Versprechen des Klimaministers Niederlande wollen bis Ende des Jahres unabhängig von russischem Gas werden

In spätestens acht Monaten wollen die Niederlande laut Klimaminister Jetten kein Gas aus Russland mehr importieren. Ein Gasfeld im deutsch-niederländischen Grenzgebiet der Nordsee könnte künftig eine wichtige Rolle spielen.
Der niederländische Klimaminister Rob Jetten

Der niederländische Klimaminister Rob Jetten

Foto: IMAGO/Phil Nijhuis / IMAGO/ANP

Deutschland hadert mit einem Einfuhrstopp von russischem Gas – die Niederlande hingegen wollen sich nun unabhängig machen. Bis zum Jahresende wolle man autark sein, versprach der niederländische Klima- und Energieminister Rob Jetten nach einer Kabinettssitzung. Durch Einsparungen und den Gasimport aus anderen Ländern »werden wir in der Lage sein, sämtliche russischen Gaslieferungen zu ersetzen«, sagte Jetten laut niederländischen Medien.

»Wir wollen nicht länger Putins Kriegskasse füllen«

Gegenwärtig importieren die Niederlande im Jahr sechs Milliarden Kubikmeter Gas. Um unabhängig zu werden, sollen nach Jettens Wunsch auch neue Gasfelder in der Nordsee erschlossen und bestehende ausgebaut werden. »Wir wollen nicht länger Putins Kriegskasse füllen«, sagte Jetten.

Die Regierung erklärt zudem, dass sie Firmen dafür vergüten will, wenn sie vor dem Winterbeginn den großen Erdgasspeicher Bergermeer befüllen. Der staatliche Energiekonzern Energie Beheer Nederland (EBN) soll dafür sorgen, dass die Anlage mindestens zu 70 Prozent befüllt ist. Der Speicher gehört zu den größten seiner Art in Europa.

Bereits Anfang April hatte Jetten gegenüber Deutschland angeregt, ein Gasfeld im deutsch-niederländischen Grenzgebiet der Nordsee zu erschließen, dessen Volumen auf 60 Milliarden Kubikmeter geschätzt wird. Der Wert entspricht der Gasmenge, die im vergangenen Jahr durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 von Russland nach Deutschland strömte.

Streit mit Habeck

»In einer idealen Welt würden wir keine neuen Gasfelder in der Nordsee erschließen«, sagte Jetten dem »Handelsblatt«. »Aber die Situation macht dies notwendig.« Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte dem Vorhaben bei einem Treffen im April eine Absage erteilt. Die Niederlande und Deutschland streiten seit Monaten darüber, ob die Gasförderung in der Nordsee ausgeweitet werden soll oder nicht.

mrc
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