Mutter von Rushdie-Angreifer »Ich will mit ihm nichts zu tun haben«

Einem Bericht der »New York Times« zufolge hat die Mutter ihrem 24-jährigen Sohn nach dessen Angriff auf Salman Rushdie »nichts zu sagen«. Sie sagt aber: Eine Reise in den Nahen Osten habe ihren Sohn verändert.
Salman Rushdie bei der Frankfuerter Buchmesse 2013

Salman Rushdie bei der Frankfuerter Buchmesse 2013

Foto: Ralph Orlowski / REUTERS

Der Angreifer von Autor Salman Rushdie wird derzeit von den Behörden befragt. Seine Mutter will ihm der »New York Times« zufolge keinen Beistand leisten. »Ich will mit ihm nichts zu tun haben«, sagte die Mutter des 24-Jährigen der Zeitung.

Demnach hatte das Blatt die Frau im US-Bundesstaat New Jersey auf der Straße vor ihrem Haus gesprochen. Sie habe ihrem Kind auch nichts zu sagen, wurde die Mutter weiter zitiert. Sie habe aber bestätigt, dass ihr Sohn 2018 von einer Reise in den Nahen Osten wesensverändert zurückgekehrt sei und sich zunehmend auf den islamischen Glauben fokussiert habe.

Der britisch-indische Autor Rushdie war am Freitag bei einer Veranstaltung im US-Bundesstaat New York von einem Mann angegriffen worden. Seitdem liegt er mit schweren Stichverletzungen im Krankenhaus und befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Zum Motiv des Täters gibt es bislang keine Angaben, er plädiert auf nicht schuldig.

Nach dem Angriff sprach Rushdie unterdessen einem Bericht zufolge mit Ermittlern. Der Autor sei am Montag im Krankenhaus bei Bewusstsein gewesen und habe Fragen der Beamten beantwortet, berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf Polizeikreise.

Rushdie wird seit Jahrzehnten von religiösen Fanatikern verfolgt. Wegen des Romans »Die satanischen Verse« hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini 1989 eine Fatwa gegen Rushdie verhängt und dazu aufgerufen, den Schriftsteller zu töten.

dam/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.