Nach Luftangriff auf Mediengebäude Journalistenverband erhebt Vorwürfe gegen Israel

Die israelische Armee hat ein Medienhochhaus in Gaza zerstört – das Gebäude sei auch von der Hamas genutzt worden. Die Foreign Press Association kritisiert nun: Israel habe dafür keine Beweise vorgelegt.
Das zerstörte Gebäude, in dem auch AP und Al Jazeera Büros unterhielten

Das zerstörte Gebäude, in dem auch AP und Al Jazeera Büros unterhielten

Foto: Mohammed Salem / REUTERS

Der Journalistenverband Foreign Press Association (FPA) in Israel und den Palästinensergebieten erhebt nach der Zerstörung eines Hochhauses mit Medienbüros im Gazastreifen schwere Vorwürfe gegen Israel. Die Entscheidung, das Gebäude zu zerstören, werfe die Frage auf, ob Israel bereit sei, die Pressefreiheit zu beeinträchtigen.

»Wir stellen fest, dass Israel keine Beweise vorgelegt hat, um seine Behauptung zu untermauern, dass das Gebäude von der Hamas genutzt wurde«, hieß es in einem Schreiben des Verbands vom Sonntag. Man habe wegen des Vorfalls um ein Treffen mit israelischen Beamten gebeten. Die FPA hat nach eigenen Angaben 480 Mitglieder, die für internationale Medien arbeiten.

DER SPIEGEL

Bei dem Angriff der israelischen Luftwaffe auf das Gebäude wurden am Samstag unter anderem Büros der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und des katarischen TV-Senders Al Jazeera zerstört. Berichten zufolge waren die Bewohner zuvor gewarnt worden. Die AP reagierte entsetzt. Die israelische Armee begründete den Angriff unter anderem damit, dass auch der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas das Gebäude genutzt habe.

hpi/dpa