Nach Militärputsch in Myanmar Aung San Suu Kyi wegen Korruption angeklagt

Nach dem Coup in Myanmar unterdrückt das Militär brutal jeden Widerstand – und geht gegen die einstige politische Führung vor: Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi drohen nun offenbar bis zu 15 Jahre Gefängnis.
Aung San Suu Kyi: erst entmachtet, dann angeklagt

Aung San Suu Kyi: erst entmachtet, dann angeklagt

Foto: Peter Dejong / AP

Myanmars entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi ist einem Bericht zufolge wegen Korruption angeklagt worden. Die Antikorruptionskommission im früheren Birma habe Beweise dafür gefunden, dass die 75-Jährige ihr Amt ausgenutzt und unter anderem 600.000 Dollar und mehrere Kilogramm Gold illegal angenommen sowie Landmissbrauch betrieben habe, berichtete die staatsnahe Zeitung »Global New Light on Myanmar« am Donnerstag. Suu Kyis Anwalt bezeichnete die Vorwürfe als »absurd«.

»Ich habe noch nie eine ehrlichere und unbestechlichere Politikerin getroffen als Aung San Suu Kyi«, teilte Khin Maung Zaw, der Chef ihres Verteidigungsteams, der Deutschen Presse-Agentur mit. »Sie mag Fehler haben, aber persönliche Gier und Korruption gehören nicht dazu.« Auf Korruption stehen in Myanmar bis zu 15 Jahre Haft.

Die Friedensnobelpreisträgerin sitzt seit dem Putsch der Generäle vom 1. Februar im Hausarrest – wie zu Zeiten der früheren Militärdiktatur. Die Justiz wirft ihr bereits ein halbes Dutzend Vergehen vor, darunter Verstöße gegen Außenhandelsgesetze, Verletzung von Coronamaßnahmen und Anstiftung zum Aufruhr. Vermutet wird, dass die Junta die beliebte Ex-Regierungschefin mithilfe der Verfahren auf Dauer aus der Politik heraushalten will.

Das südostasiatische Myanmar versinkt seit dem Putsch in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden mindestens 858 Menschen getötet. Fast 6000 wurden festgenommen.

asa/dpa
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