Iran Hafturlaub für iranische Menschenrechtsaktivistin Sotudeh

Nach 50 Tagen Hungerstreik ist der Gesundheitszustand der iranischen Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh bedenklich. Nun erhält sie Hafturlaub, wie ihr Ehemann bestätigte.
Die iranische Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh mit ihrer Familie nach der Verbüßung einer vorherigen Haftstrafe 2013 (Archivbild)

Die iranische Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh mit ihrer Familie nach der Verbüßung einer vorherigen Haftstrafe 2013 (Archivbild)

Foto: UPI Photo / imago images

Der Ehemann der inhaftierten Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh hat den Hafturlaub seiner Frau bestätigt. Resa Chandan postete am Sonntag auf Facebook ein Bild der vierköpfigen Familie  nach der vorübergehenden Entlassung Sotudehs aus dem Gefängnis. Zuvor hatte die iranische Justiz den Hafturlaub nach über zwei Jahren Inhaftierung bekannt gegeben. Chandan gab keine weiteren Details an. Es ist unklar, wie lange seine Frau im Hafturlaub bleiben darf.

Erst Ende Oktober war bekannt geworden, dass die mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnete iranische Menschenrechtsanwältin ihre Reststrafe von zwölf Jahren in einem Frauengefängnis absitzen müsse. Das hatte ein Sprecher der Gefängnisverwaltung Teherans bekannt gegeben.

Laut Chandan war Sotudehs Gesundheitszustand in den vergangenen Wochen besorgniserregend, besonders nach ihrem fast 50-tägigen Hungerstreik. Unter anderem leidet die 57-Jährige an einer Herzschwäche, wegen der sie im September auch fünf Tage in einem Krankenhaus in Teheran behandelt werden musste. Mit dem Hungerstreik wollte die Anwältin und Frauenrechtlerin gegen die Haftbedingungen der politischen Gefangenen während der Corona-Pandemie protestieren.

Sotudeh wird "staatsfeindliche Propaganda" vorgeworfen. Über ihre Haftstrafe gibt es unterschiedliche Angaben. Ihrem Ehemann zufolge wurde sie 2018 von einem Revolutionsgericht zu einer Haftstrafe von 33 Jahren und sechs Monaten sowie zu 148 Peitschenhieben verurteilt. Von der Haft muss sie mindestens 12 Jahre absitzen. Später war aber auch von 38 Jahren die Rede.

Sotudeh hatte vor Gericht alle Vorwürfe gegen sie zurückgewiesen. Sie engagiere sich lediglich friedlich für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe im Land. Sie und ihr Mann gehören zu den renommiertesten Menschenrechtsaktivisten in Iran.

caw/dpa-AFX
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