Flüchtlingslager auf Lesbos Griechenland lässt rund 400 Menschen aus Moria aufs Festland bringen
Menschen warten dicht gedrängt auf die Abfahrt vom Flüchtlingslager Moria
Foto: ELIAS MARCOU/ REUTERSZum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus im Flüchtlingslager Moria auf der Ägäis-Insel Lesbos wollen die griechischen Behörden Hunderte Flüchtlinge auf das Festland bringen.
Zwei Gruppen mit insgesamt knapp 400 Asylsuchenden sollten noch am Sonntag auf Fähren die Insel verlassen, berichteten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Polizei. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa sollten vor allem ältere und kranke Menschen sowie Familien berücksichtigt werden.
Fotos zeigten, wie etliche Menschen am Lager dicht gedrängt auf Busse warteten, die sie zum Hafen bringen sollten. Weitere 100 Menschen sollen laut Medienberichten am Dienstag von Lesbos nach Piräus reisen. Wie die Agentur Reuters berichtet, plane das griechische Ministerium für Migration die Verlegung von insgesamt 2400 Flüchtlingen von den ägäischen Inseln aufs Festland.
Bereits in den vergangenen Wochen hatte die griechische Regierung Hunderte Migranten zum Festland bringen lassen. Zudem kommen seit Wochen kaum noch Migranten aus der Türkei auf den Inseln an. Nach Angaben von AFP sank die Zahl der in Lagern lebenden Menschen von rund 37.000 Anfang Mai. Moria allein beherbergt demnach 19.300 Asylsuchende, mehr als sechs Mal so viele wie geplant.
Bislang wurden in den Lagern auf den Inseln zwar noch keine Corona-Infektionen gemeldet, doch die Angst vor Infizierungen wächst. In einem Lager auf dem Festland wurden bereits mehr als 150 Flüchtlinge positiv getestet.
Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos hatte die griechische Regierung die Gesundheitskontrollen rund um die Lager mit zusätzlichem Personal und Container-Isolierstationen verstärkt. Zudem dürfen Migranten die Lager nur begrenzt und mit Genehmigung der Polizei verlassen. (Lesen Sie hier mehr über den Notfallplan der griechischen Regierung.)