Nahostkonflikt »Sie werden mit ihrem Blut büßen«

Israels Ministerpräsident Netanyahu reagiert mit aller Härte auf die massiven Luftangriffe der militanten Palästinenser. Auch Tel Aviv wurde in der vergangenen Nacht Ziel von Raketen.
DER SPIEGEL

Tel Aviv in der Nacht zum Mittwoch – Sirenengeheul und Explosionen über der Stadt, Menschen suchen Schutz vor Raketeneinschlägen. Laut israelischer Armee seien von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen seit Montag mehr als 1000 Raketen auf Israel abgefeuert worden, ein Großteil wurde abgefangen.

In dieses Haus nahe Tel Aviv schlug eine Rakete ein und tötete eine Frau. Insgesamt seien bislang fünf Menschen durch den Beschuss gestorben und mehr als 200 verletzt, so ein Militärsprecher am Mittwochmorgen.

Benjamin Netanyahu, Ministerpräsident Israel

»Die Hamas und der Islamische Dschihad haben bezahlt und ich sagen Ihnen, sie werden noch einen sehr hohen Preis für ihre Kriegstreiberei bezahlen. Und hier, heute Abend, sage ich, Sie werden mit ihrem Blut büßen.«

Die israelische Armee teilte mit, sie habe »eine Reihe wichtiger Terrorziele und Terroraktivisten im Gazastreifen getroffen«. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der »Hanadi Tower« im Gazastreifen nach einem Luftangriff zusammenstürzt, in dem Gebäude betrieb die Hamas-Führung mehrere Büros. Die Bewohner wurden laut Nachrichtenagentur Reuters eine Stunde zuvor gewarnt um das Gebäude zu evakuieren.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf 35, darunter zwölf Kinder und drei Frauen. 233 Menschen seien verletzt worden.

Ismail Haniyeh, Hamas-Führer

»Wenn sie die Eskalation wollen, ist der Widerstand bereit, wenn sie aufhören wollen, ist der Widerstand bereit. Wenn sie ihre Hand aus Jerusalem herausziehen wollen, ist der Widerstand bereit, das ist die Botschaft, die wir an alle Seiten und an alle Beteiligten überbracht haben.«

Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern im Nahen Osten ist trotz internationaler Appelle in den vergangenen Tagen eskaliert. Auslöser waren drohende Zwangsräumungen von Wohnungen palästinensischer Familien in Ost-Jerusalem zugunsten israelischer Siedler. 

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