Enthüllungsbuch US-Außenminister Pompeo bezeichnet Bolton als Verräter

Der frühere US-Sicherheitsberater Bolton veröffentlicht ein Buch über seine Zeit im Weißen Haus - und erhebt darin schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. Nun springt Außenminister Pompeo dem Präsidenten zur Seite.
US-Außenminister Mike Pompeo: Boltons Buch bestehe aus "Lügen" und "Halbwahrheiten"

US-Außenminister Mike Pompeo: Boltons Buch bestehe aus "Lügen" und "Halbwahrheiten"

Foto:

CHIP SOMODEVILLA/ AFP

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe von John Bolton über US-Präsident Donald Trump greift Außenminister Mike Pompeo den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater scharf an. "Es ist sowohl traurig als auch gefährlich, dass John Boltons letzte öffentliche Rolle die eines Verräters ist, der Amerika Schaden zufügte", schrieb Pompeo auf Twitter. Bolton habe das Vertrauen des amerikanischen Volkes in ihn verletzt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zuvor waren Passagen aus Boltons Buch öffentlich geworden, das nächste Woche herauskommt. Er beschreibt Trump darin US-Medien zufolge als ahnungslos, überfordert und als einen Politiker, der seine Wiederwahl stets über die Interessen des Landes stellt. Trump soll demnach sogar den chinesischen Präsidenten Xi Jinping um Wahlhilfe gebeten haben. Der US-Präsident wiederum bezeichnete das Buch als eine "Zusammenstellung von Lügen und erfundenen Geschichten".

Er habe das Buch noch nicht gelesen, so Pompeo weiter. Anhand der Auszüge könne er aber sehen, dass Bolton eine Reihe von "Lügen" und "Halbwahrheiten" verbreite. "An unsere Freunde auf der ganzen Welt: Sie wissen, dass Präsident Trumps Amerika eine Kraft des Guten auf der Welt ist." Mit seiner Zurückweisung von Boltons Darstellungen folgt Pompeo einer Reihe von Mitarbeitern der Trump-Regierung.

In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC hatte Bolton zudem gesagt, Trump sei nicht für das Amt des Präsidenten geeignet. "Ich glaube nicht, dass er die Kompetenz hat, den Job zu machen", sagte Bolton einem am Donnerstag veröffentlichten Ausschnitt des Gesprächs zufolge. Der 71-Jährige hatte eineinhalb Jahre lang mit Trump zusammengearbeitet.

Die US-Regierung bemüht sich, die für den 23. Juni geplante Veröffentlichung des Buchs noch gerichtlich zu stoppen. Bolton verbreite geheime Informationen und gefährde damit die nationale Sicherheit, hieß es zur Begründung.

Das knapp 600 Seiten umfassende Werk trägt den Titel "The Room Where It Happened" (etwa: Der Raum, in dem es geschah). Bolton soll vom Verlag Simon & Schuster rund zwei Millionen Dollar dafür erhalten haben.

cop/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.