Krieg in der Ukraine USA sichern Ukraine weitere Militärhilfen in Höhe von 550 Millionen Dollar zu

Munition und Granaten: Die US-Regierung hat angekündigt, seinen Verbündeten in Kiew neue Rüstungsgüter zu liefern. Und: Moskau will »unfreundlichen« Staaten Adoption russischer Kinder verbieten. Das waren die News am 1. August.
Ein Mehrfachraketenwerfersystem der USA, genannt Himars

Ein Mehrfachraketenwerfersystem der USA, genannt Himars

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ZUMA Wire / IMAGO

Das Wichtigste in Kürze
  • Europa muss sich laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der Energiekrise auf »das Schlimmste vorbereiten«.

  • Nach Angaben des britischen Geheimdienstes verlegt Russland Truppen aus dem Donbass in den Süden der Ukraine.

  • Ein erstes Schiff mit Getreide an Bord hat den Hafen von Odessa verlassen und Kurs Richtung Libanon genommen.

  • Selenskyj kündigt Vergeltung für »brutalste Bombenangriffe auf Mykolajiw« an.

Russland will Fahrt von Getreidefrachtern aus der Ukraine absichern

22.13 Uhr: Die russische Militärführung hat zugesagt, die Getreideausfuhren aus den ukrainischen Häfen wie angekündigt zu sichern. Russland ergreife alle »nötigen Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der zivilen Seefahrt und zur Verhinderung von Provokationen entlang der Überfahrtsroute«, sagte ein Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums, Michail Misinzew, am Montag. Kurz zuvor war der erste Getreidefrachter seit Kriegsbeginn vor gut fünf Monaten aus einem ukrainischen Hafen ausgelaufen. Der Frachter wird in der Nacht zum Mittwoch zur Kontrolle in Istanbul erwartet.

Misinzews Angaben nach können Schiffe täglich von 08:00 bis 19:00 Uhr Moskauer Zeit aus den Häfen Odessa, Tschornomorsk und Juschny (Piwdennyj) auslaufen. Russland habe einen 139 Kilometer langen und 3 Kilometer breiten Korridor bereitgestellt. Allerdings bestehe immer noch die Gefahr ukrainischer Minen, die sich entlang der Küste von ihren Verankerungen losreißen und driften könnten, warnte er. Die Ukraine hatte wegen des russischen Angriffs auf das Land die Zufahrt zu den Häfen vermint.

Duda: Russland ist Gefahr für Europa

20.44 Uhr: Polens Präsident Andrzej Duda betrachtet Russland als Gefahr für Europa. »Sollte die Ukraine mit ihrem heldenhaften Widerstand den imperialen Plänen Putins nicht standhalten, wären Polen und die baltischen Staaten direkt von einer weiteren Ausweitung der russischen Einflusssphäre auf Mitteleuropa bedroht», sagte Duda der »Frankfurter Allgemeine Zeitung« (Dienstagsausgabe).

Duda sprach von »großrussischen Ideen, in denen es darum geht, sich andere Völker unterzuordnen». Dies seien nicht nur Ideen des russischen Präsidenten Wladmir Putin, vielmehr sei ein großer Teil der russischen Gesellschaft davon durchdrungen. »Dank der Ukraine ist diese Gefahr heute eingedämmt. Aber ich denke, dass diese Gefahr leider in der Zukunft aktuell werden wird«, so der polnische Präsident weiter. »Das Einzige, was man tun kann, ist, die eigene Sicherheit zu stärken.«

Andrzej Duda, Präsident Polens

Andrzej Duda, Präsident Polens

Foto: Leszek Szymanski / EPA

Polen hat der Ukraine nach Angaben Dudas 260 ältere T-72-Panzer geschenkt. Dadurch sei eine Lücke bei der eigenen Truppe entstanden, die durch eine beschleunigte Anschaffung neuer Panzer geschlossen werden müsse. Dabei hoffe Polen auch auf die Lieferung deutscher Leopard-Panzer. Ein sogenannter Ringtausch, mit dem polnische Lieferungen an die Ukraine durch Ersatz aus Deutschland ausgeglichen werden sollen, kam bislang allerdings nicht zustande. Mit dem bisherigen Berliner Angebot von 20 Panzern vom Typ Leopard 2 mit Lieferung ab 2023 hatte sich Polen nicht zufrieden gezeigt.

USA kündigen weitere Militärhilfe für die Ukraine an

20.40 Uhr: Die US-Regierung hat weitere Rüstungslieferungen an die Ukraine in einem Umfang von 550 Millionen Dollar angekündigt. Darin enthalten seien unter anderem Munition für das Mehrfachraketenwerfersystem Himars und 75.000 Artilleriegranaten, teilte das US-Verteidigungsministerium am Montag mit.

Insgesamt hätten die USA der Ukraine seit Antritt der Regierung von US-Präsident Joe Biden vor gut eineinhalb Jahren damit Waffen und Ausrüstung im Wert von rund 8,8 Milliarden Dollar zugesagt. Die USA würden weiter mit ihren Verbündeten und Partnern zusammenarbeiten, um die Ukraine im Kampf gegen die russische Invasionsarmee zu unterstützen, hieß es weiter.

Abgeordnete wollen »unfreundlichen« Staaten Adoption russischer Kinder verbieten

20.21 Uhr: Russische Abgeordnete wollen Bürgern aus »unfreundlichen« Staaten die Adoption russischer Kinder untersagen. Ein Gesetzentwurf dazu wurde am Montag auf der Website der Staatsduma, des Parlaments, veröffentlicht. Ein entsprechendes Gesetz für US-Bürger ist bereits seit 2012 in Kraft. Es wurde damals als Reaktion auf US-Sanktionen gegen russische Beamte beschlossen.

Plenarsaal des russischen Parlaments

Plenarsaal des russischen Parlaments

Foto: Anton Novoderezhkin / ITAR-TASS / IMAGO

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass wurden 2019 nur noch 240 russische Kinder von Ausländern adoptiert, 2012 waren es noch mehr als 2600 gewesen. Seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine Ende Februar hat der Westen zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt. Moskau erweiterte daraufhin seine Liste »unfreundlicher« Staaten. Darauf stehen nun unter anderem alle EU-Mitgliedstaaten.

Ukraine: 40 Orte in Region Cherson zurückerobert

18.55 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Region Cherson nach Angaben des dortigen Gouverneurs in den vergangenen Wochen mehr als 40 Orte zurückerobert. Bislang seien 46 Ortschaften in der Region »befreit« worden, sagte der ukrainische Gouverneur Dmytro Butriy am Montag im staatlichen Fernsehen. Die meisten der zurückeroberten Orte liegen nach seinen Angaben im Norden der Region, andere südlich nahe des Schwarzen Meeres.

Die ukrainischen Streitkräfte führen seit einigen Wochen eine Gegenoffensive in der südlichen Region Cherson, die an die 2014 von Russland annektierte Krim-Halbinsel angrenzt. Die Region war in den ersten Tagen des am 24. Februar von Russland begonnenen Angriffskriegs von den Invasionstruppen weitgehend eingenommen worden.

Gouverneur Butriy sagte nun, einige der inzwischen zurückeroberten Ortschaften seien »zu 90 Prozent zerstört und stehen noch heute unter ständigem Beschuss«. Er bezeichnete die humanitäre Lage in der Region als »kritisch«.

Blinken prangert Russlands Positionierung an Atomkraftwerk nahe Saporischschja an

18.26 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat Russland dafür kritisiert, mit seinen Truppen Stellung am Kernkraftwerk nahe dem ukranischen Saporischschja bezogen zu haben und von dort Attacken gegen feindliche Stellungen auszuführen. Das sagte Blinken bei einer Rede zur Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag vor den Vereinten Nationen in New York.

Russland habe die Position am größten Atomkraftwerk Europas als militärische Basis bewusst gewählt, »weil sie wissen, dass sie [die Ukraine, Anm. d. Red.] nicht zurückschießen kann und wird«, aus Angst, dabei einen Reaktor oder radioaktiven Abfall zu treffen.

Dies verleihe der Idee eines »menschlichen Schutzschildes« eine ganz neue, furchtbare Bedeutung, sagte Blinken. Die USA seien der Ansicht, dass mit dem Besitz von Atomwaffen eine Verantwortung einhergehe.

Blinken warf Russland vor, seine Atomwaffen für rücksichtlose Kriegsdrohungen einzusetzen. Frühere Äußerungen von Kremlchef Wladimir Putin, wonach militärische Hilfe für die Ukraine beispiellose Folgen haben könne, seien »gefährliches nukleares Säbelrasseln«, sagte Blinken. Die Aussagen stünden im Widerspruch zu internationalen Vereinbarungen. »In unserer Welt ist kein Platz für nukleare Abschreckung auf der Grundlage von Gewalt und Einschüchterung oder Erpressung. Wir müssen zusammenstehen, um dies abzulehnen.«

Uno-Generalsekretär Guterres: Ende von Odessa-Blockade »Meilenstein«

18.15 Uhr: Uno-Generalsekretär António Guterres hat die Wiederaufnahme von Getreideexporten über den ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa als »Meilenstein« gewürdigt. Das Ablegen des ersten Schiffes  nach der russischen Blockade sei »eine enorme kollektive Leistung des gemeinsamen Koordinierungszentrums, das letzte Woche in Istanbul unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen mit Vertretern aus der Ukraine, der Russischen Föderation und der Türkei eingerichtet wurde«, sagte Guterres in New York.

Dies könne aber nur der Anfang sein - viele weitere Handelsschiffe müssten nun folgen und Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine transportieren. Guterres kündigte außerdem ohne weitere Details an, dass die Uno mit einem geliehenen Schiff selbst Getreide aus dem Land bringen wolle.

Die Ukraine und Russland hatten am 22. Juli unter Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei ein Abkommen unterzeichnet, um von drei Häfen aus wieder Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Ein erstes Schiff verließ am Montagmorgen den Hafen von Odessa. Getreideexporte unter anderem über Odessa waren wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zuletzt monatelang blockiert gewesen.

Guterres betonte, dass der Krieg enden müsse. »Ich hoffe, dass die heutigen Nachrichten ein Schritt in Richtung dieses Ziels sein können, für die Menschen in der Ukraine und der Russischen Föderation und für die Welt.«

Russland will Mariupol wiederaufbauen

18.05 Uhr: Russland plant, die von dem Land besetzte ukrainische Hafenstadt Mariupol wiederaufzubauen. Die ersten bereits im Bau befindlichen Gebäude sollten bis zum Herbst fertiggestellt sein, sagte Vize-Ministerpräsident Marat Chusnullin dem russischen Fernsehsender RBC. Mariupol war vor seiner Einnahme durch die russischen Truppen wochenlang belagert und bombardiert worden. Dabei wurden große Teile der Stadt zerstört und viele Menschen getötet oder verletzt.

Die Besatzer scheinen überzeugt, dass die Stadt vorerst in ihren Händen bleiben wird: Chusnullin hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Plan für den Wiederaufbau von Mariupol innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren vorgelegt. Das Asow-Stahlwerk in Mariupol soll laut Chusnullin jedoch nicht in seiner früheren Größe wiederaufgebaut werden. »Höchstwahrscheinlich wird es ein Technologiepark mit Landschaftselementen werden.«

EU zahlt Ukraine neuen Milliardenkredit aus

17.55 Uhr: Die Europäische Union hat mit der Auszahlung eines weiteren Milliardenkredits an die Ukraine begonnen. Eine erste Überweisung in Höhe von 500 Millionen Euro sei am Montag erfolgt, teilte die zuständige EU-Kommission mit. Eine zweite über noch einmal 500 Millionen Euro werde an diesem Dienstag erfolgen. Die Ukraine braucht das Geld nach EU-Angaben zum Beispiel dafür, um laufende Kosten etwa für Rentenzahlungen und den Betrieb von Krankenhäusern zu decken.

Uno-Chef warnt vor größter nuklearer Gefahr seit dem Kalten Krieg

17.42 Uhr: Angesichts zahlreicher Krisen weltweit hat Uno-Generalsekretär António Guterres vor dem steigenden Risiko atomarer Vernichtung gewarnt. Die Welt befinde sich in einer »Zeit nuklearer Gefahr, wie es sie seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht mehr gegeben hat«, sagte Guterres am Montag zum Start der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NVV) in New York. »Die Menschheit läuft Gefahr, die Lehren zu vergessen, die in den schrecklichen Feuern von Hiroshima und Nagasaki geschmiedet wurden«. Die Welt sei nur ein Missverständnis oder eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt.

Guterres sagte weiter, dass die geopolitischen Spannungen einen neuen Höchststand erreicht hätten – und verwies auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine, Konflikte in Nahost, auf der koreanischen Halbinsel sowie Krisen mit »nuklearen Untertönen«. »Konkurrenz übertrumpft Kooperation und Kollaboration. Misstrauen hat den Dialog ersetzt. Uneinigkeit hat Abrüstung ersetzt.« Die Beseitigung von Atomwaffen sei die einzige Garantie, dass diese niemals eingesetzt würden. Auf dieses Ziel müsse unermüdlich hingearbeitet werden, damit die Menschheit vom Abgrund wegtrete.

Russland verbietet 39 Briten die Einreise, darunter David Cameron und Keir Starmer

16.31 Uhr: Das russische Außenministerium hat 39 weitere britische Staatsbürger in seine Sanktionsliste aufgenommen: Politiker, Journalisten und Geschäftsleute. Ihnen ist die Einreise verboten, da sie an der »Dämonisierung« Russlands und seiner internationalen Isolation mitgewirkt hätten. Auf der Liste stehen auch Oppositionsführer Keir Starmer, der frühere Ministerpräsident David Cameron sowie Skandalmoderator Piers Morgan.

Der frühere Premierminister David Cameron im Jahr 2021

Der frühere Premierminister David Cameron im Jahr 2021

Foto: HANNAH MCKAY / REUTERS

Deutsches Mars-II-Raketensystem in der Ukraine eingetroffen

16.07 Uhr: Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow dankt auf Twitter Deutschland für die Lieferung von Mars-II-Mehrfachraketenwerfern. Die deutsche Verteidigungsministerin Lambrecht hatte die Lieferung am 1. Juni angekündigt, bereits vergangene Woche bestätigte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros Andrij Jermak die Lieferung von mindestens einem System, nun kam offenbar ein weiteres. »Unsere Artillerieleute grüßen unsere deutschen Partner!«, heißt es im Tweet von Resnikow .

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Ganz klar ist es nicht, worauf sich Resnikow bezieht, wenn er von dem »dritten Bruder in der Lange-Reichweite-Familie« schreibt. Vielleicht meint er die drei versprochenen Mars-II-Systeme, vielleicht auch die verschiedenen Raketenwerfer Himars, M270 und Mars-II.

16 weitere Schiffe sind bereit zur Abfahrt

16.01 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Infrastrukturministers Kubrakow warten derzeit 16 weitere Schiffe darauf, die Häfen verlassen zu können. Die Frachter seien seit der russischen Invasion vor gut fünf Monaten blockiert gewesen. Durch die Wiederinbetriebnahme von drei Häfen könne die Wirtschaft der Ukraine mindestens eine Milliarde US-Dollar (rund 980 Millionen Euro) einnehmen und Planungen im Agrarsektor ermöglichen, sagte Kubrakow weiter. Russland hatte stets betont, es erwarte im Gegenzug, dass seine Getreide-, Lebensmittel- und Düngerexporte ebenfalls wieder in vollem Umfang aufgenommen werden können.

Duda zu Schicksal Warschaus und Mariupols: »Gleiche Bestialität«

15.40 Uhr: Der polnische Präsident Andrzej Duda hat das Schicksal seines Landes im Zweiten Weltkrieg mit dem der Ukraine im aktuellen Krieg gegen Russland verglichen. »Was hier in Warschau während des Zweiten Weltkriegs geschah, als die Deutschen rücksichtslos die Zivilbevölkerung der Hauptstadt ermordeten, ist heute mit ähnlicher Rücksichtslosigkeit die russische Aggression gegen die Ukraine«, sagte Duda am Montag beim Besuch einer Ausstellung mit Bildern aus Warschau und Mariupol. »Wie ähnlich sind die Bilder, wie identisch die Bestialität derjenigen, die töten, die zerstören«, sagte Duda.

Die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen dürften nicht straflos bleiben, betonte er. »Das ist heute die Pflicht der zivilisierten Welt. Es müssen entsprechende Tribunale geschaffen werden, die Verbrechen müssen abgerechnet werden.« Oft seien die Täter gut zu identifizieren, sagte Duda.

Polen erinnert heute an den Beginn des Warschauer Aufstands gegen die deutsche Besatzung am 1. August 1944. Nach wochenlangen Kämpfen war der Aufstand der polnischen Untergrundarmee blutig niedergeschlagen, Warschau in einer Strafaktion total zerstört und die Zivilbevölkerung vertrieben worden. Tausende wurden in deutsche Konzentrationslager deportiert.

Angeblich beste Ernte seit 30 Jahren auf der Krim

14.59 Uhr: Die von Russland annektierte Halbinsel Krim hat nach Angaben des regionalen Landwirtschaftsministeriums die beste Getreideernte seit mehr als 30 Jahren eingefahren. Mehr als zwei Millionen Tonnen wurden eingefahren, wie das Ministerium mitteilt. Das sei die höchste Ausbeute seit 1989 zu Zeiten der Sowjetunion, als 2,2 Millionen Tonnen Getreide zusammenkamen. Die Landwirte hätten bereits 95 Prozent der Fläche abgeerntet. Die Ukraine wirft Moskau vor, Getreide aus ihren Gebieten zu stehlen, die seit dem Einmarsch der russischen Armee am 24. Februar besetzt wurden. Teilweise soll es von der Krim aus exportiert worden sein. Moskau streitet dies ab.

Vier weitere Himars-Raketenwerfer in der Ukraine angekommen

14.44 Uhr: Die Ukraine hat ihrem Verteidigungsminister zufolge von den USA vier weitere Himars-Raketensysteme erhalten. Er sei Präsident Joe Biden, Verteidigungsminister Lloyd Austin und dem amerikanischen Volk dankbar, dass sie das ukrainische Militär unterstützten, schreibt Minister Olexij Resnikow auf Twitter . Himars-Mehrfachraketenwerfer haben eine größere Reichweite und sind präziser als die noch aus Sowjetzeiten stammende Artillerie der Ukraine.

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Russland wertet Wiederaufnahme des ukrainischen Getreideexports als Erfolg

14.16 Uhr: Russland begrüßt es, dass ein Frachtschiff mit ukrainischem Getreide den Schwarzmeer-Hafen Odessa verlassen hat und Richtung Libanon fährt. »Das ist ziemlich positiv«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. »Wir wollen hoffen, dass die Vereinbarungen von allen Seiten erfüllt werden, und dass die Mechanismen wirksam arbeiten«, sagte Peskow.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums soll das Schiff zunächst am 2. August einen Zwischenstopp in Istanbul einlegen, wo es überprüft werden soll. Die Exporte werden von einem Kontrollzentrum in Istanbul überwacht, das mit Vertretern Russlands, der Ukraine, der Vereinten Nationen und der Türkei besetzt ist. Schiffe sollen bei der Ein- und Ausfahrt ins Schwarze Meer inspiziert werden. So soll auf Verlangen Russlands sichergestellt werden, dass die Schiffe keine Waffen oder Ähnliches an Bord haben. Russland befürchtet, dass die Ukraine aus dem Erlös des Getreideverkaufs Waffen beschafft.

Die »Razoni« verlässt mit 26.000 Tonnen Mais an Bord den Hafen von Odessa

Die »Razoni« verlässt mit 26.000 Tonnen Mais an Bord den Hafen von Odessa

Foto: Ukrinform / dpa

Nato-Generalsekretär dankt Türkei nach Ende der Blockade von Odessa

14.03 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Start des ersten Frachtschiffes mit ukrainischem Getreide aus dem Schwarzmeer-Hafen Odessa begrüßt. »Ich danke unserem Alliierten Türkei für seine zentrale Rolle«, schrieb der Norweger auf Twitter . Die Bündnispartner unterstützen die vollständige Umsetzung des Abkommens zur Linderung der weltweiten Nahrungsmittelkrise. Diese sei durch Russlands Krieg gegen die Ukraine verursacht.

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Russland will westliche Waffensysteme zerstört haben

12.52 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben westliche Militärtechnik in der Ukraine durch Beschuss getroffen. In der ostukrainischen Stadt Charkiw seien auf einem Werksgelände zwei Abschussanlagen für US-amerikanische Himars-Raketen attackiert worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow. Unweit der Schwarzmeer-Metropole Odessa hätten die russischen Truppen eine Vorrichtung für ebenfalls von den USA gelieferte Schiffsabwehrraketen des Typs Harpoon zerstört.

Unabhängig prüfen oder verifizieren lassen sich die Aussagen nicht. Experten weisen darauf hin, dass die Himars-Raketenwerfer nur schwer zu orten und zu zerstören seien. Die ukrainischen Behörden hatten am Sonntag zwar berichtet, zwei russische Raketen seien von der annektierten Halbinsel Krim aus auf die Region Odessa abgefeuert worden. Ihrer Darstellung zufolge schlugen die Geschosse allerdings in einem Steinbruch ein.

Russische Angriffe bei Bachmut

12.13 Uhr: In der ostukrainischen Region Donezk haben die russischen Truppen Angaben aus Kiew zufolge ihre Angriffe in Richtung der Stadt Bachmut fortgesetzt. »Die Kämpfe dauern an«, teilte der ukrainische Generalstab am Montag auf Facebook mit. Auch in der benachbarten Stadt Soledar habe es Vorstöße der Russen gegeben, die aber abgewehrt worden seien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der ukrainische Generalstab berichtete zudem von Kämpfen nordwestlich und westlich der unter russischer Kontrolle stehenden Großstadt Donezk. Die russischen Attacken bei Pisky und Marjinka seien jedoch ohne Erfolg geblieben, hieß es. Entlang der gesamten Frontlinie in den Gebieten Charkiw, Donezk, Saporischschja und Cherson seien zudem ukrainische Stellungen in Dutzenden von Orten mit Artillerie beschossen worden. Die russische Luftwaffe bombardierte demnach mindestens drei Positionen.

Ukraine würde gern auch den Hafen von Mykolajiw öffnen

12.04 Uhr: Wenn das Getreideabkommen mit Russland hält, will die Ukraine darüber verhandeln, auch den Hafen Mykolajiw für die Ausfuhr von Getreide per Schiff zu öffnen. Das kündigte Infrastrukturminister Olexandr Kubrakow im ukrainischen Fernsehen an.

Dieser Frachter muss durchs Minenfeld

11.55 Uhr: Nach Monaten der Blockade kann die »Razoni« als erstes Schiff seit Kriegsbeginn einen ukrainischen Hafen verlassen. Ihre Ladung wird sehnlichst erwartet – doch für die Crew ist die Fahrt lebensgefährlich. Lesen Sie hier den gesamten Text .

Anatolij Tschubais auf Intensivstation

11.48 Uhr: Der russische Politiker Anatolij Tschubais, der Ende März von allen Posten zurückgetreten war, befindet sich in einem europäischen Krankenhaus auf der Intensivstation. Bei ihm wurde das Guillain–Barré-Syndrom diagnostiziert, eine Entzündung des Nervensystems. Tschubais könne nicht mehr gehen, aber sprechen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. In welcher europäischen Stadt sich Tschubais befindet, ist nicht bekannt.

Ein Sprecher des Kreml drückte Sorge um die Gesundheit des Politikers aus. Man wünsche ihm eine schnelle Genesung. Tschubais hatte Ende März Russland in Richtung der Türkei verlassen. Er gilt als ranghöchster russischer Politiker, der womöglich in Zusammenhang mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine zurückgetreten war.

Bei Energie »aufs Schlimmste vorbereiten«, warnt von der Leyen

10.53 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor einer Zuspitzung der Energiekrise im Zuge des russischen Angriffskriegs gewarnt. »Da Russland bereits zwölf Mitgliedsländern (der EU) die Gaslieferungen ganz oder teilweise abgedreht hat, müssen wir uns alle auf die schlimmste Situation vorbereiten«, erklärte von der Leyen der spanischen Zeitung »El Mundo« .

»Es ist nicht das erste Mal, dass Russland versucht, uns zu spalten. Es ist schon einmal gescheitert und wird wieder scheitern«

Ursula von der Leyen

Der europäische Notfallplan zur Drosselung des Gaskonsums werde aber »dazu beitragen, unseren Bedarf an Wintervorräten zu decken«. Spanien hatte sich dem Notfallplan zunächst widersetzt, das Vorhaben nach Zugeständnissen aber doch gebilligt. Von der Leyen begrüßte das und erklärte: »Wieder einmal geht es hier um europäische Solidarität.« Sie rief zur Aufrechterhaltung der Einheit in Europa auf: »Es ist nicht das erste Mal, dass Russland versucht, uns zu spalten. Es ist schon einmal gescheitert und wird wieder scheitern. Wir müssen zusammenhalten.«

Wo ist die »Razoni« gerade? Gucken Sie hier

10.37 Uhr: Die »Razoni« hat den Hafen von Odessa hinter sich gelassen und ist auf Kurs durch das Schwarze Meer. Wo sich das Schiff derzeit aufhält, können Sie über die Website vesselfinder mitverfolgen .

Wie die »Razoni« den Hafen verlässt

10.11 Uhr: Filmaufnahmen der Vereinten Nationen  und des ukrainischen Nachrichtenportals Hromadske  zeigen auf Twitter, wie die »Razoni« den Hafen von Odessa verlässt. Das Schiff hat 26.000 Tonnen Mais an Bord und nimmt nun Kurs auf Tripoli im Libanon.

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Infrastrukturminister: »Schritt gegen den Hunger«

9.56 Uhr: Die Ukraine hat den Start des ersten Frachtschiffes mit 26.000 Tonnen Mais aus dem Hafen von Odessa als großen Erfolg bezeichnet. »Heute macht die Ukraine gemeinsam mit Partnern einen weiteren Schritt zur Verhinderung des Hungers in der Welt«, teilte Infrastrukturminister Olexander Kubrakow auf Twitter mit . Er hatte im Juli in Istanbul nach drei Monaten Verhandlung eine Vereinbarung über die Wiederaufnahme der Exporte unterzeichnet.

Erstes Schiff mit Getreide hat Hafen von Odessa verlassen

8.35 Uhr: Russland und die Ukraine hatten ein Ende der Getreide-Blockade vereinbart, nun hat das erste Frachtschiff in Odessa abgelegt. Die »Razoni« nimmt mit 26.000 Mais an Bord Kurs auf Libanon. Weitere sollen folgen. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Deutschland nimmt erstes abgeschaltetes Steinkohlekraftwerk wieder in Betrieb

8.24 Uhr: Um Erdgas einzusparen, dürfen Kohlekraftwerke aus der Reserve wieder ans Netz. In Niedersachsen greift ein Energiebetreiber darauf nun zurück – mit einem erst Ende 2021 abgeschalteten Kraftwerk. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Russland kommt kaum voran, sagt der britische Geheimdienst

7.55 Uhr: Russland macht bei seinem Angriff auf die Bachmut-Achse im Osten der Ukraine nach Erkenntnissen des britischen Militärgeheimdienstes wenig Fortschritte. Die russischen Truppen hätten in den vergangenen vier Tagen weiterhin taktische Angriffe auf die Bachmut-Achse unternommen, teilt das britische Verteidigungsministerium auf Twitter  aus dem jüngsten Geheimdienstbericht mit. Sie kämen aber nur langsam voran.

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Wie in der vergangenen Woche von der ukrainischen Führung mitgeteilt, werde Russland wahrscheinlich eine beträchtliche Zahl seiner Streitkräfte aus dem nördlichen Donbass in die Südukraine verlegen. Russland dürfte seine Donbass-Offensive anpassen und seine Saporischschja-Front vermutlich als gefährdetes Gebiet einstufen, das Verstärkung brauche.

Aktivisten warnen vor Korruption bei Aufbauhilfen

7.23 Uhr: Künftige Wiederaufbauhilfen für die kriegszerstörte Ukraine müssen nach Auffassung von Aktivisten von vornherein gegen Korruption gesichert werden. Olena Haluschka von der ukrainischen Nichtregierungsorganisation Antac (Anti-Corruption Action Center) schlug vor, dass ausländische Hilfsgelder nicht in den ukrainischen Haushalt fließen, sondern in einen Sonderfonds unter internationaler Aufsicht. Dort solle die Ukraine ihre Erfordernisse anmelden können.

»Dann wäre das Vertrauen der Spender größer und auch der Firmen, die sich an Ausschreibungen beteiligen«, sagte Haluschka der Deutschen Presse-Agentur. Es sei in den vergangenen Jahren gelungen, die Alltagskorruption in der Ukraine zurückzudrängen, sagte sie. Dazu hätten neue Behörden, Gesetze und die Digitalisierung beigetragen: Online entfielen viele schmiergeldanfällige Kontakte zwischen Bürgern und Beamten. Transparency International listete die Ukraine 2021 immer noch als zweitkorruptestes Land in Europa hinter Russland auf.

Selenskyj kündigt Vergeltung für »brutalste Bombenangriffe auf Mykolajiw« an

6.21 Uhr: Nach dem schweren russischen Beschuss der Region um Mykolajiw im Süden der Ukraine droht der Präsident Selenskyj mit einer Reaktion seiner Armee. Außerdem berichtet er von russischen Truppenbewegungen im Süden. Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Getreideschiff soll am Morgen in Odessa auslaufen

5.05 Uhr: Das erste Getreideschiff seit Beginn der russischen Invasion der Ukraine soll türkischen Angaben gemäß um 7.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit aus dem Hafen von Odessa auslaufen. Es sei die »Razoni«, die unter der Flagge von Sierra Leone fahre und Mais geladen habe, teilt das türkische Verteidigungsministerium mit. Durch einen in Istanbul am 22. Juli vereinbarten  Korridor solle das Schiff das Schwarze Meer durchfahren, Ziel sei der Libanon. Weitere Schiffe würden der »Razoni« folgen.

atb/mgo/fek/kko/AFP/Reuters/dpa
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