen Vizepräsidenten Mike Pence im US-Bundesstaat Indiana wurden vergangene Woche Geheimdokumente entdeckt. »Bei den zusätzlichen Unterlagen scheint es sich um eine kleine Anzahl von Dokumenten mit Verschlusssachenmarkierungen zu handeln, die am Ende der letzten Amtszeit versehentlich in Kisten verpackt und in das Privathaus des ehemaligen Vizepräsidenten gebracht wurden«, schrieb Pence’ Anwalt Greg Jacob bereits vergangene Woche in einem Schreiben an das Nationalarchiv.

Jacob teilte weiter mit, dass »Pence nichts von der Existenz sensibler oder klassifizierter Dokumente in seinem persönlichen Wohnsitz wusste« und dass er »die große Bedeutung des Schutzes sensibler und klassifizierter Informationen« verstehe. Er sei zudem bereit, »vollständig mit dem Nationalarchiv und jeder angemessenen Untersuchung zu kooperieren«.

Ein Sprecher des Justizministeriums lehnte eine Stellungnahme am Dienstag ab, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Das FBI und das Justizministerium haben jedoch bereits eine Untersuchung eingeleitet, berichtete CNN.

Pence hatte Mitnahme von Geheimakten ausgeschlossen

Pence hatte im Sommer infolge des Fundes von Geheimakten in Trumps Anwesen in Mar-a-Lago gesagt, dass er bei seinem Ausscheiden aus dem Amt keine geheimen Dokumente mitgenommen habe. Auf die direkte Frage, ob er bei seinem Ausscheiden aus dem Amt Verschlusssachen aufbewahrt habe, sagte Pence der Nachrichtenagentur AP: »Nein, meines Wissens nicht«.

In den USA ist es nicht erlaubt, vertrauliche Regierungsunterlagen nach dem Ausscheiden aus einem Amt privat zu lagern. Dafür ist das Nationalarchiv zuständig.

Sowohl beim amtierenden US-Präsidenten Joe Biden als auch bei seinem Vorgänger Donald Trump wurden in den vergangenen Monaten Geheimdokumente entdeckt. Beide stehen seitdem massiv in der Kritik. Das Justizministerium behauptet, Trump habe beim Verlassen des Weißen Hauses Anfang 2021 Hunderte von als geheim gekennzeichneten Unterlagen mitgenommen und sich monatelang der Aufforderung widersetzt, sie der Regierung zurückzugeben. Biden hatte die Dokumente bereitwillig ausgehändigt, sobald sie gefunden wurden. Dennoch belastet das Thema auch Biden und seine Berater schwer.

col/AP/Reuters

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.