Myanmar Oppositionelle bereiten offenbar bewaffneten Widerstand vor

Auch Monate nach dem Putsch in Myanmar hält der Widerstand gegen die Militärregierung an. Nun haben politische Gegner der Junta eigenen Angaben zufolge »Volksverteidigungskräfte« gebildet.
Protest in Myanmar: Am 1. Februar hat die Armee die Kontrolle in dem Land an sich gerissen

Protest in Myanmar: Am 1. Februar hat die Armee die Kontrolle in dem Land an sich gerissen

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STR / EPA

Das Militär in Myanmar geht mit Härte gegen Proteste vor. Hunderte Zivilisten sollen in den vergangenen Monaten bei Demonstrationen gegen den Armeeputsch getötet worden sein. Die politischen Gegner der Militärjunta wollen ihre Unterstützer nun besser schützen.

Eigenen Angaben zufolge bereiten sich Oppositionelle auf den bewaffneten Widerstand gegen die Militärregierung vor. Die aus Gegnern der Junta zusammengesetzte Regierung der Nationalen Einheit teilte mit, sie habe »Volksverteidigungskräfte« gebildet. Diese solle ihre Anhänger gegen Angriffe des Militärs schützen.

Weiter hieß es, dies solle ein erster Schritt hin zu einer föderalen Unions-Armee sein. Ziel seien »wirksame Reformen im Sicherheitssektor«, um »einen 70 Jahre andauernden Bürgerkrieg zu beenden«.

In dem asiatischen Land haben am 1. Februar Militärs gegen die demokratisch gewählte Regierung geputscht. Seitdem reißen die Proteste gegen die Militärjunta nicht ab. Menschenrechtlern zufolge sollen Sicherheitskräfte mehr als 760 Zivilisten getötet haben, zudem sollen mehr als 3400 Menschen inhaftiert worden sein.

Uno-Schätzungen zufolge haben bis zu 10.000 Menschen das Land verlassen

Zuletzt kam es am Wochenende landesweit zu größeren Protesten. In mehreren Städten gingen Tausende Menschen auf die Straße. Lokalen Medien zufolge sind dabei erneut mindestens fünf Demonstranten getötet worden.

Zudem hat sich die Lage im Land in den vergangenen Monaten verschlechtert. Die Uno schätzt, dass die Gewalteskalation in Myanmar bis zu 20.000 Menschen im Land vertrieben hat. Knapp 10.000 Menschen seien in die Nachbarländer geflüchtet. Armut und Covid-19 breiteten sich aus – etwa 3,4 Millionen Menschen könnten laut Uno unter Hunger leiden.

Der Uno-Sicherheitsrat hat ein sofortiges Ende der Gewalt in Myanmar gefordert. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung riefen die Ratsmitglieder am Freitag zur Umsetzung eines vom Verband Südostasiatischer Staaten (Asean) vorgelegten Plans zur Beilegung der Krise auf.

asc/dpa/Reuters
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