Berichte über Massenamnestie Militärjunta in Myanmar will offenbar Tausende Gefangene freilassen

Im Rahmen einer Massenamnestie sollen in Myanmar Berichten zufolge auch mehrere prominente Inhaftierte freikommen – darunter eine frühere britische Botschafterin, ein japanischer Journalist und ein australischer Professor.
Vicky Bowman, frühere britische Botschafterin in Myanmar (hier in einem Videostandbild aus dem Jahr 2014)

Vicky Bowman, frühere britische Botschafterin in Myanmar (hier in einem Videostandbild aus dem Jahr 2014)

Foto: Radio Free Asia / AP / dpa

Die Militärjunta in Myanmar hat Berichten zufolge angekündigt, anlässlich des Nationalfeiertags Tausende inhaftierte Personen freizulassen. Es sollten fast 6000 Häftlinge freikommen: Das berichten unter anderem die Nachrichtenagentur AFP sowie der unabhängige Nachrichtendienst Myanmar Now. Beide Medien gaben an, mit Vertretern der Militärführung gesprochen zu haben. Wann genau die Menschen in Freiheit kommen – oder ob dies bereits geschehen ist – ist bisher unklar.

Es sollen auch vier prominente Häftlinge aus dem Ausland freikommen:

  • Der australische Wirtschaftsprofessor Sean Turnell: Er ist der frühere Berater der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Er war kurz nach dem Militärputsch vom Februar 2021 festgenommen worden und musste sich wegen eines angeblichen Verstoßes gegen ein Gesetz zu Amtsgeheimnissen vor Gericht verantworten. Ende September war er zu drei Jahren Haft verurteilt worden – zum Entsetzen von Menschenrechtlern in aller Welt. Die australische Regierung hatte immer wieder die Freilassung Turnells gefordert. Auch Professorenkollegen engagierten sich seit vielen Monaten für ihn.

  • Die ehemalige britische Botschafterin in dem Land, Vicky Bowman: Sie war Anfang September wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Einwanderungsbestimmungen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden.

  • Bowmans myanmarischer Ehemann, der Künstler Htein Lin: Er wurde der Beihilfe beschuldigt und ebenfalls zu einem Jahr Haft verurteilt.

  • Der japanische Journalist Toru Kubota: Er war im Oktober zu insgesamt zehn Jahren Haft wegen Volksverhetzung und Verstößen gegen die Kommunikations- und Immigrationsgesetze verurteilt worden. Der Dokumentarfilmer war festgenommen worden, nachdem er eine Protestaktion in der größten Stadt Yangon (früher: Rangun) gefilmt hatte.

Unter anderem die Zeitung »The Irrawaddy« berichtete von der bevorstehenden Freilassung der vier Personen. Eine offizielle Bestätigung für die Angaben gibt es bisher nicht.

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Die Militärjunta in Myanmar geht seit ihrer Machtübernahme am 1. Februar 2021 hart gegen ihre Gegner vor. Auch Ausländer sind im Visier der Generäle. Suu Kyi sitzt in einem Gefängnis in Einzelhaft und muss sich wegen immer neuer Vorwürfe vor Gericht verantworten. Menschenrechtler sprechen von Schauprozessen.

aar/dpa/AFP
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