Wegen Verbots von Kriegssymbolen Russischer Politiker droht moldauischer Präsidentin

Ein russischer Politiker hat mit scharfen Worten auf ein Verbot prorussischer Kriegssymbole in der Republik Moldau reagiert. Die moldauische Präsidentin könne »im Mülleimer der Geschichte« landen, schrieb er.
Moldauische Präsidentin Maia Sandu: Sie solle im »Mülleimer« landen

Moldauische Präsidentin Maia Sandu: Sie solle im »Mülleimer« landen

Foto: Dumitru Doru / EPA

Die russische Führung hat scharf auf ein Verbot von prorussischer Kriegssymbolik in der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau reagiert. Der russische Senator Alexej Puschkow drohte der Präsidentin der Republik, Maia Sandu, sie könne im »Mülleimer der Geschichte« landen. »Sie sollte sich vorsichtiger gegenüber Russland und seinen Symbolen äußern, umso mehr da Chișinău nicht für russisches Gas zahlen kann«, schrieb Puschkow auf seinem Telegram-Kanal.

Anfang der Woche hat Chișinău die Symbole Z und V verboten, mit der die russischen Truppen beim Angriff auf die Ukraine markiert sind, sowie das Sankt-Georgs-Band, welches als Kennzeichen der Unterstützer von Kremlchef Wladimir Putin, aber auch der prorussischen Separatisten in der Ukraine gilt. Sandu begründete das Verbot damit, dass die Symbole die Gesellschaft spalteten. Ihr Platz sei auf der »Müllhalde der Geschichte«, sagte sie. Puschkows Antwort schließt daran an. Der Senator gilt als einer der Sprecher für russische Außenpolitik.

Die Republik Moldau, zwischen der Ukraine und Rumänien gelegen, bemüht sich im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine um eine EU-Mitgliedschaft. Die moldauische Regierung in Chișinău hat Kiew humanitäre, aber keine militärische Hilfe gegen Russland gewährt. In dem Konflikt selbst erklärte sich die Republik Moldau neutral und hat sich auch nicht an den Sanktionen gegen Russland beteiligt.

Die Republik Moldau ist stark abhängig von russischen Gaslieferungen. Zudem gibt es in dem Land ebenfalls separatistische Bestrebungen. Die abtrünnige Teilrepublik Transnistrien wird de facto seit den Neunzigerjahren von einem prorussischen Regime regiert und von russischen Truppen gestützt. In der Republik Moldau gibt es daher Befürchtungen, dass nach einem Sieg der russischen Invasionstruppen in der Ukraine der Kreml seine Armee auch in ihr Land einmarschieren lassen könnte.

sog/dpa