Nahostkonflikt Raketenabschuss aus Gaza – Israel greift militante Palästinenser an

Explosionen in Khan Yunis, Gaza: Nachdem militante Palästinenser Raketen aufs Meer gefeuert hatten, flog die israelische Armee in der Nacht zum Sonntag mehrere Luftangriffe.
Luftangriff auf Khan Yunis im Gazastreifen: Drei Explosionen gemeldet

Luftangriff auf Khan Yunis im Gazastreifen: Drei Explosionen gemeldet

Foto: Ashraf Amra / imago images/ZUMA Wire

Nachdem militante Palästinenser am frühen Samstagmorgen zwei Raketen auf das Mittelmeer abgefeuert hatten, hat die israelische Armee Ziele in Gaza angegriffen.

Die Raketen seien vor der Küste von Tel Aviv ins Meer gefallen, meldete das israelische Militär. Nach Auskunft der Polizei verursachte die Explosion keine Schäden. Keine militante Gruppe hat bisher die Verantwortung übernommen.

Nach Einbruch der Dunkelheit griff Israel Ziele im Gazastreifen an – nach Angaben der israelischen Armee einen Militärposten der Hamas und eine Anlage zum Raketenbau. Der Rundfunksender der radikalislamischen Hamas meldete, israelische Flugzeuge und Panzer hätten Sicherheitsposten der Gruppe und ein Ausbildungslager attackiert.

Videoaufnahmen aus der Stadt Khan Yunis im südlichen Gazastreifen, an die ein großes Flüchtlingscamp angrenzt, zeigten drei Explosionen. Meldungen über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Die Hamas hat in der Vergangenheit gelegentlich Testraketen in Richtung Meer abgefeuert. Die der Hamas nahestehende Nachrichtenwebsite »Paltimes« berichtet jedoch, der Abschuss sei wahrscheinlich durch eine Fehlfunktion verursacht worden.

Die letzten schweren Kämpfe liegen erst einige Monate zurück: Im Mai hatte die Hamas Raketen Richtung Israel abgefeuert, woraufhin die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen bombardiert hatte. Im Gazastreifen wurden während der elftägigen Gefechte mehr als 240 Menschen getötet, in Israel gab es zwölf Tote.

Vor einem knappen Monat hatte Israel einen 65 Kilometer langen Sperrzaun an der Grenze zum Gazastreifen fertiggestellt und damit das Palästinensergebiet vollständig abgeriegelt. Einwohner im Süden Israels sollen so besser vor Angriffen geschützt sein.

Israel kontrolliert die Einfuhr von Waren in den schmalen Küstenstreifen, in dem zwei Millionen Menschen leben, und Grenzübertritte streng. Kritiker des Sperrzauns sagen, die aufgerüstete Blockade könne die humanitären Bedingungen in Gaza weiter verschlechtern.

lov/AP/Reuters
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