Medienberichte Israel prüft offenbar Möglichkeit einer Waffenruhe

Die Gefechte im Nahen Osten dauern an – nun erwägt Israel Berichten zufolge eine Feuerpause. Aus Militärkreisen heißt es, dafür müsse allerdings die Hamas »die Botschaft verstanden« haben.
Zerstörung in Gaza-Stadt nach israelischen Luftangriffen

Zerstörung in Gaza-Stadt nach israelischen Luftangriffen

Foto: Adel Hana / AP

Rund anderthalb Wochen nach Beginn der Gewalteskalation im Nahen Osten hat Israel offenbar seine grundsätzliche Bereitschaft zu einer Waffenruhe mit dem Gazastreifen signalisiert. Es werde geprüft, ob im Konflikt mit den militanten Palästinensergruppen die Bedingungen für eine Feuerpause gegeben seien, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Bezug auf eine Quelle beim israelischen Militär. »Wir schauen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Waffenruhe ist.«

Israel will demnach sicherstellen, dass die militärischen Ziele der Luftangriffe erreicht wurden und dass die radikalislamische Hamas »die Botschaft verstanden hat«. Zugleich halte sich die Armee bereit, ihre Offensive für »weitere Tage« fortzusetzen, falls dies erforderlich sei.

Auch die israelische Zeitung »Haaretz« berichtete  unter Berufung auf eine ranghohe Quelle, wenn nichts Unerwartetes geschehe, könne mit einer Waffenruhe schon am Donnerstag gerechnet werden. In jedem Fall gehe man in Jerusalem davon aus, dass die militärische Operation innerhalb weniger Tage vorbei sein werde, weil sowohl die israelische Armee als auch die Hamas ihre Ziele erreicht hätten. Gespräche über eine Waffenruhe habe es bislang aber nicht gegeben.

Neben zahlreichen anderen Politikern aus dem Ausland hatte sich US-Präsident Joe Biden für eine Waffenruhe ausgesprochen. In einem Telefonat mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu erklärt Biden seine »Unterstützung« für eine Feuerpause. Biden bekräftigte aber nach Angaben des Weißen Hauses erneut auch seine Unterstützung für Israels Recht auf Selbstverteidigung. Zugleich habe er das Land ermutigt, »alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Schutz unschuldiger Zivilisten zu gewährleisten«.

Mehr als 230 Tote

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern war Anfang vergangener Woche wieder massiv eskaliert, nachdem militante Palästinenser Geschosse auf Israel abgefeuert hatten. Einer der Auslöser war die drohende Zwangsräumung palästinensischer Wohnungen in Ostjerusalem.

Seitdem wurden nach Angaben der israelischen Armee rund 3700 Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Israel abgefeuert. Die israelische Armee reagierte mit Luftangriffen auf Einrichtungen der Hamas und anderer militanter Gruppen. Mehr als 230 Menschen wurden getötet, die meisten von ihnen Palästinenser.

ire/AFP
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