Flüchtlingslager Moria Zwei Migranten auf Lesbos angeschossen

Nahe dem Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos sind ein Afghane und ein Iraner mit einer Schusswaffe leicht verwundet worden. Der Schütze ist bislang nicht bekannt.
Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos

Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos

Foto: Aggelos Barai/ AP

Auf der griechischen Insel Lesbos sind zwei Asylsuchende angeschossen worden. Die beiden Männer, ein Iraner und ein Afghane, hätten sich am späten Mittwochabend mit Schusswunden in der Krankenstation des Flüchtlingslagers Moria gemeldet, hieß es aus Kreisen des Lagers. Sie wurden demnach in ein örtliches Krankenhaus gebracht und sind offensichtlich nicht schwer verletzt.

Der Schütze ist bislang unbekannt. Die Polizei ermittelt und geht nach SPIEGEL-Informationen derzeit davon aus, dass es sich angesichts des Tatorts und der Waffe höchstwahrscheinlich nicht um einen Geflüchteten handelt. Es besteht die Vermutung, dass ein Einheimischer geschossen haben könnte. Bestätigt ist dies allerdings nicht.

Auf Lesbos war es im März zu Attacken von Extremisten auf Geflüchtete und Mitarbeiter humanitärer Organisationen gekommen. Einheimische waren unter anderem aufgebracht, weil es rund um das Lager immer wieder zu Diebstählen gekommen war.

Zwischenfall ereignete sich bei Spaziergang

Der Zwischenfall mit den beiden Verletzten soll sich in etwa sieben Kilometer Entfernung vom Camp Moria ereignet haben. Eigentlich gilt für das Lager, wie für alle griechischen Flüchtlingslager, derzeit wegen der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre. Der Polizei gegenüber gaben die beiden Männer zu, das Lager verlassen zu haben.

Auf dem griechischen Festland wurden bereits in zwei Lagern und in einem Hotel, in dem Migranten untergebracht sind, Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Dort wurden in dieser Woche 150 Menschen positiv getestet. Bislang gab es noch keine bestätigten Fälle für die Flüchtlingslager auf den Inseln. Die Behörden testen allerdings nicht flächendeckend - und die Angst der Menschen vor einer Ansteckung ist groß.

In Moria harren zurzeit gut 18.300 Migranten zu teils menschenunwürdigen Bedingungen aus. Das Lager ist nur für gut 2700 Menschen gebaut. Humanitäre Organisationen fordern die Schließung des Lagers.

mfh/gec/AFP/dpa
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