Angebliches Komplott der russischen Regierung »Es wird sehr schwerwiegende Konsequenzen geben«

Die britische Regierung glaubt, dass Russland eine Marionettenregierung in Kiew installieren will. Justizminister Raab droht dem Kreml. Moskau weist den Vorwurf als »Falschinformation« zurück.
Aus Angst vor einem Durchmarsch Russlands lassen sich in Kiew Zivilisten zum Kampf ausbilden

Aus Angst vor einem Durchmarsch Russlands lassen sich in Kiew Zivilisten zum Kampf ausbilden

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Das Außenministerium in London will sehr genaue Informationen über Russlands Pläne in der Ukraine haben: Präsident Putin plane die Invasion und die Einsetzung einer ihm genehmen Regierung. Nun hat Großbritannien Russland vor den Folgen gewarnt. »Es wird sehr schwerwiegende Konsequenzen geben, wenn Russland diesen Schritt unternimmt«, sagte der stellvertretende Premierminister Dominic Raab am Sonntag dem Sender »Sky News«. Das Außenministerium in London hatte zuvor erklärt, der Kreml wolle eine prorussische Führung in der Ukraine durchsetzen und russische Geheimdienste seien im Rahmen von Invasionsplänen in Kontakt mit mehreren ehemaligen Politikern der Ukraine.

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Die Regierung in Moskau wies die Angaben der britischen Regierung als »Falschinformation« zurück. Vielmehr würden Großbritannien und die Nato die Spannungen eskalieren.

In der Ukraine wurden die britischen Angaben anders bewertet. »Man sollte diese Information so ernst wie möglich nehmen«, sagte Mychajlo Podoljak, ein Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er räumte zwar Zweifel unter den Ukrainern ein, ob der vom britischen Außenministerium als Kandidat für die Führung einer Marionettenregierung benannte Ex-Abgeordnete Jewhen Murajew dafür infrage käme. Dieser sei eine »zu lächerliche Figur«. Aber Russland habe schon zuvor unbedeutende Persönlichkeiten in Führungspositionen auf der annektierten Krim und im von Separatisten gehaltenen Donbass unterstützt.

»Es ist nicht sehr logisch«

»Wir werden das Komplott des Kremls nicht tolerieren, eine prorussische Führung in der Ukraine zu installieren«, twitterte die britische Außenministerin Liz Truss. Moskau wisse, dass ein militärischer Einmarsch ein großer strategischer Fehler wäre und dass das Vereinigte Königreich und seine Partner Russland einen hohen Preis auferlegen würden.

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Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen. Moskau weist den Vorwurf zurück, eine Invasion vorzubereiten, und fordert zugleich Sicherheitsgarantien der Nato. Der Westen weist das zurück und hat erklärt, dass ein Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine schwerwiegende politische und wirtschaftliche Folgen haben würde.

Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Emily Horne, teilte mit, diese Art von Verschwörung sei sehr besorgniserregend. Das ukrainische Volk habe das souveräne Recht, seine Zukunft selbst zu bestimmen. Die USA stünden an der Seite ihrer demokratisch gewählten Partner in der Ukraine.

muk/Reuters
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