Nach Raketenbeschuss Israel greift Ziele im Gazastreifen und in Syrien an

Israel hat nach eigenen Angaben mehrere Stellungen von Dschihadisten bombardiert. Seit dem Tod eines palästinensischen Angreifers durch israelische Soldaten wachsen die Spannungen mit den Palästinensern.
Nach einem israelischen Luftangriff steigt in einem Ort im Gazastreifen Rauch auf (Archivbild)

Nach einem israelischen Luftangriff steigt in einem Ort im Gazastreifen Rauch auf (Archivbild)

Foto: Khaled Omar/ dpa

Die israelische Armee hat laut eigenen Angaben auf Angriffe aus dem Gazastreifen reagiert. Die Streitkräfte bombardierten demnach Ziele im Gazastreifen und in Syrien. In einer Erklärung des israelischen Militärs hieß es, die Angriffe hätten sich gegen Stellungen der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad gerichtet.

Die israelischen Truppen hätten "Terrorziele des Islamischen Dschihad südlich von Damaskus" angegriffen, außerdem "Dutzende" Ziele des Islamischen Dschihad im Gazastreifen, teilten die Streitkräfte mit. Eines der Ziele seien Kämpfer gewesen, die gerade Raketenangriffe vorbereitet hätten. Mitarbeiter der Gesundheitsdienste im Gazastreifen teilten mit, bei den Angriffen seien vier Menschen verletzt worden.

Zuvor seien laut israelischem Militär 20 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Zehn davon seien vom israelischen Raketenabwehrsystem abgefangen worden, andere seien in unbewohnten Gebieten eingeschlagen. Zu möglichen Toten oder Verletzten machte die israelische Armee zunächst keine Angaben. Der Islamische Dschihad bekannte sich zu dem Raketenbeschuss.

Eskalation der Spannungen nach Tod eines Palästinensers

In Syrien griff die israelische Armee nach eigenen Angaben Stellungen des Islamischen Dschihad südlich der Hauptstadt Damaskus an. Darunter sei eine "Drehscheibe" für die Aktivitäten der Organisation in Syrien gewesen. Eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP in Damaskus hörte mehrere starke Explosionen kurz vor Mitternacht.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, "die meisten feindlichen Raketen" seien abgeschossen worden, bevor diese ihre Ziele erreicht hätten. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind sechs Menschen bei dem Angriff ums Leben gekommen, zwei Palästinenser der Extremistenorganisation Islamischer Dschihad und vier Mitglieder pro-iranischer Milizen.

Die Spannungen zwischen Israel und militanten Palästinensern waren am Sonntag erneut eskaliert, nachdem es an der Grenze zum Gazastreifen zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen war. Israelische Soldaten erschossen dort einen Palästinenser, der nach Armeeangaben eine Bombe legen wollte. Danach habe ein Bulldozer der israelischen Streitkräfte die Leiche des Palästinensers geborgen, sagte eine Armeesprecherin. Der Islamische Dschihad teilte mit, bei dem Toten handle es sich um ein 27-jähriges Mitglied des bewaffneten Flügels der Organisation.

In Onlinenetzwerken im Gazastreifen kursierte ein Video, in dem junge, offenbar unbewaffnete Männer versuchen, die Leiche des Erschossenen zu bergen, während sich der israelische Bulldozer nähert. Dann sind Schüsse zu hören, die Männer rennen weg, und der Bulldozer nimmt die Leiche mit. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums im von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen wurden durch die Schüsse zwei Zivilisten verletzt.

Der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett lässt die Leichen getöteter Palästinenser bergen, um sie womöglich als Faustpfand verwenden zu können. Die Hamas verfügt seit 2014 über die sterblichen Überreste zweier israelischer Soldaten.

mst/dpa/Reuters
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