Provinz im Norden des Landes Mehr als 50 Menschen in Mosambik offenbar von Islamisten enthauptet

Milizen, die dem "Islamischen Staat" nahe stehen sollen, haben im Norden Mosambiks Berichten zufolge ein Massaker verübt. Dutzende Menschen sollen auf einem Sportplatz hingerichtet worden sein.

In der Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks haben mutmaßlich militante Islamisten mehr als 50 Menschen enthauptet. Das berichtete zunächst die britische BBC , unter anderem mit Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur in Mosambik.

Inzwischen liegt laut der Nachrichtenagentur dpa auch eine Mitteilung der lokalen Polizei vor, wonach sich die Tötungen in den vergangenen drei Tagen ereignet haben sollen. Die Aufständischen hätten mehrere Dörfer angegriffen, Zivilisten getötet, Frauen und Kinder entführt und Häuser niedergebrannt.

"Sie haben die Häuser in Brand gesteckt und haben dann Menschen verfolgt, die in die Wälder geflüchtet sind, und haben ihre makabren Aktionen begonnen", sagte ein Polizist laut dpa bei einer Pressekonferenz.

Zeugen berichteten lokalen Medien, dass die Bewaffneten in einem Dorf Bewohner auf einen Fußballplatz getrieben und dort hingerichtet hätten.

Gruppe soll Verbindungen zum IS haben

In Cabo Delgado führen islamistische Rebellen seit rund drei Jahren brutale Angriffe durch. Nach Angaben der BBC sollen die Milizen in Verbindung zum "Islamischen Staat" (IS) stehen. Die Gruppierung hat sich demnach die extreme Armut und hohe Arbeitslosigkeit in der muslimisch geprägten Region zunutze gemacht, um neue Anhänger zu rekrutieren.

2000 Tote binnen drei Jahren

Im Kampf gegen die Rebellion kommt es Menschenrechtlern zufolge auch immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte. In den vergangenen Monaten soll es bereits mehrere Vorfälle gegeben haben, bei denen zahlreiche Zivilisten enthauptet wurden.

Der BBC zufolge sind in der Region in den vergangenen drei Jahren bis zu 2000 Menschen getötet worden. Mehr als 400.000 mussten wegen des Konflikts ihr Zuhause verlassen. Immer wieder treffen zudem Zyklone das Land im Südosten Afrikas schwer. Tausende starben 2019, als "Idai" über das Land hinwegfegte und verheerende Schäden hinterließ.

fek/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.