+++ News-Update USA +++ Gouverneur Cuomo wirft Polizei und New Yorks Bürgermeister Versäumnisse vor

Laut Gouverneur Andrew Cuomo haben New York Citys Polizei und Bürgermeister Bill de Blasio in der vergangenen Nacht „ihren Job nicht gemacht“. Der Chef der Nationalgarde beobachtet weniger Gewalt bei den Protesten. Der Überblick.
Polizisten in New York am vergangenen Tag

Polizisten in New York am vergangenen Tag

Foto: TIMOTHY A. CLARY/ AFP

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

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Covid-19 für Nicht-Weiße in England laut Studie häufiger tödlich

23.20 Uhr: Menschen mit schwarzer und asiatischer Abstammung in England sind bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus einem deutlich erhöhten Sterberisiko ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt laut der Nachrichtenagentur Reuters eine Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE).

Demnach sterben Personen mit chinesischer, indischer, pakistanischer oder karibischer Herkunft um zehn bis 50 Prozent häufiger an Covid-19 als weiße Briten. Für Menschen, die aus Bangladesch stammen, ist das Risiko sogar fast doppelt so hoch. Die Resultate der Studie entsprechen denen einer früheren Erhebung des britischen Statistikamts ONS.

Auch in den USA trifft das Coronavirus keineswegs alle Menschen gleich stark. In New York City ist die Covid-Sterberate für Schwarze und Latinos mehr als doppelt so hoch  (20 und 23 Prozent) wie für Weiße (10 Prozent). Die Gründe dafür sind so komplex wie der US-Rassismus selbst. Ungleichheit, Armut, Arbeitslosigkeit, chronische Krankheiten, Desinformation.

Pensionierter Polizist in St. Louis offenbar von Plünderern erschossen

20.40 Uhr: In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri haben Einbrecher offenbar einen früheren Polizisten erschossen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Demnach soll der 77-Jährige David Dorn tot auf einem Bürgersteig neben einem geplünderten Pfandhaus gefunden worden sein.

Gegen 2.30 Uhr in der Nacht soll sich eine Schießerei bei dem Geschäft ereignet haben. Nähere Angaben machte die Polizei nicht, offenbar gab es zunächst jedoch keine Festnahmen. Dorn soll bis 2007 38 Jahre als Polizist gearbeitet haben.

Joe Biden fordert "echte Polizeireform"

19.50 Uhr: Der demokratische Herausforderer von Donald Trump bei der bevorstehenden Präsidentschaftswahl, Joe Biden, hat nach den Krawallen in den USA Gesetzesänderungen für die Polizei gefordert. Er rufe den US-Kongress auf, noch in diesem Monat zu handeln und mit einer "echten Polizeireform" zu beginnen, die den Beamten etwa Würgegriffe untersage.

Zudem kritisierte Biden Trump scharf. Der US-Präsident sei "Teil des Problems und beschleunigt es", sagte der Demokrat. Der Präsident sei voll von seinem "blendenden Ego eingenommen".

Sechs Polizisten aus Atlanta nach mutmaßlich überhartem Vorgehen angeklagt

19 Uhr: In Atlanta müssen sich sechs Polizisten nach heftiger Gewaltanwendung bei einem Zugriff vor Gericht verantworten. Das berichten die Nachrichtenagentur AP und lokale Medien.  Zwei der beteiligten Polizisten wurden demnach bereits gefeuert. Ihnen wird demnach Körperverletzung mit unterschiedlicher Schwere vorgeworfen.

Videos, die in den sozialen Medien kursierten, hatten gezeigt, wie mehrere Polizisten zwei junge Menschen aus einem Auto zerrten und dabei auch Taser eingesetzt hatten. Offenbar gingen die Beamten davon aus, dass der Fahrer des Wagens bewaffnet war. Wie AP unter Berufung auf Polizeiberichte meldet, sei jedoch keine Waffe sichergestellt worden.

Nach Angaben der Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, wurden die beiden festgenommen Personen inzwischen wieder freigelassen.

Chef der US-Nationalgarde spricht von "Abnahme der Gewalt"

18.50 Uhr: Bei den Protesten in den USA haben nach Angaben der Nationalgarde die gewalttätigen Ausschreitungen nachgelassen. Die vergangene Nacht sei landesweit besser verlaufen, sagte der Chef der zuständigen Behörde, General Joseph Lengyel laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir haben eine Abnahme der Gewalt beobachtet."

Nationalgardisten seien in der Nacht nicht verletzt worden. Die Proteste insgesamt seien aber auf gleichem Niveau geblieben oder hätten gar zugenommen. Seinen Worten zufolge werden die lokalen Sicherheitsbehörden in 29 Bundesstaaten mittlerweile von 18.000 Nationalgardisten unterstützt. Die Zahl nehme zu.

Washingtons Erzbischof kritisiert Besuch Trumps an Papst-Schrein

18.35 Uhr: Der Erzbischof von Washington, Wilton Gregory, hat den Besuch von US-Präsident Trump an einem Schrein des verstorbenen Papst Johannes Paul II. gerügt. Er finde es "verwerflich", dass sich eine katholische Einrichtung auf eine Weise missbrauchen und manipulieren lasse, die gegen katholische Prinzipien verstoße, teilte Gregory in einer Stellungnahme auf Twitter mit. Johannes Paul II. sei ein Verfechter von Menschenrechten gewesen.

Der US-Präsident und First Lady Melania Trump hatten zuvor einen Kranz am Denkmal des verstorbenen Papstes niedergelegt. Der Schrein in der US-Hauptstadt wird nicht vom Erzbistum, sondern von der Laienvereinigung Kolumbusritter betrieben.

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Zuvor hatte bereits die Bischöfin der Episkopal-Diözese Washington, Mariann Edgar Budde, Trumps Besuch an einer Kirche kritisiert. Der Präsident hatte zuvor mit einer Bibel vor der St. John's-Kirche für Fotografen posiert. Polizisten hatten ihm zuvor mit Tränengas und Gummigeschossen den Weg vom Weißen Haus zu der Kirche freigeräumt.

Cuomo wirft Polizei und Bürgermeister New Yorks Versäumnisse vor

18.20 Uhr: Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo wirft der Polizei der Stadt New York laut der Nachrichtenagentur Reuters vor, ihren Aufgaben während der Ausschreitungen in der vergangenen Nacht nur ungenügend nachgekommen zu sein. "Die New Yorker Polizei und der Bürgermeister haben vergangene Nacht ihren Job nicht gemacht", sagte Cuomo bei seinem täglichen Briefing zur Corona-Pandemie.

Er glaube, New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio unterschätze den Umfang des Problems, sagte Cuomo. In der Millionenstadt war es in der Nacht zu heftigen Krawallen mit Plünderungen von Geschäften gekommen. De Blasio hatte daraufhin bereits die geltende nächtliche Ausgangssperre für den Rest der Woche verlängert.

Maas verlangt von USA Schutz der Pressefreiheit bei Unruhen

Heiko Maas: Appell an die USA

Heiko Maas: Appell an die USA

Foto: Adam Berry/ Getty Images

18.00 Uhr: Die Bundesregierung verlangt von den US-Behörden Aufklärung über einen mutmaßlichen Angriff von US-Polizisten auf Journalisten der Deutschen Welle bei der Berichterstattung über die Unruhen in Minneapolis.

"Journalisten müssen ihrer Aufgabe, nämlich der unabhängigen Berichterstattung, ohne Gefahr für ihre Sicherheit nachgehen können", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas. "Demokratische Rechtsstaaten müssen beim Schutz der Pressefreiheit allerhöchste Standards an den Tag legen. Jede Gewaltausübung, die es in diesem Zusammenhang gibt, muss nicht nur kritisiert werden, sondern sie muss vor allen Dingen konsequent verfolgt und aufgeklärt werden."

New York verlängert nächtliche Ausgangssperre

17.44 Uhr: Der Bürgermeister von New York hat die Ausgangssperre in der Metropole für die ganze Woche verlängert. Sie soll bis Sonntag jeweils von 20 bis fünf Uhr gelten.

"Wir werden ein paar harte Tage vor uns haben", sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Die Ausgangssperre ist eine Reaktion auf Plünderungen und Ausschreitungen im Zusammenhang mit den Protesten gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeibrutalität. Die meisten Proteste in New York verliefen allerdings friedlich.

Proteste wegen Polizeigewalt auch in Frankreich

"Gerechtigkeit für Adama": Proteste in Paris im Jahr 2017

"Gerechtigkeit für Adama": Proteste in Paris im Jahr 2017

Foto: BERTRAND GUAY/ AFP

15.30 Uhr: Auch in Frankreich steigt die Wut über Fälle von mutmaßlicher rassistischer Polizeigewalt im eigenen Land. Die Pariser Polizeipräfektur untersagte eine Protestkundgebung wegen des Todes eines 24-jährigen Schwarzen in Polizeigewahrsam. Zugleich wies Polizeipräfekt Didier Lallement "Vorwürfe von Gewalt und Rassismus" entschieden zurück.

Die Polizei begründete das Verbot der Kundgebung vor einem Pariser Gericht mit drohenden Ausschreitungen. Der 24-jährige Adama Traoré war 2016 nördlich von Paris gestorben, nachdem er sich der Festnahme seines Bruders widersetzt hatte. Eine Schuld der Polizei an seinem Tod ließ sich offiziell nicht nachweisen.

Am Montagabend hatten sich in der Pariser Vorstadt Bondy rund hundert Menschen versammelt und "Ein Ende der Gewalt" skandiert. Zuvor war ein 14-Jähriger bei einem Polizeieinsatz schwer am Auge verletzt worden, der ein Mofa stehlen wollte. Fußball-Nationalspieler und Weltmeister Kylian Mbappé forderte auf Instagram "Gerechtigkeit" für den Jugendlichen.

Uno: Unruhen in USA zeigen Benachteiligung von Schwarzen

15.15 Uhr: Die Unruhen nach dem Tod von George Floyd werfen nach Angaben der Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, ein Schlaglicht auf die Benachteiligung von Schwarzen in den USA. Das betreffe Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Arbeit und zeige, dass dort Menschen aufgrund von Herkunft oder Hautfarbe diskriminiert würden, sagte Bachelet.

Bachelet äußerte sich zu den Protesten in den USA im Rahmen einer Mitteilung, in der sie anprangerte, dass die Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern Ungleichheiten offenbart habe. Vielerorts hätten sich Angehörige von Minderheiten überdurchschnittlich oft infiziert. Sie nannte etwa die USA, Brasilien, Frankreich und Großbritannien. Die Ursachen dafür müssten untersucht werden. Es könne daran liegen, dass die Menschen am Rand der Gesellschaft lebten, diskriminiert würden oder gesundheitlich nicht gut versorgt würden.

Deutschland bemüht sich in USA um Aufklärung nach Vorfall mit Deutscher Welle

14.45 Uhr: Die Bundesregierung will sich bei den US-Behörden um Aufklärung über einen Vorfall in Minneapolis bemühen, bei dem offenbar ein Gummimantelgeschoss auf ein Fernsehteam der Deutschen Welle abgefeuert wurde. Man werde mit den US-Behörden in Kontakt treten, um die genaueren Umstände zu erfahren, kündigte Außenminister Heiko Maas an. Grundsätzlich gelte, dass Journalisten ohne Gefahr für ihre Sicherheit unabhängig berichten können müssten. "Jede Gewaltausübung, die es in diesem Zusammenhang gibt, muss nicht nur kritisiert werden, sondern sie muss vor allen Dingen konsequent verfolgt und aufgeklärt werden, damit Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit auch effektiv geschützt werden."

Auf Bildmaterial der Deutschen Welle ist zu sehen, wie ihr Reporter Stefan Simons während einer Schalte in Minneapolis von einem Knall unterbrochen wird. Nach Angaben des Senders feuerte die Polizei offenbar ein Gummimantelgeschoss auf Simons ab, das diesen aber verfehlte. Ein Team der Nachrichtenagentur Reuters wurde in Minneapolis durch solche Geschosse verletzt.

Trudeau will gegen Rassismus in Kanada vorgehen

14.38 Uhr: Kanadas Premierminister Justin Trudeau verspricht für sein Land mehr Engagement im Kampf gegen Rassismus. "Wir müssen besser werden in Kanada", sagte er nach Angaben kanadischen Medien in Ottawa. Rassismus sei nicht nur ein Problem der USA, auch in Kanada würden Menschen mit schwarzer oder brauner Hautfarbe und Ureinwohner immer noch zu oft systematisch ungerecht behandelt.

"Auch wenn wir schon Fortschritte gemacht haben im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung, gibt es immer noch Rassismus in Kanada", sagte Trudeau. "Jungen schwarzen Kanadiern will ich sagen, ich verstehe euch, wenn ihr sagt, dass ihr besorgt und wütend seid."

FC Chelsea setzt mit Kniefall ein Zeichen

14.11 Uhr: Die Fußballprofis des englischen Premier-League-Clubs FC Chelsea haben sich mit einem symbolischen Kniefall den Protesten zum Tod des Afroamerikaners George Floyd angeschlossen. Zahlreiche Profis, darunter der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger, veröffentlichten ein Foto in den sozialen Netzwerken, das die Spieler kniend auf dem Rasen ihres Trainingszentrums in Cobham zeigt.

Am Vortag hatten bereits Spieler des FC Liverpool mit derselben Geste gegen Polizeigewalt und Rassismus protestiert. "Genug ist genug", schrieb der 27 Jahre alte Rüdiger zu dem Foto. "Wir sind alle MENSCHEN. Gemeinsam sind wir stärker."

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Heiko Maas bezeichnet Protest als "verständlich und mehr als legitim"

14.00 Uhr: Außenminister Heiko Maas hat Verständnis für die Proteste in den USA geäußert. George Floyd habe "auf grauenhafte und schockierende Weise" sein Leben verloren, sagte der SPD-Politiker in Berlin bei einem Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba auf eine Frage zur Lage in den USA.

Demonstrationen müssten möglich sein, wenn sie friedlich blieben, forderte Maas. "Dieser Protest ist verständlich und mehr als legitim", sagte er. Direkte Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte in den USA vermied er. Jede Ausübung von Gewalt müsse kritisiert, vor allem aber auch aufgeklärt werden. Auch müsse Journalisten eine unabhängige Arbeit möglich sein.

Canberra untersucht Polizeiangriff auf australische Journalisten

12.55 Uhr: Bei den Protesten in den USA geraten auch immer wieder Journalisten zwischen die Fronten. Nach dem Angriff von Polizisten auf zwei australische Journalisten vor dem Weißen Haus hat sich die Regierung in Canberra eingeschaltet. Die australische Botschaft in Washington sei damit beauftragt worden, den Vorfall zu untersuchen, sagte die australische Außenministerin Marise Payne.

Ihre Regierung erwägt offenbar eine offizielle Beschwerde. Es werde geprüft, wie Australien die "große Sorge" über den Angriff gegenüber den zuständigen Behörden in Washington zum Ausdruck bringen könne, sagte Payne. Die beiden Mitarbeiter des australischen Senders 7News waren am Montag bei einer Protestkundgebung gegen Polizeigewalt und Rassismus nahe dem Weißen Haus von Polizisten gewaltsam zurückgedrängt worden.

Auf Liveaufnahmen war zu sehen, wie ein Beamter die Reporterin Amelia Brace mit einem Schlagstock angreift und ein anderer Polizist ihren Kameramann Tim Myers ins Gesicht schlägt. Später wurden Brace und Myers nach eigenen Angaben außerdem mit Tränengas und Gummigeschossen attackiert. Der Vorfall löste Empörung in Australien aus.

EU verurteilt Tod von Floyd in den USA als "Machtmissbrauch"

12.51 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat den Tod von George Floyd durch einen gewaltsamen Polizeieinsatz scharf verurteilt. "Dies ist ein Machtmissbrauch, der angeprangert und bekämpft werden muss", sagte Borrell. Er forderte eine Aufklärung angesichts von "exzessivem Einsatz von Gewalt" durch Sicherheitskräfte. Borrell fügte hinzu: "Hier in Europa sind wir, genau wie in den USA, schockiert und entsetzt vom Tod von George Floyd."

"Dies ist ein Machtmissbrauch, der angeprangert und bekämpft werden muss"

EU-Außenbeauftragte Josep Borrell

Eine Woche nach dem Vorfall hatte die offizielle Autopsie am Montag bestätigt, dass der 46-jährige Afroamerikaner durch von einem weißen Polizisten angewendete Gewalt ums Leben gekommen war. Der Beamte hatte Floyd bei dessen Festnahme fast neun Minuten lang mit seinem Knie auf dessen Nacken auf den Boden gedrückt, obwohl Floyd wiederholt sagte, er bekomme keine Luft mehr.

"Wir müssen überall sicher sein, (...) dass die für die Aufrechterhaltung der Ordnung verantwortlichen Personen ihre Kapazitäten nicht so nutzen, wie es bei diesem sehr, sehr unglücklichen Tod von George Floyd der Fall war", sagte Borrell.

"Wir unterstützen das Recht auf friedlichen Protest und verurteilen auch Gewalt und Rassismus jeder Art", sagte der EU-Außenbeauftragte weiter. Nun müssten die Spannungen abgebaut werden. "Wir vertrauen auf die Fähigkeit der Amerikaner, als Nation zusammenzukommen, um als Nation zu genesen und diese wichtigen Fragen in diesen schwierigen Zeiten anzugehen."

Schwarze Bildschirme in den sozialen Netzwerken

12.39 Uhr: "The show will be paused" - "Die Show wird unterbrochen": Unter diesem Motto haben zahlreiche Künstler zum "Blackout Tuesday" aufgerufen und wollen damit ein Zeichen der Solidarität setzen. Statt Selfies und bunter Videos gibt es daher in den sozialen Netzwerken von vielen Musikern nur einen schwarzen Bildschirm zu sehen. Mittlerweile folgen Tausende Nutzer dem Vorbild der Promis. Das Ergebnis: Wer sich durch Instagram scrollt, sieht heute vor allem schwarz.

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"Es ist schwer zu wissen, was ich sagen soll, weil ich mein ganzes Leben lang mit Rassismus zu tun hatte. Aber er erhebt gerade seinen hässlichen Kopf und, bei Gott, es ist Zeit, sich ein für allemal damit zu befassen. Mein Team und ich stehen für Gerechtigkeit. Es werden Gespräche geführt und Maßnahmen ergriffen. #THESHOWMUSTBEPAUSED", schreibt beispielsweise der 87 Jahre alte Starproduzent Qunincy Jones auf Instagram.

Proteste im Fußball: "Wir leben in einer Zeit, in der wir mündige Spieler haben wollen"

12.22 Uhr: Sportchef Horst Heldt vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln freut sich über "mündige Spieler" und will eine Regelung finden, um Proteste gegen Rassismus nicht mehr zwingend bestrafen zu müssen. "Erst mal ist es so verankert, deshalb ist es nicht falsch, dass sich der DFB damit beschäftigt", sagte Heldt.

Sein Spieler Anthony Modeste hatte sich zuvor nach seinem Tor beim 2:4 gegen RB Leipzig mit einer Geste den Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA angeschlossen. "Aber ich würde gerne grundsätzlich eine Idee entwickeln wollen, nach der man Spielraum lässt. Und ich habe die Hoffnung, dass der DFB das genauso sieht", sagte Heldt.

Vor Modeste hatten schon Spieler wie Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund sowie Weston McKennie vom FC Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach auf dem Rasen nach Floyds Tod ein Zeichen gesetzt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes muss ermitteln, weil politische Botschaften auf dem Platz verboten sind. DFB-Präsident Fritz Keller hatte aber Verständnis und "großen Respekt" für die Aktionen geäußert.

Für Heldt ist aber klar, "dass wir nicht auf der einen Seite Spieltage haben können, an denen wir in allen Stadien gegen Rassismus stehen, und es auf der anderen Seite bestrafen. Wir leben in einer Zeit, in der wir mündige Spieler haben wollen. Da muss man ihnen auch genügend Gelegenheit und ein gewisses Maß dazu geben."

Schalker McKennie setzt Protest fort

11.59 Uhr: US-Nationalspieler Weston McKennie will trotz möglicher Strafen seinen Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus fortsetzen. Er werde dem getöteten Afroamerikaner George Floyd weiter "meine Anerkennung zollen", sagte der Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 dem US-Magazin "Forbes": "Wenn ich die Konsequenzen dafür tragen muss, dass ich meine Meinung äußere, meine Gefühle äußere, für das aufstehe, an das ich glaube, dann muss ich das tun."

Schalkes Mittelfeldspieler Weston McKennie

Schalkes Mittelfeldspieler Weston McKennie

Foto: Martin Meissner/ dpa

12-jährigem Afroamerikaner gelingt mit Protestlied viraler Hit

11.45 Uhr: Mit einem Protestlied gegen Rassismus und Polizeigewalt hat der 12-jährige Afroamerikaner Keedron Bryant für Aufsehen in den sozialen Medien gesorgt. In dem 50-sekündigen Instagram-Video, das bis Montag rund 2,8 Millionen mal aufgerufen wurde, singt der Junge unter anderem von der Herausforderung, als "junger schwarzer Mann" standhaft zu bleiben gegen alltägliche Diskriminierungen.

Prominente Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Präsident Barack Obama, 58, Basketballstar LeBron James, 35, die Schauspielerin Eva Longoria, 45, und die Sängerin Janet Jackson, 54, teilten das Video auf ihren Instagram-Profilen. Obama sprach von einem "kraftvollen Song", mit dem Bryant die Frustrationen beschreibe, die er fühle.

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Hongkongs Regierungschefin wirft Ausland "zweierlei Maß" vor

11.40 Uhr: Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hat ausländischen Regierungen vorgeworfen, bei der nationalen Sicherheit mit zweierlei Maß zu messen. "Sie sind sehr besorgt über ihre eigene Sicherheit", sagte sie bei  ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit der Drohung der USA, wegen des von China geplanten Sicherheitsgesetzes Hongkong die wirtschaftlichen Privilegien abzuerkennen. Wenn es aber um die Sicherheit Hongkongs gehe, dann blickten ausländische Regierungsvertreter "durch getönte Brillengläser". Mit Verweis auf die Proteste in den USA gegen Rassismus und Polizeigewalt sagte Lam: "In den USA sehen wir, wie Unruhen durch die örtlichen Regierungen behandelt werden - und das verglichen mit der Position, die sie eingenommen haben, als es vergangenes Jahr in Hongkong fast dieselben Unruhen gab."

In Hongkong haben regierungskritische Demonstranten 2019 monatelang zeitweise die Stadt lahmgelegt. Die Proteste sind wieder aufgeflammt, nachdem die Führung in Peking unlängst das umstrittene Sicherheitsgesetz angekündigt hat.

Schüsse auf Polizisten in Las Vegas

10.52 Uhr: In Las Vegas wurde auf einen Polizisten während Protesten geschossen. Das meldet die Nachrichtenagentur AP. Der Zustand des Mannes sei ungewiss, hieß es unter Berufung auf die örtliche Polizei. Ein zweiter Polizist sei "an einem Schusswechsel" beteiligt gewesen. Gegenüber Reuters lehnte die Polizei eine Stellungnahme ab.

Stars spenden für Demonstranten im Gefängnis

10.21 Uhr: Sänger und andere Künstler in den USA wollen Demonstrantinnen und Demonstranten finanziell unterstützen, die im Zusammenhang mit den Protesten nach dem Tod von George Floyd ins Gefängnis gekommen sind. Rapper Drake, 33, ("Best I Ever Had") spendete 100.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 90.000 Euro), wie er auf Instagram mitteilte, genauso wie der Musiker "The Weeknd",30, ("Blinding Lights").

John Legend, 41, ("All Of Me") und seine Ehefrau, das Model Chrissy Teigen, 34, kündigten 100.000 US-Dollar als Unterstützung an. "Einige von euch denken, dass die Unterstützung eines Rettungsfonds bedeutet, dass wir Menschen unterstützen, die absichtlich Menschen schaden oder Eigentum zerstören", schrieb Sänger Legend auf Twitter. "Denn warum sollte die Polizei friedliche Demonstranten festnehmen und einsperren? Ausgezeichnete Frage. Vielleicht solltet ihr das die Polizei fragen, denn sie tun es die ganze Zeit", schrieb Legend weiter in Großbuchstaben.

Vier Polizisten in St. Louis angeschossen

10.00 Uhr: Vier Polizisten wurden in St. Louis, Missouri, angeschossen. Nach Informationen des Polizeichefs John Hayden Jr. ist keiner der vier Polizisten lebensgefährlich verletzt. Zwei Polizisten wurden am Bein getroffen, einer am Fuß, einer am Arm.

"Das ist die gute Nachricht heute Abend. Der Rest ist ziemlich schlimm", sagte Hayden während eines Pressestatements. "Gott sei Dank sind die Polizisten am Leben", sagte er.

Die Demonstration habe friedlich begonnen. Am Abend habe sich in der Innenstadt eine Gruppe von etwa 200 gewaltbereiten Demonstranten zusammengefunden. "Sie haben angefangen, Sachen zu schmeißen, in Läden einzubrechen, Feuerwerkskörper auf Polizisten zu werfen", sagte Hayden. "Menschen haben entschieden, zu stehlen und Fenster einzuschlagen. Ich verstehe nicht, was das mit Mr. Floyds Tod zu tun hat", sagte er.

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New York verlängert Ausgangssperre

09.39 Uhr: Im Zentrum der US-Metropole New York ist es am Montagabend erneut zu Plünderungen gekommen. Mehrere Gruppen junger Menschen zogen durch Manhattan und griffen Geschäfte an, wie AFP-Journalisten berichteten. Aufnahmen des Senders NY1 zeigten, wie Jugendliche aus einer Filiale der Elektromarktkette Best Buy flüchteten und anschließend von der Polizei festgenommen wurden.

Wegen der anhaltenden Unruhen im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd verlängerte Bürgermeister Bill de Blasio die nächtliche Ausgangssperre in New York um drei Stunden. Am Dienstag beginnt diese dann schon um 20.00 Uhr (Ortszeit) anstatt wie am Montag um 23.00 Uhr. Bis Mittwochmorgen 05.00 Uhr darf dann niemand auf die Straße. Die Stadt sei "vollkommen unter Kontrolle und überwiegend ruhig und friedlich", versicherte de Blasio.

Berichte in Onlinenetzwerken, wonach bei den Plünderungen am Montagabend auch das berühmte Kaufhaus Macy's attackiert worden sei, wurden von der Polizei zunächst nicht bestätigt. Im Polizeibericht war lediglich von "zahlreichen" geplünderten Geschäften und "Hunderten" Festnahmen die Rede.

Kurz nach 23.00 Uhr versammelten sich Hunderte Demonstranten im Stadtteil Brooklyn zu einem stillen Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Polizei ließ sie trotz des Verstoßes gegen die Ausgangssperre gewähren.

"Ohne die Stadtviertel zu verbrennen"

08.25 Uhr: Golfstar Tiger Woods setzt sich für friedliche Proteste der Bevölkerung ein. "Wir können unsere Argumente vorbringen, ohne die Stadtviertel, in denen wir leben, zu verbrennen", schrieb der 15-malige Major-Gewinner in einer Botschaft auf Twitter. Er hoffe, "dass wir durch konstruktive, ehrliche Gespräche eine sicherere, geeinte Gesellschaft aufbauen können".

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"Mein Herz ist bei George Floyd, seinen Lieben und uns allen, die wir im Moment leiden", schrieb der US-Amerikaner Woods. Er habe größten Respekt vor den Strafverfolgungsbehörden. "Sie trainieren so fleißig, um zu verstehen, wie, wann und wo Gewalt anzuwenden ist. Diese schockierende Tragödie hat diese Grenze eindeutig überschritten", so der 44-Jährige.

Jamie Foxx ruft Promis zu Protest auf

08.00 Uhr: Oscarpreisträger Jamie Foxx (52) fordert Hollywood dazu auf, sich auch persönlich und nicht nur über soziale Medien an den Floyd-Protesten zu beteiligen. "Was ich meinen Freunden in Hollywood sagen möchte, ist, dass sie hier raus müssen", sagte der Schauspieler bei einer Demonstration in San Francisco.

Jamie Foxx bei der Kundgebung in San Francisco

Jamie Foxx bei der Kundgebung in San Francisco

Foto: Eric Risberg/ AP

"Sie können nicht einfach nur twittern. Sie können nicht einfach nur texten. Sie müssen verstehen, dass die Menschen verletzt sind." Der beste Weg zu helfen sei, sein Gesicht zu zeigen, sagte Foxx laut lokalen Medien. Der Schauspieler nahm seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bereits an mehreren Protestkundgebungen teil. "So sollte es in Amerika im Jahr 2020 nicht sein. Wir müssen uns entwickeln", forderte er.

"Wenn Sie nichts Konstruktives zu sagen haben, halten Sie den Mund"

07.26 Uhr: Aus Sicht von US-Präsident Donald Trump müssten Amerikas Gouverneure härter gegen die Demonstranten vorgehen, die seit Tagen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße gehen und zum Teil gewaltbereit sind. Houstons Polizeichef, Art Acevedo, hat in einem Interview mit CNN den Präsidenten dazu direkt angesprochen. "Im Namen aller Polizeichefs in diesem Land: Bitte, wenn Sie nichts Konstruktives zu sagen haben, halten Sie den Mund. Sie gefährden Männer und Frauen Anfang 20", sagte er.

Die USA bräuchten in dieser Zeit Führung. "Es ist Zeit, sich präsidial zu verhalten und nicht, als wäre man in der Show 'Apprentice'", sagte er in Anspielung auf Trumps frühere Reality-TV-Show "The Apprentice", in der Trump einen Mitarbeiter sucht. Acevedo rief die Menschen dazu auf, an der Wahlurne ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und weiterhin friedlich zu demonstrieren.

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Offenbar zwei Polizisten in Buffalo durch SUV verletzt

06.41 Uhr: Ein SUV-Fahrer ist in Buffalo, New York, durch eine Polizeilinie gefahren. Zwei Beamte wurden dabei offenbar verletzt. Mark Poloncarz, Bezirksleiter des Erie County, erklärte auf Twitter, dass sich der Fahrer des SUV und mindestens ein Beifahrer inzwischen in Polizeigewahrsam befänden. Der Zustand der verletzten Polizisten sei stabil.

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Die Tat wurde offenbar auf Video festgehalten. Man sieht, wie ein SUV durch die Reihe der Polizisten rauscht, die vorher zum Großteil zur Seite springen.

Die Lage am Morgen: Im Bunker

06.15 Uhr: Heute mit den Ausschreitungen in den USA, dem Streit in der Koalition um das Konjunkturpaket und dem Abschied von einem großen Verhüller. Von Martin Knobbe, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros

Illinois Gouverneur: Trump "ist ein Rassist. Er muss weg"

06.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump wird nach seiner Ankündigung, das US-Militär gegen Bürger im eigenen Land einsetzen zu wollen, von Gouverneuren kritisiert. "Er sollte zur Ruhe aufrufen. Er tut genau das Gegenteil", sagt der demokratische Gouverneur von Illinois, J. B. Pritzker, dem Sender CNN . Der Präsident wolle damit von seinem "kläglichen Scheitern" in der Corona-Pandemie ablenken. Trump selbst befeuere jeden Tag rassistische Spannungen. "Der Mann ist ein Rassist. Er muss weg." Pritzker sagte, auf keinen Fall könne Trump einfach Soldaten in seinen Bundesstaat schicken. "Das ist illegal." Er könne sich nicht vorstellen, dass irgendein Gouverneur das zulassen werde.

New Yorks demokratischer Gouverneur Andrew Cuomo sagte bei CNN zu Trumps Ankündigung: "Nein, danke." Dass sich Menschen unter die friedlichen Demonstranten mischten und plünderten, sei nicht zu tolerieren, sagte Cuomo. Man müsse sie aussortieren. "Aber was der Präsident heute getan hat, war, dass er das amerikanische Militär gegen amerikanische Bürger aufgeboten hat." Cuomos Kollegin Gretchen Whitmer, Gouverneurin des Bundesstaats Michigan, sagte, Trump könne das Militär nicht ohne ihre Zustimmung einsetzen. Whitmer nannte Trumps Aussagen "gefährlich und erschütternd".

Die Anführer der Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, kritisierten, der Republikaner Trump heize Zwietracht und Gewalt im Land weiter an. In einer gemeinsamen Erklärung Pelosis und Schumers hieß es: "In einer Zeit, in der unser Land nach Einigung ruft, zerreißt es dieser Präsident in Stücke."

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Fifa rät bei Solidaritätsgesten von Strafen ab

05.30 Uhr: Solidaritätsgesten von Fußballern in Zusammenhang mit dem Tod von George Floyd sollen nach dem Wunsch der Fifa ungestraft bleiben. Der Fußball-Weltverband sprach sich in einer Stellungnahme dafür aus, dass in diesem Zusammenhang "gesunder Menschenverstand" genutzt werde und die Umstände berücksichtigt werden, berichtete die US-Nachrichtenagentur AP. Die Fifa schrieb demnach auch, dass sie "die Tiefe der Gefühle und Bedenken, die viele Fußballer angesichts der tragischen Umstände des Falles George Floyd zum Ausdruck bringen", verstehe.

Am Wochenende hatten Profis in den Partien der Fußball-Bundesliga mit Aktionen auf den Tod Floyds aufmerksam gemacht, der vergangene Woche infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in Minneapolis ums Leben gekommen war. Weston McKennie von Schalke 04 zeigte Empörung und Anteilnahme auf einer Armbinde, Mönchengladbachs Marcus Thuram ging symbolisch in die Knie, die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi forderten auf T-Shirts "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit für George Floyd).

Den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes zufolge sind solche Aktionen untersagt. Der DFB kündigte an, dass sich der Kontrollausschuss damit befassen werde. "Ob es in den vorliegenden Fällen zu Sanktionen kommen muss, bleibt abzuwarten", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Montagabend. Bei der Überprüfung durch den Kontrollausschuss gehe es darum "festzustellen, ob das Spiel und das Spielfeld der richtige Ort für diese Handlungen sind".

Biden kritisiert Trump für Einsatz der Nationalgarde

05.00 Uhr: Joe Biden, designierter Kandidat der US-Demokraten für den Präsidentschaftswahlkampf, hat Donald Trump für sein Vorgehen rund um seinen Auftritt an der St.-John's-Kirche in der Nähe des Weißen Hauses kritisiert. Die Polizei und die Nationalgarde hatten Demonstranten mit Tränengas und Gummigeschossen vertrieben, damit Trump zur Kirche gehen und dort Fotos von sich schießen lassen konnte.

"Er setzt das amerikanische Militär gegen das amerikanische Volk ein", schrieb Biden auf Twitter: "Er hat friedliche Demonstranten mit Tränengas besprühen und Gummigeschosse abfeuern lassen. Für ein Foto."

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Bischöfin "empört" über Trumps Kirchen-Fotos

04.30 Uhr: Bischöfin Mariann Edgar Budde ist nach Donald Trumps PR-Auftritt vor der St.-John's-Kirche in der Nähe des Weißen Hauses "empört". Die Kirche gehört zur Diözese von Edgar Budde. "Der Präsident benutzte gerade eine Bibel, den heiligsten Text der jüdisch-christlichen Tradition, und eine der Kirchen meiner Diözese ohne Erlaubnis als Hintergrund für eine Botschaft, die im Widerspruch zu den Lehren Jesu und allem steht, wofür unsere Kirchen stehen", sagte Edgar Budde bei CNN  kurz nach Trumps Auftritt.

Der US-Präsident hatte in einer Rede mit dem Einsatz des US-Militärs gegen US-Bürger gedroht. Währenddessen setzten Polizisten vor dem Weißen Haus Tränengas und Gummigeschosse ein, um friedliche Demonstranten zu vertreiben. So sollte der Weg für Trump zur St.-John's-Kirche freigemacht werden. Vor dem Gebäude, das zuletzt bei Anti-Rassismus-Protesten leicht beschädigt worden war, posierte Trump dann mit einer Bibel für die Fotografen.

"Ich bin empört. Der Präsident hat nicht gebetet, als er nach St. John's kam", sagte Edgar Budde. Trump erkenne nach dem Tod von George Floyd die Qualen der People of Color in den USA nicht an. Ihre Diözese folge Jesus und dem "Weg der Liebe", so Edgar Budde: "Wir distanzieren uns von der aufhetzenden Sprache dieses Präsidenten".

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Tod nach Polizeieinsatz: Erstickung oder Herzstillstand - zwei Autopsien im Fall George Floyd

04.00 Uhr: George Floyd starb durch Polizeigewalt: Darin stimmen zwei Autopsieberichte überein, die nun vorliegen. Die offizielle Untersuchung und jene der Familie des Opfers unterscheiden sich sonst aber erheblich.

Guterres fordert Zurückhaltung

03.45 Uhr: Uno-Generalsekretär António Guterres hat nach den tagelangen Protesten in den USA alle Beteiligten zur Zurückhaltung aufgefordert. "Beschwerden müssen gehört werden, aber sie müssen auf friedliche Art und Weise ausgedrückt werden; und die Behörden müssen Zurückhaltung zeigen in der Art und Weise, wie sie mit den Demonstranten umgehen", sagte der Sprecher von Guterres, Stephane Dujarric, am Montag vor Journalisten.

"In den USA, wie in jedem anderen Land der Erde auch, ist Vielfalt ein Geschenk und keine Bedrohung, aber der Erfolg von vielfältigen Gesellschaften erfordert in jedem Land eine massive Investition in sozialen Zusammenhalt." Fälle von Polizeigewalt müssten untersucht werden.

Empire State Building bleibt dunkel

03.20 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis sind die Lichter des New Yorker Empire State Buildings am Montag aus Solidarität ausgeschaltet geblieben. "Das Empire State Building bleibt heute dunkel", teilten die Betreiber mit. Damit solle Floyds Tod gedacht werden sowie der Ungerechtigkeit in all ihren Formen und all ihren Opfern. Zudem solle die Aktion dazu aufrufen, "die Zerstörung unserer großartigen Stadt und ihrer Einwohner" zu beenden. "Es gibt schon genug Verlust und Leid."

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Ehemaliger Box-Weltmeister Mayweather will Beerdigung von George Floyd bezahlen

03.15 Uhr: Laut mehreren US-Medienberichten wird der Ex-Boxer Floyd Mayweather die Kosten der Beerdigung von George Floyd für dessen Familie übernehmen. Berichten von "insider.com " und "hollywoodunlocked.com " zufolge habe der 43 Jahre alte ehemalige Weltmeister über einen gemeinsamen Bekannten angeboten, die Beisetzung sowie Trauerfeiern unter anderem in Houston, Minnesota und Charlotte zu bezahlen. Die Familie habe das Angebot angenommen.

Tanklaster fuhr auf Menschenmenge zu: Keine Anzeichen auf einen Anschlag

02.25 Uhr: Nachdem ein Tanklaster bei Anti-Rassismus-Protesten in Minneapolis in eine Menschenmenge gefahren ist, gibt es offenbar keine Anzeichen für einen geplanten Anschlag. Minnesotas Gouverneur Tim Walz sagte, erste Informationen deuteten darauf hin, dass der Fahrer sich mit seinem Lastwagen bereits auf dem Abschnitt des Highways befunden habe, bevor dieser von den Verkehrsbehörden für die Demo abgesperrt worden sei. "Es wurde abschnittsweise gesperrt, und er war den Leuten voraus", so Walz.

"Nach dem, was wir nach unseren Befragungen sagen können, haben wir keine Informationen, die den Anschein erwecken, dass dies eine vorsätzliche Handlung war'', sagte John Harrington, Commissioner für öffentliche Sicherheit in Minnesota: "Es war nicht so, dass er um die Barrikaden herumfuhr, um an den Protest heranzukommen.''

Auf Videobildern war zu sehen, wie der Tanklaster in die Menschenmenge der Demonstranten hineinfuhr und dann abbremste. Nach offiziellen Angaben gab es keine Verletzten. Von den Behörden hieß es jedoch, es sei möglich, dass verletzte Personen sich privat Hilfe gesucht haben könnten.

DER SPIEGEL

Rede vor dem Weißen Haus: Trump droht mit Einsatz des Militärs gegen US-Bürger

01.50 Uhr: Den USA droht eine weitere chaotische Nacht - und Donald Trump hat ein Eingreifen der Armee ins Spiel gebracht. In der Hauptstadt fuhren Truppentransporter auf. Sich selbst bezeichnete er als "Law and Order"- Präsidenten.

Polizei setzt Tränengas vor dem Weißen Haus ein

01.15 Uhr: Kurz vor einer Rede von US-Präsident Donald Trump hat die Polizei Demonstranten vor dem Weißen Haus gewaltsam zurückgedrängt. CNN sowie mehrere Nachrichtenagenturen berichteten, Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten seien gegen Hunderte friedlich demonstrierende Demonstranten eingesetzt worden. Fernsehbilder zeigten, wie die Einsatzkräfte versuchten, Demonstranten aus dem Lafayette Park zu vertreiben, der gegenüber vom Weißen Haus liegt.

Kurz nach seiner Rede ging Trump zur nahegelegenen St. John’s Kirche, die bei den Protesten in den vergangenen Tage beschädigt worden war. Dort posierte Trump mit einer Bibel für Fotos. Offenbar waren die Demonstranten vertrieben worden, um Trumps Weg zur Kirche freizumachen.

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Star-Trainer nennt Trump einen "geistesgestörten Idioten"

01.05 Uhr: Der NBA-Coach und Trainer der US-Olympiaauswahl, Gregg Popovich, hat US-Präsident Donald Trump für sein Verhalten in den Tagen des Protests scharf kritisiert und beleidigt. "Er ist nicht nur spaltend. Er ist ein Zerstörer. In seiner Gegenwart zu sein, lässt dich sterben", sagte Popovich dem Magazin "The Nation"  und nannte Trump einen "geistesgestörten Idioten". "Ich bin entsetzt darüber, dass wir einen Anführer haben, der nicht sagen kann, dass schwarze Leben wichtig sind." Es sei eindeutig, was das Land brauche: "Einen Präsidenten, der sich zeigt und einfach sagt, dass schwarze Leben wichtig sind."

Der 71 Jahre alte Basketballtrainer der San Antonio Spurs betonte, es gehe nicht nur um Trump: "Das System muss sich ändern." Popovich sagte, er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um zu helfen. "Weil das das ist, was Anführer machen. Aber er kann nichts dazu beitragen, uns auf einen guten Weg zu bringen, weil er kein Anführer ist."

Die USA befinden sich wegen des Tods von George Floyd seit Tagen in Aufruhr. Tausende Menschen gehen in vielen Städten auf die Straße, aus den zuerst friedlichen Protesten werden zunehmend auch gewalttätige Auseinandersetzungen und Plünderungen.

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Tränengas in Philadelphia - Nationalgarde am Weißen Haus

00.40 Uhr: Bei Protesten nach dem Tod von George Floyd hat die Polizei in der US-Metropole Philadelphia Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt. Der Sender CNN berichtete, Demonstranten seien am frühen Montagabend auf einer Autobahn marschiert, als die Polizei eingeschritten sei. Auch vor dem Weißen Haus versammelten sich am Montag erneut Demonstranten, um gegen Floyds Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis zu protestieren. Am Weißen Haus fuhren am Montag Militärfahrzeuge mit Soldaten der Nationalgarde auf, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Beverly Hills verlängert Ausgangssperre

00.35 Uhr: Der kalifornische Nobelort Beverly Hills und die Küstenstadt Santa Monica haben nach Protesten mit Ausschreitungen und Plünderungen ihre Ausgangssperren verlängert. Bereits ab 13.00 Uhr (Ortszeit) am Montag bis Dienstagfrüh solle die Anordnung in den Innenstädten und Geschäftszonen gelten, teilten die Kommunen mit. Am Rande von Protesten war es am Wochenende in Beverly Hills und Santa Monica zu Plünderungen gekommen.

In den Orten mit luxuriösen Shoppingmalls wurden Fenster eingeschlagen und Geschäfte ausgeraubt. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen. Der Bürgermeister von Beverly Hills, Lester Friedman, bedauerte, dass es am Rande friedlicher Proteste zu kriminellen Handlungen gekommen sei.

Tausende gehen in Amsterdam und Dublin auf die Straße

00.30 Uhr: Nach dem Tod von George Floyd haben in weiteren europäischen Städten Massenproteste gegen Rassismus stattgefunden. Unter Missachtung der Corona-Schutzregeln gingen sowohl in Amsterdam als auch in der irischen Hauptstadt Dublin am Montag Tausende Menschen auf die Straße. Sie hielten Pappschilder mit Aufschriften wie "Das Leben von Schwarzen zählt" in die Höhe.

Im Zentrum von Amsterdam beteiligten sich niederländischen Medien zufolge etwa 3000 Menschen an der Kundgebung. In Dublin zogen die Demonstranten zur US-Botschaft und riefen dabei Floyds Namen. Vor dem Botschaftsgelände gingen die Demonstranten als Zeichen gegen Gewalt gegen Schwarze auf die Knie und verharrten einen Moment lang in Stille. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 2000 bis 3000 und sprach von einem friedlichen Verlauf.

Protest in Amsterdam: Tausende gingen gegen Rassismus auf die Straße

Protest in Amsterdam: Tausende gingen gegen Rassismus auf die Straße

Foto:

William Lounsbury/ imago images/Hans Lucas

China und Iran kritisieren Rassismus in den USA

00.15 Uhr: China und Iran haben die von schweren Ausschreitungen begleiteten Anti-Rassismus-Proteste in den USA für Kritik an Washington genutzt. Der Rassismus sei "eine chronische Krankheit der amerikanischen Gesellschaft", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking. Teheran forderte Washington auf, "die Gewalt" gegen die eigene Bevölkerung zu beenden.

"An die amerikanische Bevölkerung: Die Welt hat Ihren Aufschrei über diese Unterdrückung gehört. Die Welt steht an Ihrer Seite", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mussawi, in Teheran. Mussawi beschuldigte die USA auch, friedliche Demonstranten "mit äußerster Gewalt wahllos zu unterdrücken". Die USA übten "Gewalt und Mobbing im In- und Ausland" aus.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, sagte in Peking, die nach dem Vorfall entbrannten Unruhen zeigten "die Schwere der Probleme von Rassismus und Polizeigewalt in den USA". Die Reaktion der US-Regierung auf die Anti-Rassismus-Proteste sei ein "Lehrbuchbeispiel für ihre weltberühmte Doppelmoral", sagte er und verglich dabei die Demonstranten in den USA mit den prodemokratischen Demonstranten in Hongkong.

Minneapolis will Präsenz der Nationalgarde reduzieren

00.05 Uhr: In Minneapolis, der Stadt, in der George Floyd starb, sind die Unruhen nach offiziellen Angaben abgeflaut. "In der zweiten Nacht in Folge hatten wir Sicherheit und Ordnung auf unseren Straßen", sagte der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, bei einer Pressekonferenz. "Es ist eine sehr harte Woche gewesen." Walz kündigte an, die Präsenz der Nationalgarde werde reduziert.

Walz sagte, die Ausgangssperre für Minneapolis und die Nachbarstadt St. Paul werde auch in den kommenden zwei Nächten in Kraft bleiben. Sie werde aber auf die Zeit von 22.00 Uhr bis 4.00 Uhr verkürzt. Walz kündigte die Beerdigung und ein Gedenken an Floyd für diesen Donnerstag an. "Es wird ein wichtiges Ereignis sowohl für die Stadt Minneapolis als auch für Minnesota und die Nation."

Weißes Haus fordert Ende von Unruhen

23.29 Uhr: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, hat ein sofortiges Ende der Unruhen in US-Metropolen gefordert. "Was wir auf Amerikas Straßen sehen, ist nicht hinnehmbar", sagte McEnany bei einer Pressekonferenz. "Plünderungen, Anarchie und Gesetzlosigkeit dürfen nicht toleriert werden." US-Präsident Donald Trump fordere Maßnahmen zum Schutz amerikanischer Bürger und Geschäfte. McEnany drängte die Gouverneure der Bundesstaaten, verstärkt die Nationalgarde einzusetzen.

Die Sprecherin sagte, wegen der Unruhen seien 17.000 Soldaten der Nationalgarde in 24 Bundesstaaten eingesetzt. Nur zwei Bundesstaaten hätten aber mehr als tausend Soldaten zu Hilfe gerufen. Angesichts der Lage müsse "viel mehr getan werden". Viele Gouverneure seien ihrer Aufgabe nicht nachgekommen, für Ordnung auf den Straßen zu sorgen. Insgesamt stünden 350.000 Soldaten der Nationalgarde zur Verfügung. Die Nationalgarde gehört zur Reserve der US-Streitkräfte und kann in Ausnahmesituationen von Gouverneuren zu Hilfe gerufen werden.

Proteste nahe des Weißen Hauses

Proteste nahe des Weißen Hauses

Foto: MANDEL NGAN/ AFP

McEnany verteidigte Trump vehement gegen den Vorwurf, er lasse angesichts der Lage Führungsstärke vermissen und schweige zu den Missständen, die von den Demonstranten beklagt würden. Die Sprecherin hielt dagegen, der Präsident habe durchaus Führung gezeigt in den vergangenen Tagen und sei eingeschritten, wo die Gouverneure versagt hätten. "Er arbeitet hart." Außerdem habe sich Trump viele Male zu den Vorfällen geäußert und seine Anteilnahme für Floyds Schicksal ausgedrückt. "Dieser Präsident hat nicht geschwiegen."

Polizeichef von Louisville nach Tod von Demonstrant entlassen

23.22 Uhr: Nachdem in der Nacht zum Montag bei Protesten in Louisville ein Mensch ums Leben kam, muss der örtliche Polizeichef gehen. Der Bürgermeister der Stadt im Bundesstaat Kentucky, Greg Fischer, kündigte Medienberichten zufolge  an, Polizeichef Steve Conrad mit sofortiger Wirkung zu entlassen. Es habe sich herausgestellt, dass die Bodycams der beteiligten Beamten nicht aktiviert gewesen seien und die Situation deshalb nicht gefilmt hätten.

Der Tote soll von Nationalgardisten oder Polizisten erschossen worden sein. Conrad hatte zuvor gesagt, die Nationalgardisten und Polizisten hätten das "Feuer erwidert", nachdem sie beim Auflösen einer Menschenansammlung beschossen worden seien.

Gouverneur Andy Beshear hatte eine unabhängige Untersuchung des Falls angekündigt. Dem "Kentucky Sports Radio"  zufolge hätte Polizeichef Conrad ohnehin am 30. Juni in den Ruhestand verabschiedet werden sollen.

UN-Generalsekretär Guterres mahnt Untersuchungen zu Polizeigewalt in den USA an

22.58 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat Ermittlungen zu Polizeigewalt bei den Anti-Rassismus-Protesten in den USA angemahnt. Die Behörden müssten im Umgang mit Demonstranten zurückhaltend agieren, sagte Guterres' Sprecher Stéphane Dujarric. In den vergangenen Tagen seien Fälle von Polizeigewalt beobachtet worden. Diese Fälle müssten untersucht werden. Zugleich mahnte Dujarric, die Proteste müssten friedlich bleiben.

Floyd soll am Dienstag kommender Woche beerdigt werden

22.35 Uhr: Der Anwalt der Floyd-Familie, Ben Crump, hat das Datum von George Floyds Beerdigung bekannt gegeben. Geplant sei, dass Floyd am Dienstag kommender Woche in Houston (Texas) beigesetzt werde, sagte er. In Minneapolis - Floyds Wahlheimat - werde es an diesem Donnerstag eine Gedenkveranstaltung geben. Floyd war in Houston aufgewachsen.

Houstons Polizeichef an Trump: "Halten Sie den Mund"

22.31 Uhr: Houstons Polizeichef Art Acevedo hat Präsident Donald Trumps Umgang mit den Protesten scharf kritisiert. "Lassen Sie mich dem Präsidenten der Vereinigten Staaten im Namen der Polizeichefs dieses Landes nur eines sagen: Bitte, wenn Sie nichts Konstruktives zu sagen haben, halten Sie den Mund." Das sei eines der Grundprinzipien von Führung und die USA bräuchten nun Führung mehr denn je.

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Trump soll Medienberichten zufolge Gouverneure in einer Telefonkonferenz zu einem härteren Durchgreifen aufgefordert haben. Die Gouverneure müssten dabei "dominieren", sagte Trump bei der Schalte laut einem Bericht des Senders CBS, dem nach eigenen Angaben eine Aufnahme der Konversation vorlag. Die Gouverneure wurden demnach zudem angehalten, Festnahmen zu veranlassen und Gesetze gegen brennende Flaggen zu verabschieden.

Acevedo warf Trump vor, die Protestierenden mit seinem Verhalten zu gefährden. Es gehe nicht darum, zu dominieren, sondern die Herzen und den Verstand der Menschen zu gewinnen. "Wir wollen nicht, dass Menschen Freundlichkeit mit Schwäche verwechseln. Aber wir wollen auch nicht, dass Ignoranz das ruiniert, was wir hier in Houston haben." Der Polizeichef rief die Menschen dazu auf, bei der Präsidentschaftswahl im Herbst wählen zu gehen.

Die US-Regierung kündigte unterdessen an, in Reaktion auf die Proteste zusätzliche Unterstützung ins gesamte Land zu schicken. Es gebe Beweise, dass die Antifa-Bewegung hinter den Ausschreitungen stecke, hieß es. US-Präsident Donald Trump macht seit Tagen Linksradikale für die Gewalt bei Protesten verantwortlich und fordert ein hartes Durchgreifen der Sicherheitskräfte. Kritiker werfen ihm vor, die Stimmung mit seinen Äußerungen weiter anzuheizen.

New York verhängt Ausgangssperre

22.22 Uhr: Die Stadt New York verhängt ab 23 Uhr eine Ausgangssperre. Sie solle bis fünf Uhr morgens dauern, verkündeten Gouverneur Andrew Cuomo und Bürgermeister Bill de Blasio. Zuvor hatten bereits zahlreiche US-Städte wegen anhaltender Proteste Ausgangssperren verhängt.

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De Blasio schrieb auf Twitter, man unterstütze und schütze den friedlichen Protest in der Stadt. Die Demonstrationen seien überwiegend friedlich. Man könne aber nicht zulassen, dass Gewalt die Aussage der Proteste unterwandere. Die Polizeipräsenz werde erhöht.

Bruder von George Floyd fordert Ende gewaltsamer Proteste

21.47 Uhr: Der Bruder von George Floyd, Terrence Floyd, hat ein Ende der Gewalt bei den Protesten in den USA gefordert. Die Demonstrationen müssten friedlich sein, sagte Terrence Floyd bei einer Mahnwache für seinen Bruder in Minneapolis. George Floyd hätte keine Gewalt gewollt. Terrence Floyd rief dazu auf, wählen zu gehen. In den USA stehen im November Präsidentschaftswahlen an.

Zuvor hatte bereits Floyds Sohn Quincy Mason Floyd die Demonstranten gebeten, friedlich zu bleiben. Ein weiterer Bruder von George Floyd, Philonise Floyd, hatte am Sonntag im Sender CNN gefordert, auch die anderen drei Polizisten, die beteiligt waren und nicht einschritten, müssten festgenommen werden. "Ich will Gerechtigkeit - jetzt."

Washington verlängert Ausgangssperre und weitet sie aus

21.44 Uhr: Angesichts erneuter Ausschreitungen nahe des Weißen Hauses ist die Ausgangssperre in der US-Hauptstadt Washington verlängert und ausgeweitet worden. Bürgermeisterin Muriel Bowser kündigte am Montag ein Ausgangsverbot ab 19.00 Uhr bis Dienstagmorgen an. Die Sperre wird auch in der Nacht zu Mittwoch gelten. Bowser sagte, die Menschen hätten das Recht auf friedliche Proteste. Plünderungen und das Einschlagen von Fenstern dürften aber nicht zugelassen werden.

Am Sonntag hatten sich Demonstranten nahe des Weißen Hauses den zweiten Abend in Folge Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Randalierer setzten Autos in Brand und schlugen Schaufenster ein. Nach Angaben von Polizeichef Peter Newsham wurden mindestens 88 Menschen festgenommen.

Autopsie im Auftrag von Floyds Familie belastet Polizisten

21.18 Uhr: Der Anwalt von George Floyds Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizisten, bei deren Einsatz der 46-Jährige starb. Eine Autopsie im Auftrag der Familie habe ergeben, dass Floyd an "Erstickung aufgrund von Nacken- und Rückenkompression" gestorben sei, sagte Benjamin Crump. Die Blutversorgung des Gehirns sei unterbrochen worden und das Gewicht auf Floyds Rücken habe die Atmung erschwert.

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Crump belastet damit nicht nur den Beamten, der minutenlang auf Floyds Nacken kniete. In der Mitteilung der Anwälte hieß es, auch zwei weitere an dem Einsatz beteiligte Polizisten hätten zu Floyds Tod beigetragen, indem sie Druck auf dessen Rücken ausgeübt hätten. Der vierte Beteiligte sei ebenfalls haftbar, weil er nicht eingeschritten sei. Crump forderte die Festnahme aller beteiligten Polizisten. Die vier wurden bereits entlassen.

Die Ergebnisse der Autopsie unterscheiden sich von den Resultaten der offiziellen Obduktion, wie sie in einem Haftbefehl gegen einen beteiligten Polizeibeamten beschrieben wurden. Dort heißt es, nach vorläufigen Erkenntnissen sei Floyd nicht erstickt. Stattdessen habe der 46-Jährige an Gesundheitsproblemen gelitten, die in Verbindung mit der Festsetzung und möglichen Rauschmitteln im Blut vermutlich zum Tod geführt hätten.

Der von den Anwälten mit Floyds Autopsie betraute Mediziner Michael Baden sagte: "Die Autopsie hat gezeigt, dass es keine Vorerkrankung gab, die zu seinem Tod geführt oder dazu beigetragen hat." Zudem sei es eine falsche Annahme der Polizei, dass man nicht sprechen könne, ohne zu atmen.

New Yorks Bürgermeister nach Festnahme von Tochter: "Stolz auf sie"

20.58 Uhr: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat sich demonstrativ hinter seine Tochter gestellt, die bei Massenprotesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd festgenommen worden war. "Ich liebe meine Tochter sehr, ich verehre sie. Sie ist so ein guter Mensch, sie will nur Gutes in der Welt tun, sie will eine bessere und friedlichere Welt sehen", sagte der Bürgermeister am Montag. "Sie glaubt, dass wir viele Veränderungen brauchen. Ich bin stolz auf sie, dass ihr das so wichtig ist, dass sie bereit war, rauszugehen und etwas dafür zu unternehmen."

Die 25 Jahre alte Chiara de Blasio, Tochter des weißen de Blasio und dessen afroamerikanischer Frau Chirlane McCray, war bei einem Protest in New York in der Nacht zu Sonntag wegen unrechtmäßiger Versammlung vorübergehend festgenommen worden. Seine Tochter habe ihm gesagt, sie habe gedacht, dass sie sich den Anweisungen der Polizei entsprechend verhalten habe, sagte de Blasio. "Sie hat sehr deutlich gemacht, dass sie friedlich protestiert und nichts getan hat, was eine negative Reaktion provozieren könnte."

Kommt die Ausgangssperre in New York?

20.53 Uhr: Erneut haben nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes Tausende Menschen in den USA gegen Polizeigewalt und Rassismus demonstriert - auch in New York. In der Millionenmetropole wird nun über eine nächtliche Ausgangssperre nachgedacht. "Wir müssen uns das als Möglichkeit ansehen", sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Auch Gouverneur Andrew Cuomo sagte, dass er mit dem Bürgermeister darüber sprechen wolle.

Auslöser der Proteste war der Tod des 46 Jahre alten Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am Montag vergangener Woche. Mindestens 40 Städte in den USA haben bereits nächtliche Ausgangssperren verhängt.

In New York war es bereits in der vierten Nacht in Folge zu Massenprotesten gekommen. Bis zu 6000 Menschen nahmen vor allem in den Stadtteilen Manhattan und Brooklyn an den Protesten teil, wie örtliche Medien unter Berufung auf Behörden berichteten. Die meisten Proteste seien friedlich verlaufen. Einige Demonstranten hätten aber Glasflaschen und Müll auf Polizisten geworfen, Fensterscheiben eingeschlagen, Läden geplündert, Autos angezündet und Feuer in Mülleimern gelegt. Die Manhattan Bridge zwischen Brooklyn und Manhattan wurde vorübergehend gesperrt.

"Die vergangene Nacht war nicht gut", sagte Gouverneur Cuomo. "Das war einfach negativ. Es hat keine positive Reformagenda vorangebracht, es war schlecht für die Stadt und schlecht für den Kampf gegen Covid-19." In der stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Millionenmetropole New York sollen am 8. Juni erste Beschränkungen gelockert werden, nachdem die Zahl der Neuinfektionen zuletzt immer weiter gesunken war. Das dürfe nicht durch Massenansammlungen in Gefahr gebracht werden, sagte Cuomo. "Protestiert - aber macht es klug."

Er verurteilte die Gewalt der Demonstranten, sagte aber auch, dass einige Handlungen von Polizisten den Ärger der Demonstranten weiter angefacht hätten. Das werde nun von der Staatsanwaltschaft untersucht.

bbr/kko/ptz/als/fek/asc/dpa/AP/Reuters/AFP
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