Anschlagswelle in Somalia Terrorangriff auf Hotel in Mogadischu nach 20 Stunden beendet

Somalische Sicherheitskräfte haben dem Terrorangriff in einem Hotel für hochrangige Regierungsbeamte ein Ende gesetzt. Die Angreifer sind tot, mehr als 60 Menschen konnten gerettet werden.
Krankenwagen in Mogadischu: Polizei bestätigt acht Tote, lässt aber die Zahl der Verletzten offen

Krankenwagen in Mogadischu: Polizei bestätigt acht Tote, lässt aber die Zahl der Verletzten offen

Foto: Feisal Omar / REUTERS

Nach rund 20 Stunden haben Sicherheitskräfte den Terrorangriff auf ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu beendet. Alle sechs Angreifer der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab seien getötet worden, sagte Polizeisprecher Sadiq Dodishe bei einer Pressekonferenz am Montagabend.

Außerdem seien acht Zivilisten ums Leben gekommen. Mehr als 60 Menschen wurden laut Polizei aus dem Hotel gerettet. Nähere Angaben zu Verletzten wurden nicht gemacht. Nach Polizeiangaben vom Sonntag befand sich der somalische Sicherheitsminister Ahmed Mohamed Doodishe unter den Verletzten.

Hotel für Politiker, Geschäftsleute und hochrangige Staatsgäste

Schwer bewaffnete Kämpfer der Al-Shabaab hatten das Hotel Villa Rosa, zu dem ausschließlich Politiker, ausgewählte Geschäftsleute und hochrangige Staatsgäste Zutritt haben, am Sonntagabend während der Gebetszeit gestürmt. Dabei waren nach Angaben von Augenzeugen laute Explosionen und Schüsse zu hören, die am Montagmorgen andauerten. Das Hotel liegt unweit des Präsidentenpalastes. Das Parlament verschob eine für Montag angesetzte Sitzung.

Die Terrormiliz Al-Shabaab reklamierte den Angriff für sich. Der Anschlag erfolgte zwei Tage nach einer großangelegten Militäraktion somalischer Regierungstruppen im Zentrum des Landes, bei der nach Regierungsangaben 100 Al-Shabaab-Mitglieder getötet wurden.

Die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündete Miliz kämpft seit 2007 gegen die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte somalische Regierung. Aus den großen Städten des Landes wurden ihre Kämpfer vertrieben, sie beherrschen aber weiter große ländliche Gebiete des ostafrikanischen Landes. Die Miliz hat ihre Angriffe jüngst verstärkt, da ihr der in diesem Jahr gewählte Präsident Hassan Sheikh Mohamud den »totalen Krieg« erklärt hatte.

Somalia, ein Land am Horn von Afrika mit etwa 16 Millionen Einwohnern, wird seit Jahren von Anschlägen und Gewalt erschüttert.

muk/dpa
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