»Wir haben viel zu besprechen« Nato-Generalsekretär Stoltenberg ruft Russland zu Treffen auf

Nato-Generalsekretär Stoltenberg drängt Russland erneut zu Gesprächen. Zuletzt war eine positive Antwort aus Moskau ausgeblieben. Dabei gehe es um vieles, das im »gemeinsamen Interesse« liege, so der Nato-Chef.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: »Der Ball liegt jetzt aufseiten Russlands«

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: »Der Ball liegt jetzt aufseiten Russlands«

Foto: Stephanie Lecocq / AP

Eine Woche vor dem Nato-Gipfel in Brüssel hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Russland zu einem Treffen aufgerufen. »Ich möchte Russland erneut einladen, möglichst bald an einem Treffen des Nato-Russland-Rats teilzunehmen«, sagte Stoltenberg der »Welt«. »Wir haben viel zu besprechen, das im gemeinsamen Interesse von Nato und Russland liegt.«

»Die Beziehungen zwischen der Nato und Russland haben mittlerweile einen Tiefpunkt erreicht, wie wir ihn seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr kennen. Dialog ist der beste Weg, um Spannungen anzusprechen.« Dafür sei der Nato-Russland-Rat das geeignete Format, sagte Stoltenberg.

Die Nato habe die russische Regierung bereits vor über einem Jahr zu einem neuen Treffen eingeladen, darauf habe es aber keine positive Antwort gegeben, so Stoltenberg. »Der Ball liegt jetzt aufseiten Russlands.«

Nur noch unregelmäßige Treffen des Nato-Russland-Rats

Der Nato-Russland-Rat wurde 2002 gegründet, um Moskau eng in die Arbeit der transatlantischen Militärallianz einzubinden und Vertrauen zwischen den einstigen Gegnern zu bilden. Auf Botschafterebene soll der Nato-Russland-Rat eigentlich einmal im Monat tagen. Wegen des Ukrainekonflikts lag der Dialog allerdings zwischen Juni 2014 und April 2016 komplett auf Eis. Danach folgten Treffen nur noch in unregelmäßigem Abstand.

Bemühungen um die Wiederaufnahme von Gesprächen im Nato-Russland-Rat waren zuletzt mehrfach gescheitert. Als ein Grund gilt, dass Russland in dem Format nicht mehr über den Ukrainekonflikt reden will. Dies wiederum wollen vor allem östliche Nato-Staaten nicht als Bedingung für neue Gespräche akzeptieren.

ire/dpa