Russische Propaganda Platz vor britischer Botschaft in Moskau wird der »Volksrepublik Luhansk« gewidmet

Die Adresse der US-Botschaft änderte Moskau bereits zu Propagandazwecken, nun soll ein Platz vor der britischen Vertretung umbenannt werden. Bei der Abstimmung über den Namen gab es offenbar Unregelmäßigkeiten.
Britische Botschaft in Moskau

Britische Botschaft in Moskau

Foto: Anton Denisov / SNA / IMAGO

Die Maßnahme ist nur symbolisch – aber dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen nach London keineswegs verbessern: Russlands Hauptstadt Moskau will einen Platz vor der britischen Botschaft zu Ehren des nach eigenen Angaben jüngst eroberten ostukrainischen Gebiets Luhansk umbenennen.

In einer Onlineumfrage hätten sich die Moskauer mehrheitlich für diesen Standort ausgesprochen, um ihn der »Volksrepublik Luhansk« zu widmen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Kremlchef Wladimir Putin hat Luhansk sowie das Nachbargebiet Donezk Ende Februar unter großem internationalem Protest als unabhängige »Volksrepubliken« anerkennen lassen. Wenige Tage später ließ er russische Truppen ins Nachbarland einmarschieren.

Ukraine hat Kontrolle über Gebiet Luhansk verloren

Nach mehr als vier Monaten Krieg musste sich die ukrainische Armee am vergangenen Wochenende aus der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk zurückziehen – und verlor damit faktisch die Kontrolle über das gesamte Gebiet Luhansk.

Moskau hatte bereits im Juni die Umbenennung eines Platzes vor der US-amerikanischen Botschaft zu Ehren der »Donezker Volksrepublik« verkündet. Auch damals gab es eine Onlineumfrage. Kremlkritische russische Medien berichteten allerdings, dass Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes teils zur Abstimmung gedrängt worden sein sollen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, war den Organisatoren in Moskau bei der Umbenennung der Adresse an der US-Botschaft offenbar zunächst ein Fauxpas unterlaufen. Demnach war zunächst der Name »Platz der Verteidiger des Donbass« im Gespräch. Die US-Botschaft hatte dies als einen Tribut an die ukrainischen Kämpfer in der Region gewertet und die Änderung begrüßt. Der nun gewählte Name »Platz der Menschen der Republik Donezk« legt dagegen die Absicht Russlands offen, die eroberten Gebiete in das eigene Staatsgebiet zu integrieren.

fek/dpa/Reuters
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