Spionageverdacht Niederlande weisen zwei russische Diplomaten aus

Der niederländische Geheimdienst hat zwei russische Spione entlarvt – und die Männer des Landes verwiesen. Einer der Diplomaten soll im Hightechbereich ein »großes Netzwerk von Informanten« gehabt haben.
Halbleiter-Chip

Halbleiter-Chip

Foto: MICHELLE MCLOUGHLIN/ REUTERS

Der niederländische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben zwei russische Spione überführt. Beide waren bei der russischen Botschaft als Diplomaten akkreditiert und wurden des Landes verwiesen, teilte der AIVD mit.

Die Russen kamen den Angaben zufolge vom russischen Geheimdienst SVR. Einer von ihnen habe ein »großes Netzwerk von Informanten« vor allem in Unternehmen des Hightechsektors aufgebaut. Diese hätten auch zu geheimen Informationen Zugang gehabt.

Der Geheimdienst machte nicht bekannt, welche Unternehmen oder Organisationen betroffen sind. Schwerpunkt der Spionage-Interessen waren dem Bericht nach künstliche Intelligenz, Halbleiter und Nanotechnologie.

»Diese Spionageaffäre hat sehr wahrscheinlich den Organisationen Schaden zugefügt, bei denen die Informanten gearbeitet haben oder noch arbeiten und damit möglicherweise auch der niederländischen Wirtschaft und nationalen Sicherheit«, heißt es in der Erklärung.

Zweiter Vorfall binnen zwei Jahren

Der zweite Spion hatte dem Geheimdienst zufolge eine unterstützende Funktion. Die beiden Beschuldigten seien vom Außenministerium zu »personae non gratae« erklärt worden und müssen in Kürze die Niederlande verlassen.

Vor rund zwei Jahren war ein Einsatz russischer Geheimagenten bei der Chemiewaffenkontrollbehörde OPCW in Den Haag vereitelt worden. Damals waren mutmaßlich vier Spione enttarnt worden.

fek/dpa/AFP
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