Coronavirus Mehrere Mitarbeiter von US-Vizepräsident Pence positiv getestet

Auch in der Schlussphase ist der US-Wahlkampf von Corona geprägt. Vizepräsident Mike Pence hatte direkten Kontakt zu mehreren positiv getesteten Personen. Diese Nachricht sollte jedoch angeblich nicht publik gemacht werden.
Marc Short und Mike Pence

Marc Short und Mike Pence

Foto: Mike Segar / REUTERS

Der Stabschef von US-Vizepräsident Mike Pence, Marc Short, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Test bei Pence selbst sei negativ ausgefallen und er wolle an seinem Programm unter anderem mit Wahlkampfauftritten festhalten, teilte Pence' Sprecher in der Nacht zum Sonntag mit. Sein Stabschef Short sei jetzt in Quarantäne. Außerdem seien auch der Pence-Berater Marty Obst sowie zwei weitere Mitarbeiter aus dem engen Umfeld von Pence positiv getestet worden.

Zwei Personen, die darüber informiert wurden, sagten laut einem Bericht der "New York Times" , der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, habe versucht, die Veröffentlichung von Nachrichten über den Ausbruch zu verhindern.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die US-Regierungsspitze direkt von der Pandemie getroffen wird. Erst Anfang des Monats waren Präsident Donald Trump und diverse Mitarbeiter des Weißen Hauses positiv getestet worden. Trump erholte sich von seiner Covid-19-Erkrankung, nachdem er unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Mittel behandelt worden war.

Der Schlussspurt des US-Wahlkampfs ist nach wie vor durch den steilen Anstieg der Corona-Fälle geprägt. Mit mehr als 83.000 Neuinfektionen an einem Tag wurde ein Rekord aufgestellt. Mehr als 900 Amerikaner starben am Samstag, die Gesamtzahl der Todesopfer überschritt die Marke von 224.000. Trump, dem viele Wähler in Umfragen nicht zutrauen, die Coronakrise zu meistern, spielte die Pandemie auch im Angesicht der schlechten Zahlen konsequent herunter.

"Ich hatte es, hier bin ich", verkündete Trump in Anspielung auf seine Covid-19-Erkrankung bei einem der Wahlkampfauftritte. "Und jetzt sagen sie, dass ich immun bin." Trump war unter anderem mit einem noch experimentellen Antikörper-Medikament behandelt worden, das er als "Heilmittel" bezeichnete. Bei jedem der Auftritte erzählte er zudem, dass sein 14-jähriger Sohn Barron schon kurz nach dem positiven Test von den Ärzten wieder für gesund erklärt worden sei. Trump gab bei den drei Reden drei Varianten zum Besten, wie schnell das ging: nach 15 Sekunden, nach 15 Minuten und am nächsten Tag.

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Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden warf Trump erneut Versagen in der Coronakrise vor, das Leben von Amerikanern gekostet habe. Er rief die Menschen dazu auf, Masken zu tragen. "Es wird ein düsterer Winter, wenn wir nicht unser Verhalten ändern", betonte er. "Und das alles, weil der Präsident sich mehr um den Aktienmarkt als um euch Sorgen macht", sagte Biden an die Adresse der Wähler. Anders als Trump sprach Biden vor Leuten, die wie in einem Autokino mit ihren Fahrzeugen zu den Wahlkampfevents kamen. Ihre Zustimmung drückten sie mit einem Hupkonzert aus. Bei einem der Auftritte gab Rockstar Jon Bon Jovi ein Minikonzert. Ein neuer Werbespot für Biden, der am Samstag Premiere hatte, wurde von Hollywood-Schauspieler Brad Pitt eingesprochen.

jat/dpa
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