Namibia Bürgerrechtler Adolf Hitler gewinnt Wahl zum Landrat

In Namibia hat ein nach Adolf Hitler benannter Lokalpolitiker einen deutlichen Wahlsieg errungen. Programmatisch distanziert sich der Kandidat zum Glück von seinem Namensvetter.
Wahlen in Namibia (Archivbild von 2019)

Wahlen in Namibia (Archivbild von 2019)

Foto: GIANLUIGI GUERCIA/ AFP

Adolf Hitler hat einen Erdrutschsieg bei Regionalwahlen in Namibia eingefahren – mit 84,88 Prozent der Stimmen vertritt er künftig die Region Oshana im Norden des Landes. Bereits am Mittwoch wurde Hitler auf Namibias Verfassung eingeschworen. Das meldet der afrikanische Sender Eagle FM Namibia.

Beim Politiker handelt es sich natürlich nicht um den Nationalsozialisten – sondern einen Namensvetter. Dieser heißt mit ganzem Namen Uunona Adolf Hitler und gehört der Swapo-Partei an. In seiner Heimat ist der schwarze Namensvetter Hitlers als Anti-Apartheidskämpfer bekannt und setzt sich für Bürgerrechte ein.

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Die Swapo ist die gegenwärtige Regierungspartei und aus einer ehemaligen Befreiungsbewegung hervorgegangen. Bei den Regional- und Kommunalwahlen ist sie von 83 auf knapp 57 Prozent abgestürzt, Hitler ist ein glücklicher Ausreißer nach oben.

»Dass ich diesen Namen habe, heißt nicht, dass ich nach der Weltherrschaft strebe.«

Uunona Adolf Hitler

Der Vorname Adolf ist in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika durchaus üblich. Im Interview mit der »Bild«-Zeitung , sagte Uunona Adolf Hitler, der Name sei für ihn lange Zeit normal gewesen. »Erst als Heranwachsender begriff ich: Dieser Mann wollte die ganze Welt unterwerfen. Ich habe mit all diesen Dingen nichts zu tun.«

Sein Vater habe ihn nach Hitler genannt und »wahrscheinlich gar nicht verstanden, wofür Adolf Hitler stand«. Nun sei es allerdings »zu spät«, um seinen Namen zu ändern. Er stehe »in allen offiziellen Dokumenten«.

Seine Frau habe eine pragmatische Lösung gefunden: Sie nenne ihn schlicht Adolf. Hitler versichert: »Dass ich diesen Namen habe, heißt nicht, dass ich nach der Weltherrschaft strebe.«

mrc
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