Hilfe gegen islamistische Rebellen EU erwägt Militäreinsatz in Mosambik

Im Kampf gegen islamistischen Terror will die EU mehr Hilfe in Ostafrika leisten: Soldatinnen und Soldaten sollen auf eine Ausbildungsmission nach Mosambik entsandt werden. Dort gerät die Sicherheitslage außer Kontrolle.
Zerstörte Fahrzeugteile nach islamistischen Angriffen in der Küstenstadt Palma

Zerstörte Fahrzeugteile nach islamistischen Angriffen in der Küstenstadt Palma

Foto: JOAO RELVAS / EPA-EFE

Die EU erwägt einen Militäreinsatz zur Unterstützung von Regierungstruppen in Mosambik: »Wir werden versuchen, eine Ausbildungsmission zu entsenden, wie wir sie in der Sahelzone haben, um die Sicherheitslage in Mosambik beherrschbar zu machen«, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell bei einem Treffen der europäischen Verteidigungsminister in Brüssel. Dies solle in Reaktion auf den wachsenden Einfluss von Terroristen im Norden des südostafrikanischen Landes geschehen. Die Regierung habe die EU um Hilfe gebeten.

Im Norden Mosambiks verüben islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge wurden so mehr als 530.000 Menschen vertrieben.

Einsatz nach Vorbild der Sahel-Mission

Zuletzt hatte es unter anderem mehrfach Angriffe auf die Küstenstadt Palma gegeben. Im März hatten islamistische Rebellen die Stadt in der Grenzregion zu Tansania überfallen und nach zweitägigen Gefechten die Kontrolle über übernommen. Dabei starben Zivilisten, Tausende flüchteten. Der französische Energiekonzern Total brachte infolge über 1000 Mitarbeiter in der Region in Sicherheit. Er ist dort an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt.

Wie ein EU-Einsatz in Mosambik genau aussehen könnte, blieb zunächst unklar. An der Ausbildungsmission für die Sahelzone (EUTM Mali), die Borrell als Orientierungspunkt nannte, sind bis zu 1077 Soldaten beteiligt. Deutschland stellte davon zuletzt bis zu 450 Soldatinnen und Soldaten. Vom 1. Juni an sollen es bis zu 600 sein.

Ziel des Einsatzes in Mosambik soll es sein, die Streitkräfte in der Region durch Beratung und Ausbildung so zu unterstützen, dass sie der Bedrohungen durch terroristische Gruppen effektiv entgegentreten können. Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen umfasst das Mandat demnach nicht.

ire/dpa
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