Bei UN-Generaldebatte Netanyahu warnt vor angeblichem Hisbollah-Waffendepot in Beirut

Netanyahu brachte die verheerenden Detonationen in Beirut Anfang August mit einem angeblichen Waffenlager der schiitischen Miliz Hisbollah in Verbindung. Dort könne eine weitere Explosion passieren.
Benjamin Netanyahu (Archivbild)

Benjamin Netanyahu (Archivbild)

Foto: Abir Sultan/ picture alliance / dpa

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat bei den Vereinten Nationen vor der angeblichen Existenz eines geheimen Waffendepots der Hisbollah in der Innenstadt von Beirut gewarnt. "Dort könnte eine weitere Explosion passieren", sagte Netanyahu am Dienstag bei der Generaldebatte der Uno-Vollversammlung per vorab aufgezeichneter Videobotschaft. In der libanesischen Hauptstadt Beirut waren Anfang August durch eine gewaltige Detonation am Hafen mehr als 190 Menschen getötet und mehr als 6000 weitere verletzt worden. Ausgelöst worden sein soll die Explosion durch große Mengen hochexplosiven Ammoniumnitrats. 

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah warf Netanyahu umgehend Lügen zu dem Waffendepot und einer angeblichen Raketenfabrik vor. Er kündigte noch am Abend im Fernsehen an, Medienvertreter zu dem vermeintlichen Ort einzuladen. Er warnte Netanyahu zugleich davor, die Libanesen gegen die Hisbollah aufzubringen. "Wir wissen sehr wohl, wohin wir unsere Raketen platzieren", sagte er. 

Die im Libanon sehr einflussreiche schiitische Hisbollah-Organisation kontrolliert den Süden des Landes. Der Libanon und Israel befinden sich offiziell noch im Krieg. An der gemeinsamen Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah. Sie ist eng mit Iran verbündet und sieht wie Teheran in Israel einen Erzfeind.  

Die seit dem 22. September - mit zwei Tagen Pause dazwischen - laufende Uno-Generaldebatte sollte am Dienstag nach Reden von Vertretern aller 193 Mitgliedstaaten zu Ende gehen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurden die Reden nicht live im Uno-Hauptquartier in New York gehalten, sondern per vorab aufgezeichneten Videos. Die sonst üblichen zahlreichen Nebenveranstaltungen und bilateralen Treffen wurden wegen der Pandemie auf wenige Online-Events zusammengeschrumpft. 

pgo/dpa
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