Führender Republikaner McConnell kritisiert Trump wegen Essens mit Rassisten

Bisher hielt sich die Parteispitze mit Kritik an Donald Trumps Dinner mit dem Rechtsextremen Nick Fuentes zurück. Nun wagt sich Mitch McConnell vor – mit einer bemerkenswerten Aussage zur Präsidentschaft.
Mitch McConnell (l.) mit Trump (2017)

Mitch McConnell (l.) mit Trump (2017)

Foto: Evan Vucci/ AP

Der führende Republikaner Mitch McConnell hat nach Donald Trumps Abendessen mit Rapper Kanye West indirekt Kritik an dem Ex-Präsidenten geübt. In der republikanischen Partei sei kein Platz für Antisemitismus und Rassismus, sagte der republikanische Minderheitsführer im US-Senat am Dienstag. »Und jeder, der sich mit Leuten trifft, die einen solchen Standpunkt vertreten, wird meines Erachtens höchstwahrscheinlich nie zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden«, so McConnell weiter – ohne Trump explizit zu nennen.

Bei der Frage, ob er Trump unterstützen würde, sollte dieser das parteiinterne Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gewinnen, wich McConnell aus und blieb eine klare Antwort schuldig.

Trump hatte vergangene Woche Rapper West, der sich jetzt Ye nennt, zum Essen in seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida empfangen. Mit dabei war der rechtsextreme Nationalist Nick Fuentes. West und Fuentes sind bekannt dafür, Verschwörungstheorien und antisemitische Parolen zu verbreiten. Trump hat anschließend bestritten, Fuentes vorher gekannt zu haben.

McConnell hatte Trump in der Zeit nach dem 6. Januar 2021 für die Erstürmung des Kapitols durch dessen Anhänger verantwortlich gemacht – aber dennoch gegen eine Verurteilung Trumps gestimmt. McConnell hatte zwar danach immer wieder Kritik an Trump geübt, aber nie mit ihm gebrochen. Noch vor einigen Monaten hatte der 80-Jährige gesagt, er würde Trump unterstützen, sollte er Präsidentschaftskandidat für seine Partei werden. Trump geht McConnell in seinen Reden häufig an.

Greene erfolgreich – Lake eher weniger

Nach dem Treffen war in der republikanischen Partei Kritik laut geworden. Etliche führende Politiker verteidigten Trump aber im gleichen Atemzug. Rassistische oder antisemitische Äußerungen haben bei den Republikanern in jüngster Vergangenheit auch nicht zwangsläufig zu einem politischen Karriereende geführt. Bekanntestes Beispiel dafür ist die Trump-Getreue Marjorie Taylor Greene . Für sie ist Verschwörungsunsinn und offene Hetze zur Marke geworden.

Allerdings wurden andere extreme Kandidatinnen und Kandidaten bei den Midtermwahlen Anfang des Monats abgestraft. Ein prominentes Beispiel ist Kari Lake, die bei der Gouverneurswahl im Bundesstaat Arizona unterlag.

jok/dpa
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