Munkhbayar Chuluundorj Bekannter Kritiker Chinas in der Mongolei festgenommen

Der mongolische Aktivist Munkhbayar Chuluundorj hat den Einfluss Chinas auf die Regierung des Nachbarlandes kritisiert. Jetzt wurde er in Gewahrsam genommen – angeblich weil er Geld von ausländischen Geheimdiensten bekam.
Mongolischer Aktivist Munkhbayar Chuluundorj (2015): »Alle Bürger der Mongolei werden zu Sklaven Chinas werden«

Mongolischer Aktivist Munkhbayar Chuluundorj (2015): »Alle Bürger der Mongolei werden zu Sklaven Chinas werden«

Foto: JOHANNES EISELE / AFP

Ein bekannter Kritiker Chinas ist in der Mongolei festgenommen worden. Munkhbayar Chuluundorj stehe im Verdacht, »Anweisungen und Geld von einer ausländischen Geheimdienstorganisation« erhalten zu haben, erklärte der mongolische Geheimdienst GIA. Vertraute des Aktivisten vermuteten jedoch, er sei wegen seiner Kritik an Pekings Einfluss auf die Politik der Mongolei inhaftiert worden. Sie werfen den Behörden in der Hauptstadt Ulan Bator eine Kampagne gegen Chinas Kritiker vor.

Mongolische Aktivisten beschuldigen Peking, die Minderheit in dem zu China gehörenden Autonomen Gebiet Innere Mongolei unter Zwang zu assimilieren. Jede Kritik daran werde aber von den Behörden in Ulan Bator geahndet. Der Binnenstaat mit seinen rund drei Millionen Einwohnern ist stark von seinen Mineralien-Exporten in die Nachbarstaaten Russland und China abhängig.

Kritischer Facebook-Eintrag

Munkhbayar hatte vor Kurzem auf Facebook den Rücktritt des mongolischen Regierungschefs gefordert, dem er zu enge Beziehungen mit Peking vorwarf. »Die Unabhängigkeit unserer Nation wird verloren gehen, und alle Bürger der Mongolei werden zu Sklaven Chinas werden«, schrieb er.

Nach Angaben des GIA wurde Munkhbayar bereits am Freitag inhaftiert. Wie die NGO Südmongolische Informationszentrum für Menschenrechte unter Berufung auf seinen Bruder Munkh-erdene berichtete, darf er keine Verwandtenbesuche erhalten. Sein Prozess finde hinter verschlossenen Türen statt.

als/AFP
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