Nach Massentötungen USA fordern Waffenembargo gegen Myanmar-Generäle

Gräueltaten der Militärjunta in Myanmar sorgen weltweit für Entsetzen, ein Verbot von Waffenlieferungen gibt es bis heute aber nicht. Die USA fordern nun ein Embargo, das bisher am Veto von Russland und China scheiterte.
Eine Militärparade in Myanmar: Die USA fordern ein Verkaufsstopp von Waffen an die Militärjunta (Archivbild)

Eine Militärparade in Myanmar: Die USA fordern ein Verkaufsstopp von Waffen an die Militärjunta (Archivbild)

Foto: Ye Aung Thu/ AFP

Die US-Regierung fordert nach der Massentötung in Myanmar ein Ende des Verkaufs von Waffen an das Militär. Man sei beunruhigt über die Brutalität des Regimes in weiten Teilen des Landes, teilte das US-Außenministerium mit. »Es ist nicht hinnehmbar, dass unschuldige Menschen und humanitäre Akteure ins Visier genommen werden.«

Die internationale Gemeinschaft müsse mehr tun und eine Wiederholung solcher Gräueltaten verhindern. Dazu zähle auch ein Verkaufsstopp von Waffen und sogenannten Dual-Use-Gütern an das Militär. Damit sind Waren gemeint, die sowohl für militärische als auch zivile Zwecke verwendet werden können. Dazu zählen etwa Navigationssysteme oder Überwachungselektronik.

Bereits im Juni hatte die Uno-Vollversammlung dafür gestimmt, Waffenlieferungen nach Myanmar zu verbieten. Das Votum war aber nur symbolisch: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen griff die Maßnahme nicht auf. In dem mächtigsten Uno-Gremium haben Russland und China, die gemeinsam mit Indien die wichtigsten Waffenlieferanten Myanmars sind, ein Vetorecht.

35 verbrannte Leichen in Myanmar gefunden

Am Freitag wurden nach Angaben von Hilfsorganisationen mindestens 35 verbrannte Leichen in Myanmar entdeckt. Örtlichen Medien- und Augenzeugenberichten zufolge hatten Soldaten der Militärjunta Zivilisten festgenommen und getötet, die wegen Kämpfen aus ihren Dörfern fliehen wollten. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder gewesen.

In diesem Wagen und anderen Autos sollen an Heiligabend die Leichen gefunden worden sein

In diesem Wagen und anderen Autos sollen an Heiligabend die Leichen gefunden worden sein

Foto: HANDOUT / AFP

Der Vorfall im östlichen Bundesstaat Kayah hatte international Entsetzen und Empörung ausgelöst. Die internationale Hilfsorganisation Save the Children erklärte am Dienstag, unter den Toten seien zwei ihrer Mitarbeiter.

Das frühere Burma versinkt seit einem Putsch im Februar in Chaos und Gewalt. Das Militär hat die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet und regiert seither mit eiserner Faust. Jeder Widerstand wird mit brutaler Härte unterdrückt. Die USA haben seit dem Putsch immer wieder strenge Exportbeschränkungen erlassen und Sanktionen gegen diverse Mitglieder des neuen Führungsapparats, einige Angehörige und mehrere Firmen verhängt.

hba/dpa/AFP