Flucht aus dem Libanon Viele Tote bei Bootsunglück vor syrischer Küste

Behörden in Syrien haben mehrere Schutzsuchende aus dem östlichen Mittelmeer gerettet. Diese hatten versucht, vom Libanon aus in die EU zu gelangen. Für 34 Menschen kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Eine syrische Mutter umarmt ihr Kind – hier nach einer Rettung durch spanische Helfende vor Tunesien

Eine syrische Mutter umarmt ihr Kind – hier nach einer Rettung durch spanische Helfende vor Tunesien

Foto: Petros Karadjias / AP

Immer wieder geraten Migrantinne und Migranten bei der waghalsigen Überfahrt über das Mittelmeer in Seenot. Bei dem Untergang eines Flüchtlingsboots vor der Küste Syriens sind nun mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen.

Ihre Leichen seien vor der Hafenstadt Tartus geborgen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Damaskus mit. 20 Überlebende würden im Krankenhaus behandelt. Angaben zur Nationalität der Opfer wurden zunächst nicht gemacht.

Nach offiziellen Angaben berichteten Überlebende, dass das Boot vor einigen Tagen im Libanon gestartet war. Tartus ist der südlichste der großen Häfen Syriens und liegt rund 50 Kilometer nördlich der libanesischen Hafenstadt Tripoli.

Im vergangenen Jahr hatte der Libanon einen sprunghaften Anstieg der Zahl der Migrantinnen und Migranten verzeichnet, die an seinen Küsten die gefährliche Überfahrt in überfüllten Booten nach Europa wagten. Ziel der meisten Boote ist das EU-Mitglied Zypern, das 175 Kilometer entfernt liegt.

Gefährliche Fluchtrouten

Viele der Flüchtenden, die vom Libanon aus über das Mittelmeer in Richtung EU aufbrechen, sind Syrer. Die sich weiter verschärfende Wirtschaftskrise im Libanon hat dazu geführt, dass auch immer mehr Libanesen fliehen.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt die Zahl der Toten und Vermissten auf der Fluchtroute über das Mittelmeer seit Jahresbeginn auf 1301 Menschen, davon 114 im östlichen Mittelmeer. Die meisten Menschen verschwinden auf der zentralen Route im Mittelmeer. Diese Route von Nordafrika nach Europa gilt als gefährlichste Migrationsroute der Welt. Im vergangenen Jahr gab es IOM-Schätzungen zufolge insgesamt 2048 Tote und Vermisste im Mittelmeer, davon 1553 allein im zentralen Mittelmeer.

mrc/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.