Seenot im Mittelmeer Sea-Watch rettet an Heiligabend 118 Menschen
Mahnmal für mehr als 2600 Tote: Die Hilfsorganisation »Open Arms« hat am Strand von Barcelona ein Schlauchboot und Kleidung ausgelegt, um an die vielen Menschen zu erinnern, die bei der Flucht übers Mittelmeer in diesem Jahr ums Leben gekommen sind
Foto: Marc Asensio Clupes / ZUMA Wire / IMAGODie freiwilligen Helfer der Organisation Sea-Watch haben an Heiligabend bei zwei Einsätzen 118 Menschen vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet. Darunter seien 32 Kinder und unbegleitete Minderjährige, das jüngste erst drei Jahre alt, so die deutsche Hilfsorganisation.
Das Team habe zunächst 54 Menschen aus einem überfüllten Schlauchboot an Bord genommen. Unmittelbar danach habe die »Seawatch 5« ein weiterer Notruf erreicht. Dabei seien weitere 64 Menschen gerettet worden. Viele seien erschöpft und dehydriert gewesen.
Die Geretteten wurden an Bord erstversorgt, das Schiff sei nun auf dem Weg in den rund 1150 Kilometer entfernten Hafen Marina di Carrara, der ihnen von Italien zugewiesen worden sei.
»Es gibt keine stille Nacht, wenn Menschen auf der Suche nach Sicherheit übers Meer fliehen müssen«, sagte Einsatzleiterin Anne Dekker. Es müssten »sichere Fluchtwege« geschaffen werden, um weitere Tragödien zu vermeiden.
Die Vereinten Nationen haben die Migrationsroute über das Mittelmeer als die tödlichste der Welt bezeichnet. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind allein in diesem Jahr schon 2678 Menschen auf der zentralen Mittelmeerroute ums Leben gekommen.