Gestürzte Regierungschefin Militärgericht in Myanmar verurteilt Suu Kyi zu weiterer Haftstrafe

Gegen Myanmars gestürzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi wurden bereits mehrere Gefängnisstrafen verhängt. Ein neues Urteil verlängert die Haftstrafe der Friedensnobelpreisträgerin nun auf 26 Jahre.
Aung San Suu Kyi bei einer Rede in Naypyidaw im Januar 2020

Aung San Suu Kyi bei einer Rede in Naypyidaw im Januar 2020

Foto: Aung Shine Oo / AP

Die Prozesse gelten als politisch motiviert: Ein Militärgericht in Myanmar hat die entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt. Eine mit dem Fall vertraute Quelle sagte, die Friedensnobelpreisträgerin sei »in zwei Korruptionsfällen zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt« worden, die gleichzeitig verbüßt werden sollen. Suu Kyi war der Quelle zufolge beschuldigt worden, 550.000 Dollar (etwa 567.000 Euro) Bestechungsgeld von einem Geschäftsmann angenommen zu haben.

Suu Kyi war wegen verschiedener anderer Vorwürfe seit der Machtergreifung der Militärs im Februar vergangenen Jahres zuvor bereits zu langjähriger Haft verurteilt worden. Schuldig gesprochen wurde die 77-Jährige bei den von ihren Unterstützern als politisch motiviert bezeichneten Prozessen unter anderem wegen des Vorwurfs der illegalen Einfuhr von Funkgeräten, Verstößen gegen die Coronaregeln und Korruptionsvorwürfen.

Mit den neuerlichen Verurteilungen beläuft sich ihre komplette Haftstrafe auf 26 Jahre. Suu Kyi scheint der Quelle zufolge in einem guten Gesundheitszustand zu sein und will gegen das jüngste Urteil Berufung einlegen.

Die Militärjunta in Myanmar geht seit ihrer Machtübernahme im Februar 2021 brutal gegen Andersdenkende vor. Suu Kyi hatte nach dem Militärputsch zunächst unter Hausarrest gestanden. Im Juni wurde die 77-Jährige in ein Gefängnis in der Hauptstadt Naypyidaw gebracht. Ihr Kontakt zur Außenwelt ist äußerst begrenzt. Auch viele ihrer politischen Weggefährten sind inhaftiert. Im Juli wurde zudem ein früherer Abgeordneter der Partei Suu Kyis hingerichtet.

asc/AFP
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